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Welche Gehhilfe bringt Ihnen Gleichgewicht?

Unter Umständen fühlen Sie sich weniger sicher auf den Beinen als früher. Oder vielleicht verletzten Sie sich den Fuß oder das Bein. Was auch immer der Grund ist: Sie merken, dass Sie eine Gehhilfe brauchen.

Die richtige Auswahl der Gehhilfe

Das ist nicht so leicht, wie Sie denken. Zum einen existieren viele Modelle von Gehhilfen auf dem Markt. Hinzu kommt, dass eine Gehhilfe nicht für alles richtig ist. Man muss die Gehhilfe Ihrer Körpergröße anpassen. Darüber hinaus müssen Sie wissen, wie Sie das Hilfsmittel richtig benutzen.

Ihr Arzt oder Physiotherapeut sucht das beste Hilfsmittel für Sie aus. Die richtige Anpassung spielt bei Gehhilfen eine wichtige Rolle. Hilfen mit der falschen Höhe lösen sowohl Stürze als auch Arm- und Rückenschmerzen aus.

Der Gehstock

Wenn Sie einen Gehstock kaufen, bedenken Sie Folgendes:

  • Form – Wenn Sie einen Gehstock täglich benutzen, ist der traditionelle Gehstock mit rundem Griff vielleicht nicht die beste Wahl für Sie. Das trifft vor allem zu, wenn Sie an einer Arthritis (Gelenkentzündung) der Hand leiden. Diese Art von Gehstock verteilt den Druck Ihres Körpergewichts nicht gleichmäßig über den Griff, sodass mehr Druck auf die Hand entsteht. Stattdessen ziehen Sie einen Gehstock mit „Fritzstock“-Griff oder mit einem verbreiterten Handgriff in Betracht. Dabei verlagert sich das Gewicht besser auf die Griffläche. Vierfußgehstützen bieten mehr Stabilität als normale Gehstöcke, aber können umständlich im Gebrauch sein. Ein leichtgewichtiger Gehstock bedeutet eine kleinere Belastung als ein schwerer.
  • Höhe – Stehen Sie aufrecht mit Schuhen und lassen Sie die Arme locker hängen. Der Griff des Gehstocks sollte in Höhe der Handgelenksfalte abschließen. Wenn Sie den Gehstock festhalten und stillstehen, sollte Ihr Ellbogen in einem Winkel von 15 bis 20° gebeugt sein. Stöcke aus Holz sägt man auf die korrekte Höhe zurecht. Verstellbare Gehstöcke stellen Sie auf verschiedene Höhen ein. Diese sind sind vorteilhaft, da Sie sie an Tagen höher stellen, an denen Sie Schuhe mit hohem Absatz tragen.
  • Gebrauch – Überraschenderweise ist es am besten, Ihren Stock in der gegenüberliegenden Hand der Seite zu halten, die Unterstützung braucht. Der Gehstock und das betroffene Bein schwingen zusammen und berühren den Boden. Wenn Sie einen Gehstock auf Treppen benutzen, sollten Sie mit dem gesunden Bein zuerst hochgehen und Ihr krankes Bein und den Stock nachsetzen. Beim Heruntergehen setzen Sie Ihr krankes Bein mit dem Stock zuerst auf und danach das gesunde Bein. Auf diese Weise hebt und senkt Ihr gesundes Bein den Körper.

Der Gehwagen

Wenn Sie einen Gehwagen ausprobieren, ist auf folgendes zu achten:

  • Form – Im Allgemeinen sind Gestelle mit Rollen leichter zu handhaben als solche, die Sie heben. Es sei denn, Sie sind auf dickem Teppichboden oder unebenem Boden. Wenn Sie ein Gehgestell mit Rollen benutzen, sollten Sie sicher sein, dass Sie die Kraft und die Ausdauer haben, mit ihm Schritt zu halten.
  • Höhe – Wie beim Gehstock sollten Sie den Gehwagen auf die richtige Höhe einstellen. Wenn Ihre Arme locker zur Seite hängen, schließt das obere Ende des Gehwagens in Höhe der Handgelenksfalte ab. Nehmen Sie eine gerade Körperhaltung ein, wenn Sie den Gehwagen benutzen.
  • Gebrauch – Beim Gehen versetzen Sie den Gehwagen eine Armlänge weit. Versuchen Sie nicht, mit einem Gehwagen Treppen zu steigen oder eine Rolltreppe zu benutzen.

Gehstützen

Gehstützen bieten viel Halt, sowohl die Achselstützen (Standard in den USA) als auch die Unterarmgehstützen (Standard in Deutschland). Einige zu beachtende Dinge:

  • Form – Wählen Sie ein Modell, das bequeme Griffe hat und oben eine gute Polsterung bietet.
  • Höhe – Zu lange Gehstützen üben Druck auf die Nerven des Unterarms aus und rufen Kribbeln, Taubheit und möglicherweise einen dauerhaften Nervenschaden hervor. Sie sollten zwei oder drei Finger zwischen Ihrem Unterarm und dem oberen Rand der Gehstütze platzieren können. Heben und senken Sie die Handgriffe, sodass die Arme 15 bis 20 Grad im Ellbogengelenk gebeugt sind.
  • Gebrauch – Platzieren Sie die Gehstützen beim Gehen nicht zu weit nach vorn, sodass sie Ihnen nicht nach unten wegrutschen. Die Spitzen befinden sich etwa 15 cm seitlich von Ihrem Körper und die Schrittlänge beträgt etwa 30 cm betragen. Lehnen Sie sich nicht an den Gehstützen an, wenn Sie gehen oder stehen.

Guter Halt und gute Tipps

Bei einer Gehhilfe hält sich ein geformter Griff für eine längere Zeit besser als ein runder. Wenn der Griff zu klein scheint, wickeln Sie Schaumstoff darum. Kappen mit Bodenhaftung gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Flache und weiche Kappen haften auf dem Boden besser als gerundete.

Benutzen Sie keinen Klebstoff für die Kappen. Sie ersetzen Sie im Laufe der Zeit. Die meisten Sanitätsfachgeschäfte und einige Eisenwarenhandlungen führen Ersatzkappen.

Nehmen Sie sich Zeit!

Wenn Sie eine Gehhilfe für eine längere Zeit benutzen, investieren Sie einige Zeit in die Auswahl des richtigen Stils und der passenden Größe. Sie finden Gehhilfen im Sanitätsfachgeschäft und orthopädischen Geschäften. Sie können sie darüber hinaus aus speziellen Katalogen bestellen.

Was den Preis betrifft, sind die teueren Modelle nicht unbedingt besser als die preisgünstigeren. Die Krankenkassen bezahlen die Gehhilfen eventuell ganz oder teilweise, wenn Sie ein ärztliches Rezept vorweisen.

 

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