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Wir beleuchten das Thema Seniorensport

Inhaltsverzeichnis

Es macht Sie natürlich nicht jünger. Dennoch trägt sportliche Aktivität auch mit zunehmendem Alter entscheidend dazu bei, Ihre Gesundheit zu erhalten und sogar zu verbessern. Die gesundheitlichen Vorteile des regelmäßigen Trainings werden allerdings durch das Verletzungsrisiko geschmälert.

Die Zahl der sportlich aktiven amerikanischen Senioren über 65 Jahren nahm zu. Infolgedessen stieg auch die Zahl der sportbedingten Verletzungen deutlich an. Auch in Deutschland treiben ältere Menschen zunehmend mehr Sport. Sie gehören einer Generation an, bei denen Sport zum Lebensstil gehört. Diese Gewohnheit geben sie auch im Alter nicht auf.

Da immer mehr Menschen jenseits der 70, 80 oder sogar 90 Jahre körperlich aktiv bleiben, ist es einleuchtend, dass bei den Aktiven diesen Alters auch die Zahl der Sportverletzungen zunimmt. Im Folgenden soll daher die Frage beantwortet werden, welches die häufigsten Verletzungen bei älteren Erwachsenen sind und wie Sie ihnen am besten vorbeugen.

Seniorenpaar vergnügt beim Nordic Walking mit Hund© falkjohann – Fotolia

Immer mehr ältere Menschen treiben Sport

Nach den aktuellen Zahlen der amerikanischen Verbraucherschutz-Kommission nahm die Zahl der Sportverletzungen zwischen 1990 und 1996 bei den über 65-Jährigen um 54 Prozent zu. Ein Anstieg, der weit über der Zunahme von 8 Prozent des Anteils dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung liegt.

Bemerkenswert ist, dass die Verletzungen nicht nur bei Menschen zunahmen, die knapp älter als 65 sind. Bei den über 75-Jährigen beträgt die Steigerung 29 Prozent. Die meisten Verletzungen stehen im Zusammenhang mit Sportarten, die eine hohe Aktivität fordern (z. B. Fahrrad, Ski und Inlineskate fahren sowie Tennis spielen).

Bei weniger aktiven Sportarten wie Angeln, Kegeln und Golf nahm die Zahl der Verletzungen nur gering oder gar nicht zu. Nach dem Bericht der Kommission verletzen sich die meisten Menschen beim Fahrradfahren.

Stürze sind die Ursache. Sie führen häufig zu Kopfverletzungen, besonders bei denen, die keinen Helm tragen. Auch ältere Skifahrer oder Erwachsene, die mit Gewichten trainieren, tragen ein höheres Verletzungsrisiko.

Das Alter hinterlässt seine Spuren am Körper

Der Alterungsprozess des menschlichen Körpers wird nicht nur bei den grauen Haaren und den zunehmenden Falten im Gesicht sichtbar. Die Muskeln als das Symbol der Jugend bilden sich in dem Maße zurück, in dem das Körperfett zunimmt.

Ohne körperliches Training nimmt ab einem Alter von 30 Jahren die Muskelmasse in der Regel um 1 Prozent pro Jahr ab. Der Alterungsprozess führt dazu, dass die Muskeln empfindlicher für Verletzungen werden. Die Genesungszeit nach einer Verletzung dauert länger als bei jungen Menschen.

Zudem nimmt mit zunehmendem Alter die Anzahl der Nervenzellen (Neuronen) ab, welche die Muskelfasern anregen. Gleichzeitig nimmt die Reaktionszeit für Reflexe zu. Auch die Knochendichte verringert sich. So büßten beispielsweise die Knochen bei einem 70-Jährigen 10 bis 15 Prozent ihrer ursprünglichen Dichte ein.

Das Alter hat auch Einfluss auf den Hormonspiegel. Der Blutspiegel von Hormonen, welche die Funktion der Bindegewebe aufrechterhalten, nimmt ab. Die Folge: Sehnen und Bänder verlieren an Elastizität und die Gelenke werden steifer. Dadurch wird die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und das Verletzungsrisiko steigt an.

Sport im Alter

Ist man ab einem bestimmten Alter zu alt, um eine neue Sportart zu erobern? Die klare Antwort: Nein! Vielleicht fühlen Sie sich zu alt für eine neue sportliche Herausforderung. Oder erste Gesundheitsprobleme machen Ihnen zu schaffen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Es ist nie zu spät, mit einer neuen Sportart zu beginnen, und selten zu früh!

Jedes Sportprogramm verbessert Ihre Ausdauer und Flexibilität, Ihr Gleichgewicht und Ihre Kraft, egal ob Sie 54 oder 84 Jahre alt sind. Eine Studie aus dem Jahr 2008 belegt, dass Ausdauersport wie Walken oder Jogging, den Sie in der Lebensmitte beginnen, eine große Auswirkung auf Ihr Wohlbefinden im Alter hat und lebensverlängernd wirkt.

Es muss ja nicht Jogging sein. Fahrradfahren verbessert Ihre Gesundheit und Ihre Fitness genauso. Hauptsache, es macht Spaß, Sie können es in Gesellschaft tun und Ihr Arzt hat Ihnen freie Fahrt erteilt, was Sie ab 50 vorher klären sollten.

Rege sein hält geistig rege

Sport und Aktivitäten mit anderen Menschen erhalten Ihre geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Universität Kalifornien, in der Wissenschaftler 2.500 Personen im Alter von 70 bis 79 Jahren über einen Zeitraum von acht Jahren beobachteten.

30 Prozent der Teilnehmer konnten während des gesamten Zeitraumes ihre Geisteskraft mühelos erhalten und steigern. Es waren die 30 Prozent, die regelmäßig an Bewegungsprogrammen, ehrenamtlichen Aktivitäten und geistiger Beschäftigung teilnahmen.

Mythen und Wahrheiten

  • Mythos 1: Sport ist in fortgeschrittenem Alter eine zu hohe Belastung. Wahrheit: Leichte bis mittlere Belastungen reichen aus, um Trainingserfolge zu erzielen. Sicherheit bietet die Betreuung durch einen für diese Zielgruppe qualifizierten Trainer.
  • Mythos 2: Sport macht keinen Spaß. Wahrheit: Statt Leistungsdruck hilft das gemeinsame Training in einer Gruppe Gleichgesinnter, (wieder) Spaß am Sport zu haben.
  • Mythos 3: Bestehende gesundheitliche Einschränkungen machen das Training unmöglich. Wahrheit: Körperliche Aktivität in Form von Sport kann nachweislich dabei helfen, bereits bestehende gesundheitliche Probleme zu verbessern.
  • Mythos 4: Es gibt einfach keine geeigneten Angebote in meiner Nähe. Wahrheit: Öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften helfen, wenn es vor Ort keine passenden Sportangebote gibt.
  • Mythos 5: Sport ist nur etwas für junge Leute. Wahrheit: Mittlerweile gibt es viele spezielle Angebote, die sich (auch) an ältere Kunden wenden, beispielsweise in Fitness- und Gesundheits-Studios oder bei Sportvereinen.
  • Mythos 6: Anfänger können sich nur schwer integrieren. Wahrheit: Erfahrene Trainer helfen dem Neuling, sich zurechtzufinden. Außerdem trägt gemeinsamer Sport dazu bei, neue soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen.
  • Mythos 7: Das Verletzungsrisiko ist zu hoch. Wahrheit: Fitnesstraining ist eine relativ verletzungsarme Sportart, vor allem, wenn man von einem qualifizierten Trainer betreut wird. Gleichzeitig werden die Verletzungsgefahr bei alltäglichen Belastungen und das Sturzrisiko deutlich reduziert.

Spezielle Trainingsempfehlungen „50plus“

  • So häufig sollte es schon sein: Die „American Heart Association“ empfiehlt Menschen um die 50, mindestens zweimal pro Woche für rund 25 Minuten Fitness- und Krafttraining durchzuführen.
  • Passen Sie die Dosierung an: Für Anfänger bietet sich zunächst ein Übungsdurchgang an, später sind zwei bis drei am effektivsten. Das Ziel sind zwölf Wiederholungen pro Durchgang. Werden es mehr, ist das Gewicht zu niedrig. Können nur wenige Wiederholungen durchgeführt werden, ist es zu hoch.
  • Basisprogramm für die großen Muskelgruppen: Darunter sollten sechs bis zehn Übungen sein, die besonders die großen Muskelgruppen wie den Rücken, den Oberkörper und die Beine fordern.
  • Geräte sorgen für ein sicheres Training: Ein weiteres Argument für das Training im Studio: Hier geben Ihnen Krafttrainingsgeräte die Bewegung vor (in der Regel nur eine Bewegungsebene). Man kann also nicht viel falsch machen. Verspannungen oder Verletzungen durch falsches Training werden auf ein Minimum reduziert.
  • Ihre Muskeln lieben Abwechslung: Bei der Gerätewahl sollte man auf möglichst viel Abwechslung achten, um keine Muskelgruppe zu vernachlässigen. Eine der effektivsten Übungen ist die Beinpresse, besonders in der liegenden Variante. Hier werden die Waden, die Oberschenkel sowie das Gesäß und der Rumpf trainiert.
  • Schulen Sie Balance und Koordination: Wer dem altersbedingten Muskelabbau entgegenwirkt, der tut gleichzeitig auch etwas für Standfestigkeit und allgemeine Beweglichkeit. Ein solches Training für mehr Balance- und Koordinationsvermögen wird in vielen Studios als Kursformat angeboten und ist eine ideale Ergänzung zum Fitness- und Krafttraining.

Gehören Sie zu den Sitz-Sportlern?

Morgens auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, in Besprechungen, auf Reisen, beim Essen und nach Feierabend zu Hause: Die meisten Menschen sitzen den ganzen Tag. Dabei reicht es nicht, ein Mal pro Woche den Puls beim Fußball im Fernsehen in die Höhe zu treiben.

Bewegung macht das Herz fit und verlängert so unter Umständen das Leben. Prof. Dr. Georg V. Sabin arbeitet als Direktor der Klinik für Kardiologie des Elisabeth Krankenhaus in Essen. Seiner Meinung nach verbessert kontinuierliches Training die Sauerstoffaufnahme der Muskulatur und des Gewebes, entlastet das Herz und steigert die Herzleistung.

Darüber hinaus senkt es den Blutdruck, verbessert die Atmung und senkt das schlechte LDL-Cholesterin in Ihrem Blut. Gleichzeitig erhöht es das gute HDL-Cholesterin. Nebenbei stärken Sie das Immunsystem, bauen Stress ab, straffen das Bindegewebe der Haut und erhöhen Knochendichte.

Gehen Sie es an!

Bei so vielen guten Argumenten kann eigentlich niemand widerstehen. Stellen Sie den Wecker morgens 40 Minuten früher als normal und nutzen Sie die zusätzliche Zeit für sich und Ihr neues Trainingsprogramm. Vor der ersten Trainingseinheit empfiehlt sich ein medizinischer Check-up. Die einzigen Nebenwirkungen: gute Laune und ein gesundes Herz.

Angst vor Stürzen: Ein Teufelskreis

Nach neuesten Studien resultieren 40 Prozent der Aufnahmen in Altenheimen aus Stürzen, bei denen die älteren Menschen körperliche Einschränkungen davontrugen. Leider führt auch die Angst vor Stürzen zu Einschränkungen, wenn sie nämlich die älteren Leute davon abhält, einfache tägliche Erledigungen zu machen oder sogar das Haus zu verlassen.

Regelmäßiges Training ist das A und O!

Wie können Sie aber Gebrechen und der Furcht vor dem Fallen vorbeugen? In einer Studie, die im letzten Monat vorgestellt wurde, untersuchten die Wissenschaftler der Universität Pittsburgh die Trainingsgewohnheiten von fast 230 Frauen.

Diese Frauen hatten sich zuvor an einer Untersuchung beteiligt, welche die Gesundheitssteigerung des Walkens bei Frauen über 50 Jahren untersuchte. Dazu wurde erst 1985 ihr Fitnesslevel festgehalten, dann noch einmal zehn Jahre später.

Abschließend wurde ihr Fitness-Status mit einem Fragebogen und einem körperlichen Test untersucht. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Frauen, die sich an den Original-Trainingsplan hielten oder ein anderes tägliches Training durchführten, geschickter waren, wenn es darum ging, einfache Aktivitäten (Hausarbeit, auf Leitern steigen etc.) durchzuführen als Frauen, die nicht trainierten.

Sicherlich ist dieses Ergebnis nicht überraschend. Vielmehr wäre es überraschend, wenn die Ergebnisse anders gelautet hätten. Aber diese Studie unterstreicht die Wichtigkeit von täglichem Training, wenn Sie älter werden.

Finden Sie das richtige Bewegungsprogramm für sich

Aber was ist, wenn Sie schon älter sind und in den letzten Jahren nicht trainiert haben? Viele ältere Menschen haben einfach Angst, zu trainieren, weil sie fallen, sich verletzten und ihre körperliche Unabhängigkeit verlieren könnten.

Aber ohne regelmäßiges Training können sie ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit nicht aufrecht erhalten, genau so wenig wie die Knochengesundheit und starke Muskeln. Und wenn die Gesundheit schwindet, steigt die Gefahr zu stürzen.

Aber es gibt Wege, diese Abwärtsspirale zu durchbrechen, und zwar mit speziellen Übungsmethoden, die das Risiko von Stürzen reduzieren und die Angst davor vertreiben. Zum Beispiel zeigte eine kanadische Studie, dass Gewichtheben bestimmte Übungen beinhaltet, die das Gleichgewicht verbessern.

Und eine Studie aus dem Jahr 2002 an älteren Frauen zeigte, dass Tai-Chi-Übungen eine eindeutige Verbesserung im Gleichgewicht und in der Beweglichkeit bringen und die Angst vor dem Fallen vermindern.

Diese Ergebnisse wurden schon nach drei Monaten erreicht; in dieser Zeit nahmen die Frauen zweimal wöchentlich an einem 30-minütigem Tai-Chi-Training teil. Auch das Training auf einem Mini-Trampolin lässt die Angst vor dem Fallen verschwinden. Aber wenn Sie nun ein Training für sich suchen, sollten Sie zwei Punkte berücksichtigen:

  • Finden Sie eine Sportart, die zu Ihren Bedürfnissen passt.
  • Sie müssen sich nicht überanstrengen. Auch sanftes Training bringt Ihnen die gewünschten Ergebnisse.

Anti-Sturz-Muskeltraining auf und am Stuhl

Stärken Sie vor allem die Muskelpartien, die Ihnen im Alltag Sicherheit und Stabilität verleihen. Sind Ihre Beine zu schwach, können Sie sich nicht mehr abfangen, wenn Sie stolpern. Starke Beinmuskeln sind im Alltag ebenso wichtig, um aus dem Sitzen aufzustehen, eine Treppe hinaufzusteigen, beim Anziehen etc.

Auch starke Arm- und Schultermuskeln können Sie bei einem Sturz vor Schlimmerem bewahren: Mit den Armen und Händen können Sie sich abfangen und auch beim Heben und Tragen von Lasten kommen sie täglich zum Einsatz. Besonders wichtig aber sind Ihre Rücken- und Bauchmuskeln.

Sie stabilisieren den Rumpf, an dem die Arm- und Beinmuskeln verankert sind. Außerdem sorgen sie für einen aufrechten Gang und helfen Ihnen dabei, das Gleichgewicht zu halten. Mit den folgenden Übungen können Sie selbst im fortgeschrittenen Alter noch starten, auch wenn Sie sich schon nicht mehr so ganz sicher auf den Beinen fühlen.

Ein Stuhl (z. B. Esszimmerstuhl) ist dafür das perfekte Trainingsgerät. Muskeln können Sie im hohen Alter genauso gut aufbauen wie ein Jugendlicher. Absolvieren Sie mein kleines Anti-Sturz-Muskeltraining am besten drei- bis viermal in der Woche.

Übung 1: Aufstehen und setzen

Der Effekt: stärkt besonders die Oberschenkel- und die Gesäßmuskulatur

Durchführung: Setzen Sie sich aufrecht auf einem Stuhl weit nach vorn. Legen Sie beide Hände übereinander an Ihr Brustbein, sodass sich die Finger berühren. Den linken Fuß setzen Sie mit der ganzen Sohle flach nach vorn, den rechten auf die Fußspitze nach hinten. Spannen Sie Ihre Bauchmuskeln an.

Stehen Sie nun ohne dass die Finger sich voneinander wegbewegen auf und setzen Sie sich anschließend wieder hin. Wiederholen Sie die Übung anfangs fünfmal. Dann wechseln Sie die Fußstellung: Der rechte Fuß ist vorn und der linke hinten. Noch einmal fünf Wiederholungen. Die Anzahl der Wiederholungen steigern Sie langsam aber kontinuierlich (z. B. um jeweils eine Wiederholung pro Woche).

Übung 2: Bein abspreizen

Effekt: stärkt besonders die seitliche Gesäßmuskulatur (die beckenstabilisierenden Muskeln)

Durchführung: Stellen Sie sich aufrecht hinter die Stuhllehne. Ihre Arme sind fast ausgestreckt, die Hände liegen locker auf der Stuhllehne. Ihre Beine stehen hüftbreit, beide Kniegelenke sind leicht gebeugt. Spreizen Sie nun Ihr rechtes Bein langsam und ohne Schwung nach hinten-außen ab und führen Sie es genauso langsam wieder zurück.

Achten Sie darauf, dass die rechte Fußspitze stets nach vorne-innen zeigt. Nach zehn Wiederholungen wechseln Sie die Seite. Danach wiederholen Sie die Übung zehnmal mit dem linken Bein. Insgesamt zwei Serien.

Übung 3: Hüfte strecken

Effekt: stärkt besonders die Muskulatur der Beinrückseite, des Gesäßes und unteren Rückens

Durchführung: Stellen Sie sich aufrecht hinter die Stuhllehne. Ihre Arme sind fast ausgestreckt, die Hände liegen locker auf der Stuhllehne. Ihre Beine stehen hüftbreit, das linke Standbein ist im Knie leicht gebeugt. Sie bewegen Ihr rechtes Bein langsam gestreckt nach hinten, führen also eine Streckung des Hüftgelenks aus.

Ihr Oberkörper und das Standbein bewegen sich dabei nicht mit. Achten Sie darauf, die Bauchmuskulatur bewusst anzuspannen, um Bewegungen des Beckens zu verhindern. Nach zehn Wiederholungen wechseln Sie die Seite. Wiederholen Sie die Übung mit dem linken Bein ebenfalls zehnmal. Insgesamt zwei Serien.

Übung 4: Stütz rücklings an der Armlehne

Effekt: kräftigt besonders die Oberarmrückseite (Trizepsmuskel)

Durchführung: Setzen Sie sich aufrecht auf den Stuhl, wiederum auf den vorderen Teil der Sitzfläche. Ihre Füße stehen fest und mit der ganzen Sohle auf dem Boden. Sie stützen sich mit beiden Händen auf die Armlehnen des Stuhls. Stemmen Sie sich nun mit Kraft nach oben:

Ihre Hände drücken gegen die Armlehnen, dadurch lösen sich automatisch Ihr Gesäß und Ihre Oberschenkel von der Sitzfläche. Die Kraft kommt aus Ihren Armen, nicht aus Ihren Beinen. Am Ende der Aufwärtsbewegung sind Ihre Ellbogen vollständig gestreckt. Anschließend senken Sie Ihren Rumpf wieder langsam ab bis in den Sitz (nicht plumpsen lassen). Drei Durchgänge à zehn Wiederholungen.

Übung 5: Hintere Brücke auf dem Boden

Der Effekt: stärkt Rücken-, Becken- und Oberschenkelmuskulatur sowie den Beckenboden

Durchführung: Der Stuhl hat jetzt ausgedient. Legen Sie sich mit angewinkelten Knien auf den Rücken. Ihre Fußsohlen berühren vollständig den Boden, die Arme befinden sich flach neben Ihrem Oberkörper.

Spannen Sie Ihre Bauchmuskulatur an und heben Sie nun langsam Ihr Becken, bis Ihr Oberkörper eine gerade Linie mit den Oberschenkeln bildet. Halten Sie diese Brücke drei Sekunden lang, kehren Sie dann langsam in die Ausgangslage zurück. Zählen Sie „anheben eins-zwei-drei und halten eins-zwei-drei, absenken eins-zwei-drei“. 10 bis 20 Wiederholungen.

Rumpfneigen fördert Ihre Beweglichkeit!

Effekt: Das einfache Vornüberneigen (Rumpfinklination) löst vor allem verspannte hintere Oberschenkel- und Rückenmuskeln. Verspannen können sie sich durch langes Sitzen (z. B. Auto, Schreibtisch, Couch), insbesondere wenn im höheren Alter der Kraftverlust immer stärker spürbar wird. Die mit der Übung eintretende Entspannung macht sie zu einem hervorragenden abendlichen Ritual.

Durchführung: Stellen Sie einen Stuhl mit der Rückenlehne fest gegen eine Wand. Ihre Beine stehen hüftbreit auseinander und sind im Knie gestreckt. Atmen Sie tief und ruhig. Beugen Sie beim Ausatmen Ihren Rumpf langsam nach vorn; Ihre Kniegelenke bleiben gestreckt und Ihre Hände ruhen auf der Oberkante der Rückenlehne.

Versuchen Sie, Ihren Oberkörper in eine waagerechte Position zu bringen. Das Gewicht fangen Sie mit den Armen ab. Halten Sie die Dehnung etwa 30 Sekunden lang und atmen Sie tief und langsam ein und aus. Bei jedem Ausatmen senken Sie Ihren Brustkorb ein wenig tiefer. Dann kehren Sie langsam in die aufrechte Position zurück. Führen Sie die Dehnübung zweimal durch.

Engagement im Alter: Warum Ehrenämter die Gesundheit stärken

Laut Angabe des Bundesfamilienministeriums setzt sich in Deutschland jeder Dritte ehrenamtlich für andere Menschen ein. Vor allem bei den Senioren ist die Anzahl der ehrenamtlich Tätigen in den letzten Jahren deutlich größer geworden.

So ist bei den über 65-Jährigen in den letzten zehn Jahren die Quote der Ehrenamtlichen um 5 Prozent angestiegen. Die Bereiche, in denen sich die Senioren engagieren, sind dabei sehr unterschiedlich.

Beispiele für ein Ehrenamt

  • Laienrichter oder Schöffe
  • Patientenbetreuung im Krankenhaus („Grüne Damen und Herren“)
  • Mitarbeit bei Hilfsorganisationen (z. B. Rotes Kreuz, Feuerwehr)
  • Betreuung und Training in Sportvereinen
  • Tätigkeit in religiösen Gemeinden
  • Leselernhelfer in Grundschulen
  • Helfer beim Blutspendedienst
  • Besucher in Alten- und Pflegeheimen

Welche Tätigkeit die Senioren für ihr ehrenamtliches Engagement wählen, ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist dabei vielmehr das Gefühl, gebraucht zu werden. Das schlägt sich auch in der eigenen Gesundheit nieder, denn es führt zu mehr Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden.

Mit einem Ehrenamt lebt man länger

Schon vor mehreren Jahren konnte eine Langzeitstudie der Universität Michigan (USA) belegen, dass ein ehrenamtliches Engagement lebensverlängernd wirkt. Die Forscher hatten für ihre Untersuchung über 1.200 ältere Menschen zehn Jahre lang beobachtet. 35 Prozent der Probanden waren regelmäßig ehrenamtlich tätig.

Nach Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass die Ehrenamtlichen eine geringere Wahrscheinlichkeit hatten, in den nächsten siebeneinhalb Jahren zu sterben, als die nicht sozial Tätigen.

Der Studienleiter meinte zu diesem Ergebnis, dass die Studie eindeutig zeige, dass diefreiwillige Tätigkeit und nicht eine gesündere Lebensweise den lebensverlängernden Effekt habe.

Ehrenämter schützen vor Einsamkeit im Alter

Nicht selten ist Einsamkeit ein großes Thema im Seniorenalter. Dass ein Ehrenamt wirkungsvoll davor schützen kann, zeigte eine vom Niedersächsischen Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie der Universität Osnabrück. Die Forscher hatten 169 ehrenamtlich aktive Probanden mittels Fragebögen analysiert.

Das Ergebnis war erstaunlich: Keine einzige der Testpersonen fühlte sich einsam. Das deckt sich auch mit der Langzeitstudie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gemeinsam mit Kollegen aus Australien und den Niederlanden durchgeführt hat.

Über 25 Jahre lang hatten die Wissenschaftler die Zufriedenheit der Bundesbürger verfolgt. Dabei fanden sie heraus, dass nicht die Menschen am glücklichsten waren, die beruflichen oder materiellen Erfolg anstrebten. Die Glücklichsten waren vielmehr diejenigen, die sich gemeinnützig oder in der Familie engagiert hatten.

Wie viel Engagement darf’s denn sein?

Die Datenlage scheint eindeutig zu sein: Ehrenamtliche Tätigkeit ist gesund. Doch dass auch hier die Dosis das Gift machen kann, bewies eine Studie der Universität von Exeter (Großbritannien). Psychologen hatten 40 Veröffentlichungen zum Thema Ehrenamt und Gesundheit ausgewertet.

Dabei zeigte sich, dass ehrenamtlich Tätige seltener an Depressionen erkranken, zufriedener sind und sich generell wohler fühlen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass für die seelische Gesundheit gelegentliche freiwillige Einsätze zuträglicher sind als ein übermäßiges Engagement.

Nimmt die freiwillige Arbeitzu viel Raum ein, kann leicht Überlastung die Folge sein und die ehemals erfreuliche Tätigkeit wird zur Last. Schnuppern Sie doch einmal in eine ehrenamtliche Tätigkeit hinein. Doch übertreiben Sie Ihren Einsatz nicht. Dann kann das freiwillige Helfen Ihr Leben durchaus bereichern.

Gleichgewichtstraining: Die besten Übungen für zu Hause

Vor allem ältere Menschen profitieren von einem Koordinations- und Gleichgewichtstraining. Dieses bringt auch positive Effekte für Ihre Gehirngesundheit mit sind. Dies sind die die leichtesten Übungen für zu Hause – zusammengestellt von der Krankenkasse DAK:

  • Balancieren im Alltag: Gerade im täglichen Leben bieten sich immer wieder Situationen, die Sie zu einem möglichst langen oder auch schnellen Balancieren herausfordern. Dies kann das Gehen auf Fugen von Fliesen oder Pflastersteinen sein, aber auch das Balancieren auf  Baumstämmen, Absätzen und Sockeln zwischen Türen, auf anderen leichten Erhöhungen. Eine weitere Herausforderung: Treppensteigen ohne Geländer oder Schuhe im Stehen anziehen.
  • Blätterfangen: Nehmen Sie sich ein Blatt Papier oder ein Blatt eines Baumes. Dieses werfen Sie in die Luft und versuchen, es wieder zu fangen.
  • Einbein-, Fersen- und Zehenspitzenstand im Alltag: Nutzen Sie die zahlreichen Situationen Ihres Alltags dazu, sich auf ein Bein oder Zehenspitzen und Fersen zu stellen.

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