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Eisbaden nur für Hartgesottene?

Für die einen sind sie verrückt, für die anderen mutig – in Deutschland trauen sich jährlich 2.000 bis 3.000 passionierte Eisbader bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in das ganz kalte Nass. Besonders gern treffen sich die hart gesottenen Badelustigen an der Ost- und Nordsee zum Adventsschwimmen, Silvesterspektakel oder Anbaden am Neujahrstag.

Regelmäßiges Eisbaden oder Winterschwimmen bei Wassertemperaturen unter 15 Grad Celsius ist eine Wohltat für Körper und Seele und härtet ab: „Der starke Kältereiz kurbelt die Wärmeproduktion im Körper an und verbessert die Blutzirkulation“, erläutert Dr. Waltraud Pfarrer, Allgemeinärztin bei der DAK. Wissenschaftler haben zudem festgestellt, dass Winterschwimmen das Immunsystem stärkt und die Widerstandskraft gegen Krankheitserreger erhöht. So leiden Winterschwimmer beispielsweise seltener unter den in der kalten Jahreszeit weit verbreiteten Atemwegsinfektionen. Sogar Rheuma- und Asthmabeschwerden sollen sich bessern. Und auch die Psyche profitiert vom befriedigenden Gefühl, „es geschafft zu haben“.

Doch Vorsicht: Wenn Sie erstmals in das eisige Wasser steigen möchten, sollten Sie sich gut vorbereiten und trainieren. Beginnen Sie zunächst mit Wechselduschen und am besten bereits im Herbst mit dem Baden im allmählich kälter werdenden Wasser zu beginnen. Bei Frost sollten Anfänger nur ein paar Sekunden im Eiswasser bleiben, besonders Abgehärtete vertragen die Kälte auch einige Minuten.

Ihr Kopf sollte prinzipiell nicht untertauchen. Auch Hände und Füße verlieren schnell Wärme – die Hände sollten Eisbader in die Luft halten, für die Füße gibt es Neoprensocken. Und danach heißt es: sofort warm anziehen und ausruhen, der Körper muss sich regenerieren. Wenn Sie allerdings gesundheitlich angeschlagen oder herzkrank ist, sollte seinen Arzt konsultieren bevor er sich ins kalte Wasser wagt.

Wenn Ihnen Eisbaden zu gewagt ist, gönnen Sie sich wenigstens regelmäßig Wechselduschen:

  • Beginnen Sie mit der warmen Dusche.
  • Danach kommt die kalte Dusche: vom rechten Fuß aufsteigend bis zur Hüfte, vom linken Fuß bis zur Hüfte, linke Hand bis zur Schulter, rechte Hand bis zur Schulter, zum Schluss Bauch und Rücken kurz „abschrecken“
  • Ingesamt dreimal warm und dreimal kalt im Wechsel
  • Der gesundheitlicher Effekt tritt ab dreimal pro Woche ein, optimal ist einmal wechselduschen täglich.
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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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