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Engagement im Alter: Warum Ehrenämter die Gesundheit stärken

Laut Angabe des Bundesfamilienministeriums setzt sich in Deutschland jeder Dritte ehrenamtlich für andere Menschen ein. Vor allem bei den Senioren ist die Anzahl der ehrenamtlich Tätigen in den letzten Jahren deutlich größer geworden. So ist bei den über 65-Jährigen in den letzten zehn Jahren die Quote der Ehrenamtlichen um 5 Prozent angestiegen. Die Bereiche, in denen sich die Senioren engagieren, sind dabei sehr unterschiedlich.

Beispiele für ein Ehrenamt

  • Laienrichter oder Schöffe
  • Patientenbetreuung im Krankenhaus („Grüne Damen und Herren“)
  • Mitarbeit bei Hilfsorganisationen (z. B. Rotes Kreuz, Feuerwehr)
  • Betreuung und Training in Sportvereinen
  • Tätigkeit in religiösen Gemeinden
  • Leselernhelfer in Grundschulen
  • Helfer beim Blutspendedienst
  • Besucher in Alten- und Pflegeheimen

Welche Tätigkeit die Senioren für ihr ehrenamtliches Engagement wählen, ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist dabei vielmehr das Gefühl, gebraucht zu werden. Das schlägt sich auch in der eigenen Gesundheit nieder, denn es führt zu mehr Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden.

Mit einem Ehrenamt lebt man länger

Schon vor mehreren Jahren konnte eine Langzeitstudie der Universität Michigan (USA) belegen, dass ein ehrenamtliches Engagement lebensverlängernd wirkt. Die Forscher hatten für ihre Untersuchung über 1.200 ältere Menschen zehn Jahre lang beobachtet. 35 Prozent der Probanden waren regelmäßig ehrenamtlich tätig. Nach Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass die Ehrenamtlichen eine geringere Wahrscheinlichkeit hatten, in den nächsten siebeneinhalb Jahren zu sterben, als die nicht sozial Tätigen.

Der Studienleiter meinte zu diesem Ergebnis, dass die Studie eindeutig zeige, dass diefreiwillige Tätigkeit und nicht eine gesündere Lebensweise den lebensverlängernden Effekt habe.

Ehrenämter schützen vor Einsamkeit im Alter

Nicht selten ist Einsamkeit ein großes Thema im Seniorenalter. Dass ein Ehrenamt wirkungsvoll davor schützen kann, zeigte eine vom Niedersächsischen Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie der Universität Osnabrück. Die Forscher hatten 169 ehrenamtlich aktive Probanden mittels Fragebögen analysiert. Das Ergebnis war erstaunlich: Keine einzige der Testpersonen fühlte sich einsam.

Das deckt sich auch mit der Langzeitstudie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gemeinsam mit Kollegen aus Australien und den Niederlanden durchgeführt hat. Über 25 Jahre lang hatten die Wissenschaftler die Zufriedenheit der Bundesbürger verfolgt. Dabei fanden sie heraus, dass nicht die Menschen am glücklichsten waren, die beruflichen oder materiellen Erfolg anstrebten. Die Glücklichsten waren vielmehr diejenigen, die sich gemeinnützig oder in der Familie engagiert hatten.

Wie viel Engagement darf’s denn sein?

Die Datenlage scheint eindeutig zu sein: Ehrenamtliche Tätigkeit ist gesund. Doch dass auch hier die Dosis das Gift machen kann, bewies eine Studie der Universität von Exeter (Großbritannien). Psychologen hatten 40 Veröffentlichungen zum Thema Ehrenamt und Gesundheit ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass ehrenamtlich Tätige seltener an Depressionen erkranken, zufriedener sind und sich generell wohler fühlen.

Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass für die seelische Gesundheit gelegentliche freiwillige Einsätze zuträglicher sind als ein übermäßiges Engagement. Nimmt die freiwillige Arbeitzu viel Raum ein, kann leicht Überlastung die Folge sein und die ehemals erfreuliche Tätigkeit wird zur Last. Schnuppern Sie doch einmal in eine ehrenamtliche Tätigkeit hinein. Doch übertreiben Sie Ihren Einsatz nicht. Dann kann das freiwillige Helfen Ihr Leben durchaus bereichern.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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