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Regelmäßige Bewegung als „geistige Basis-Altersvorsorge“

Die Arbeit als Leiter dreier Kliniken ist nicht immer leicht: Manchmal anstrengend, aber immer abwechslungsreich sowie eine ständige Herausforderung für Körper und Geist. Möchten Sie wissen, wie mein Tag aussieht und was ich mache, um geistig auf der Höhe zu bleiben?

Laufen im Wald© pixabay - Antranias

Fitness für Körper und Geist

Der normale Arbeitstag beginnt für mich morgens gegen 5:40 Uhr mit dem Aufstehen und einem ausgiebigen, klassischen Frühstück. Mir ist wichtig, in Ruhe und ohne Zeitdruck in den Tag zu starten, da mein späterer Tagesablauf eng und streng durchgeplant ist: Besprechungen und Visiten im Minutentakt. Ein Kaffee und ein Croissant zwischen Tür und Angel kämen für mich daher einem Morgen-„Grauen“ gleich. Ab 7:30 Uhr bearbeite ich im Büro meine Nachrichten, anschließend Arztbesprechung, danach zahlreiche Visiten, oft bis in den späten Nachmittag hinein.

Wenn ich nach Hause komme, wechsle ich die Kleidung und laufe eine gute Dreiviertelstunde, außer im Winter (dann liegt oft zu viel Schnee), im Wald vor meiner Haustür. Gern nutze ich die Berge ringsum und wähle die steilsten Wege, selbst wenn ich deshalb stellenweise ganz schön kraxeln muss. Ich freue mich über die körperliche Anstrengung und profitiere sehr von den Steigungen. Sie fordern und fördern gleichzeitig sowohl meine Ausdauer als auch meine Kraft. Gerade im höheren Alter geht es darum, Körper und Geist gleichermaßen fit und leistungsfähig zu halten. Eine Runde durch den Wald bietet alles:

  • Krafttraining beim steilen Bergauf- und Bergabgehen/-laufen

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  • Ausdauertraining während der gesamten Runde (8 bis 12 km)
  • Koordinationstraining auf den holprigen Pfaden über Wurzeln, Stock und Stein
  • Schärfung der Orientierungsfähigkeit, wenn ich neue Runden ausprobiere und unbekannte Wegstrecken wähle

Laufen im Wald erfordert höchste Konzentration

Am meisten Spaß machen mir die kleinen, schmalen Waldpfade, von denen ich nicht immer weiß, wohin sie mich führen. Manchmal ist es ein Bachbett, das nur nach heftigem Regen Wasser führt und sich ansonsten fürs Wandern eignet. Die besondere Herausforderung besteht in der Notwendigkeit, praktisch jeden Schritt den unebenen Bodenverhältnissen anzupassen. Das kann sehr anstrengend sein – und eben nicht nur körperlich. Oft will jeder Schritt überlegt und richtig gesetzt sein. Auch variiert die Schrittlänge sehr stark, dann fühlt es sich an, als würde ich gerade zwei Treppenstufen auf einmal nehmen.


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Dadurch wird eine Stunde Bewegung im Wald zu einer ganz anderen, viel ganzheitlicheren Erfahrung als das Walking oder Jogging auf einer ebenen Asphaltstraße. Wo ich beim Geradeauslaufen abschalte und in einen meditationsähnlichen Zustand hineingleite, bin ich beim Gehen und Joggen auf den steilen Pfaden stets hellwach und zu höchster Aufmerksamkeit gezwungen. Mir scheint diese Form des Trainings eine ideale Symbiose aus körperlicher und geistiger Aktivität zu sein. Wo simples Joggen nur den Fitnesszustand erhält, glaube ich beim Berglaufen objektivierbare Verbesserungen wahrzunehmen; danach aber auch eine durchaus angemessene Ermüdung, sodass ich den Abend meist entspannt ausklingen lasse.

Meine geistige Herausforderung: Neue Wege erkunden

Mein mittlerweile 92-jähriger Vater trainiert nicht mehr im Wald (das hat er bis vor nicht allzu langer Zeit getan), sondern auf ebenen, glatten Straßen und Wegen in einem Mainzer Vorort. Er fährt eine Strecke mit der Straßenbahn und geht sie dann zu Fuß zurück. Immer noch ohne Gehhilfe! Und das Krafttraining führt er des Öfteren auf der Treppe seines Wohnhauses durch: Viermal zwei Etagen hinauf und hinab sind sein tägliches Pensum. Schaffen Sie das auch?

Besonderen Spaß macht es mir, neue Wege zu erkunden, am liebsten eine ganz neue Runde. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob ich die Richtung und die Entfernung korrekt einschätze und zum Ausgangspunkt zurückfinde oder arg danebenliege. Derartige Aufgaben (räumliche Orientierung) haben sich in wissenschaftlichen Tests als besonders wirksam für die Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit erwiesen. Naturgemäß kann man das nicht täglich machen. Ich beuge einer möglichen Fehleinschätzung dadurch vor, dass ich solche Läufe am Wochenende zu früher Morgenstunde durchführe. Falls ich mich verlaufe, habe ich ausreichend Zeit (und Tageslicht), mich wieder zurechtzufinden. Und in diesen Fällen nehme ich auch das Handy mit.

Setzen Sie immer wieder neue Reize

Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich mit dem beschriebenen Training fit und gesund halten kann. Erkältungskrankheiten, die in großen Kliniken mit vielen Patienten und Beschäftigten naturgemäß häufig grassieren, kenne ich praktisch nicht. Auch von den gelegentlichen Magen-Darm-Infektionen bleibe ich verschont. Ich achte aber auch penibel auf sorgfältige Händedesinfektion. Die regelmäßige Bewegung (fünfmal in der Woche) meist in der Natur (wenn Witterung und Tageslicht es zulassen) ist für mich der einzig denkbare angemessene körperliche und geistige Ausgleich zu langen Arbeitstagen mit nicht geringen physischen (60 Wochenstunden) und geistigen Herausforderungen.

Ruhen Sie sich nicht auf den Meriten der Vergangenheit aus. Sie benötigen ständige adäquate Reize, um die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist zu erhalten oder doch zumindest den unvermeidlichen altersbedingten Abbau zu begrenzen. Konsequentes Training in der richtigen Art und Dosis ist immens wichtig.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Prof. DHfPG Dr. Thomas Wessinghage
Über den Autor Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage

Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage ist Prorektor für Hochschulentwicklung und Transfer an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in […]

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