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Taoistische Heilkunde: Schöpfen Sie neue Lebensenergie aus meditativer Bewegung

Die aus China stammende Lebensphilosophie des Taoismus ist etwa 8.000 Jahre alt. „Tao“ wird in der chinesischen Mythologie das „Unergründliche“ genannt, das in allem wirkt. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei auch eine besondere Heilkunst, die sich auf Körperübungen, Meditation und besondere Massagetechniken stützt. Bisher sind die meisten Techniken bei uns wenig bekannt. Vollkommen zu Unrecht, wie Sie in diesem Beitrag lesen werden. Denn die taoistische Heilkunde hält Ihren Körper beweglich und kann Ihnen beispielsweise bei Osteoporose, Gelenkschmerzen und Rückenbeschwerden helfen. Auch die Psyche profitiert, weil innere Spannungen und Stress abgebaut werden. Gerade jetzt im Winter, wo die meisten Menschen sich in ihre eigenen vier Wände zurückziehen und sich kaum bewegen, können Sie daher mit taoistischen Verfahren viel für Ihre Gesundheit tun.

Ob Akupunktur oder Feng Shui: der Ursprung liegt im Taoismus

Die geringe Verbreitung der taoistischen Heilkunde mag damit zusammenhängen, dass die traditionellen taoistischen Meister ihr Wissen nur im Einzelunterricht und nie an Fremde weitergaben. Lediglich in Einzelbereichen fließen taoistische Vorstellungen auch in die westliche Medizin ein. Therapien wie Akupunktur, Akupressur, Shiatsu, Rolfing oder Feldenkrais wurden durch sie geprägt. Auch das bei uns immer beliebtere Feng Shui – die Lehre der harmonischen Raumgestaltung – ist eine taoistische Kunst. Eines der bekanntesten Elemente der taoistischen Heilkunst ist das Tai Chi. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Techniken, die wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Die 3 Grundelemente: Bewegung, Meditation und Massage

Tai Chi, auch Tai Chi Chuan genannt, war ursprünglich eine Kampfkunst. Heute ist es ein „Schattenboxen“ mit fließenden, fast tänzerischen Übungen. „Geschmeidig wie ein Kind, robust wie ein Holzfäller und weise wie ein Alter“, so beschreibt ein chinesisches Sprichwort die Ziele des Tai Chi. Es fördert Konzentration und Ausdauer sowie Atem- und Kreislauffunktion.

Qi Gong kann mit „Arbeit an der Lebensenergie“ übersetzt werden; es besteht aus speziellen Atemtechniken, Meditation und Bewegungsformen. Damit werden vor allem die Muskulatur und die Lebenskraft gestärkt.

Tao Yin ist das Yoga der Taoisten und bedeutet „Energie lenken“. Es kann sowohl bei emotional bedingten Blockaden als auch bei körperlichen Verletzungen helfen. Allgemein fördert es die Beweglichkeit und bessert die Elastizität von Bändern und Sehnen. Das „heilende Tao“ wurde von dem chinesischen Tao-Lehrer Mantak Chia entwickelt. Dazu gehören unter anderem das „Innere Lächeln“ oder die „Sechs heilenden Laute“. Hier stehen die allgemeine Körperenergie und das Wohlbefinden im Mittelpunkt, die gezielt mobilisiert und erweitert werden.

Die Übungen aktivieren den Energiefluss im Körper

Alle genannten Tao-Übungsverfahren können als Meditation in Bewegung angesehen werden. Kernstück ist die Vorstellung eines „Chi“ oder „Qi“. Das ist die Lebensenergie, die auf bestimmten Bahnen (den Meridianen) durch den ganzen Körper fließen soll. Ziel aller Übungen ist es, den Qi-Energiefluss zu aktivieren, bewusst zu lenken, zu verteilen und im Tan Tien zu speichern. Das geschieht mit langsamen und bewussten Bewegungen. Passend dazu wird der Atem gesteuert und die Vorstellungskraft geschult. Wichtig ist auch das Hineinfühlen in sich selbst. Beispielsweise sollten Sie nachspüren, ob alle Punkte Ihrer Fußsohle den Boden berühren oder ob Sie ein Bein stärker belasten als das andere. Alles zusammen führt dazu, dass Sie Ihre Aktionen und Reaktionen ganz bewusst und kontrolliert als Einheit erleben.

Spezielle Techniken: Fußmassage und „Knochenatmung“

Hervorgebracht hat der Taoismus auch eine besondere Form der Massage. Die Tao-Fußmassage lässt Sie „wie auf Wolken schweben“. Sie beinhaltet neben einer Druckpunktmassage der wichtigsten Reflexpunkte an der Fußsohle eine spezielle Massage mit Ölen, die bis zum Kniebereich hinaufreicht. Das hat einen sehr entspannenden Effekt.

Gegen diese Beschwerden hat sich eine taoistische Fußmassage bewährt:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen im Rückenbereich Schulterschmerzen
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit

Andere Tao-Techniken sprechen z. B. das Knochengerüst an. Sie eignen sich daher zur Behandlung und Vorbeugung der Osteoporose. Hier wird durch spezielle Yoga-Übungen die „Knochenatmung“ aktiviert. Weitere Tao-Yoga-Techniken werden erfolgreich gegen das prämenstruelle Syndrom (PMS) eingesetzt. Wieder andere sollen für ein befriedigenderes Sexualleben von Mann und Frau sorgen.

Studien bestätigen den Erfolg

Mehrere aktuelle, in Fachzeitschriften veröffentlichte Studien belegen die positiven Wirkungen taoistischer Heilverfahren.

Diese Tao-Wirkungen sind gut untersucht:

  • bessere Gleichgewichtskontrolle und Körperhaltung
  • Vorbeugen von Stürzen bei älteren Menschen
  • Vorbeugung vor Osteoporose
  • Verbesserung der Leistung von Herz und Lunge
  • Linderung verspannungsbedingter Rückenschmerzen
  • Linderung von Depressionen, Stressabbau

Als ein Beispiel für die Wirkung auf den Bewegungsapparat sei eine Studie der Chinesischen Universität in Hongkong aus dem Jahr 2002 genannt: Hier fanden Wissenschaftler heraus, dass regelmäßiges Tai Chi den Knochenabbau bei Frauen nach den Wechseljahren verzögern kann. Das Tai-Chi-Training verbesserte die Knochendichte der Frauen in der Lendenwirbelsäule, im Oberschenkelhals und im unteren Schienbein um 10 bis 15 %.

Gelenke und Sehnen bleiben beweglich

Allgemein verhelfen Ihnen taoistische Übungen zu einem guten Körpergefühl. Alle Gelenke, Sehnen und Muskeln kommen in Bewegung und werden gleichmäßig gekräftigt. Ohne große Anstrengung wird Ihr Körper sanft trainiert – deshalb können die Übungen bis ins hohe Alter erlernt werden. Nicht zuletzt können Sie die aktivierte Lebensenergie zur Bewältigung von Alltagsproblemen und Überwindung negativer Gefühle nutzen. Damit Sie die Bewegungsabläufe richtig ausführen, sollten Sie taoistische Heilmethoden am besten von einem erfahrenen Lehrer erlernen. Kurse dazu gibt es an Volkshochschulen oder in speziellen Tao-Zentren. Dabei ist die Freude am Üben das Wichtigste, weniger das verbissene Trainieren von Techniken! Wenn Sie akut erkrankt sind, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, ob Sie die Übungen gefahrlos durchführen können.

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