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Pilates-Übungen

„Nach zehn Übungsstunden werden Sie sich besser fühlen, nach 20 Stunden besser aussehen und nach 30 Stunden einen komplett neuen Körper haben.“ Das ist natürlich reichlich übertrieben.

Aber in der Tendenz hatte Joseph H.Pilates (1880-1967), der Erfinder der so genannten Pilates-Methode, mit seinem Werbeslogan schon Recht: Wer dreimal pro Woche gewissenhaft übt, kann tatsächlich seine Muskeln gezielt aufbauen und damit nicht nur Rückenschmerzen erfolgreich bekämpfen, sondern krankhaftem Knochenschwund und Gelenkabbau zuverlässig vorbeugen. Und obendrein befreit Sie dasseelisch ausgleichende Training auch von Stress und dadurch bedingten schmerzhaften Muskelverspannungen. Unser kleiner Schnupperkurs für zu Hause zeigt Ihnen, wie einfach das geht.

Die Übungen dienen nicht nur der Fitness

Pilates, der in der Nähe von Düsseldorf zur Welt kam, hatte bereits alsZehnjähriger mit täglicher Gymnastik begonnen. Schon fünf Jahre später hatte er sich eineso perfekte Muskulatur antrainiert, dass er als anatomisches Modell für Kunststudenten gefragt war. Später arbeitete Pilates in England als Boxlehrer, wurde jedoch als deutscher Staatsbürger mit Beginn des Ersten Weltkrieges interniert. Während dieser Zeit entwickelte er die Grundzüge seines Trainings, das nicht nur eine perfekte Körperhaltung ermöglichen, sondern die gesamte körperliche und geistig-seelische Gesundheit stärken sollte.

Schnell stellte sich heraus, dass die Übungen nicht nur einer ganzen Reihe von Erkrankungen vorbeugen, sondern sogar heilsam wirken. Zudem sind sie bestens als Aufwärm- und Ausgleichstraining bei allen Ausdauersportarten geeignet.

Bei diesen Beschwerden hat sich das Pilates-Training bewährt:

  • Muskelschwäche und dadurch bedingter erhöhter Sturzgefahr
  • schmerzhafte Muskelverspannungen, z. B. im Nacken
  • Arthrose der Wirbelsäule, der Schulter-, Hüft- und Kniegelenke
  • Osteoporose
  • Fehlhaltungen, z. B. durch langes Sitzen
  • Stresskopfschmerzen

Natürlich unterstützen die Pilates-Übungen Sie auch beim Abnehmen.

Brustkorb,Wirbelsäule und Becken werden gezielt gestärkt

Pilates ging davon aus, dass eine kräftige Stützmuskulatur, automatisch eine gesunde Körperhaltung und Stärkung des gesamten Organismus nach sich zieht. Die langjährigen Erfahrungen mit seiner Methode geben ihm Recht, obwohl große Studien dazu bislang nicht vorliegen.

Körper im Lot

Bei den Pilates-Übungen sollten der Brustkorb mit den Schultern (= Pilates-Box) und die Körpermitte (= Powerhouse) stets symmetrisch ausgerichtet sein.

Diese Körperbereiche stehen im Zentrum des Pilates-Trainings:

  1. Die Pilates-Box aus Schultergürtel und Brustkorb stellt das Zentrum der Atmung dar.
  2. Die Wirbelsäule bildet den Stützstab des Skelettes.
  3. Das Powerhouse (engl. Kraftwerk) umfasst die tiefen Rücken-,die schrägen Bauch- und die Beckenbodenmuskeln.

Für das Training der drei Bereiche erarbeitete Pilates äußerst präzise Trainingsanweisungen.

Das Wichtigste des Trainings sind fließende Bewegungen

1925 eröffnete der mittlerweile in die USA ausgewanderte Pilates in NewYork ein Trainingsstudio, das sich schnell großen Zulaufs erfreute. Gemeinsam mit seiner Frau Clara, einer Krankenschwester, verbesserte er sein Training, übernahm Bewegungsabläufe, Atem- und Entspannungstechniken aus fernöstlichen Verfahren wie Yoga, Tai Chi und Zen sowie dem klassischen Ballett. Zudem konstruierte er zahlreiche Geräte fürspezielle Kraftübungen. Bis zu seinem Tod im Alter von 87 Jahren hatte der Autodidakt rund 500 Übungen entwickelt, die alle den 5 Grundregeln der Pilates-Methode folgen.

Das sind die 5 Grundregeln der Pilates-Methode:

  1. Symmetrie: Achten Sie stets darauf, dass Box, Wirbelsäule und Powerhouse absolut symmetrisch zu einander ausgerichtet sind.
  2. Konzentration: Führen Sie jede Bewegung mit höchster Aufmerksamkeit aus.
  3. Kontrolle: Überprüfen Sie auch die kleinste Bewegung auf eine präzise Ausführung.
  4. Atmung: Atmen Sie ruhig und gleichmäßig durch die Nase ein und durch den Mund aus.
  5. Fließende Bewegung: Passen Sie Ihre Bewegungen dem Rhythmus Ihrer Atmung an und vermeiden Sie abrupte Wechsel.

Nach so viel Theorie haben wir jetzt für Sie einen kleinen Schnupperkurs mit einigen Grundübungen zusammengestellt. Sie werden schnell feststellen, dass Sie sich tatsächlich schon nach wenigen Übungseinheiten beweglicher fühlen. Wenn Sie allerdings tiefer in das Training einsteigen wollen, sollten Sie einen Kurs bei einem versierten Pilates-Trainer besuchen.

N&G rät Ihnen: Da die Bezeichnung „Pilates-Trainer“rechtlich nicht geschützt ist, kann sich praktisch Jeder Pilates-Lehrer nennen. Begeben Sie sich nur in die Hände von Physiotherapeuten, Sportlehrern und Fitnesstrainern mit einer fundierten Ausbildung nach den Richtlinien des Deutschen Pilates-Verbands.

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