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Meine fünf besten Tipps, wie Sie erfolgreich zur Ruhe kommen

von Sylvia Schneider

Erstens: Machen Sie so oft es geht Pause.

Gönnen Sie sich mehr Zeiten, in denen Sie gar nichts tun. Plagen Sie sich deswegen nicht mit schlechtem Gewissen herum, schalten Sie wirklich ab und bringen Sie Ihren „inneren Antreiber“ mal für eine Zeit zum Schweigen. Sie sind nachher umso fitter und erledigen Ihre Arbeit umso schneller. Vor allem Ihre Seele möchte in einem natürlichen Rhythmus pendeln. Lassen Sie Ihr Zeit, mit Ihnen Schritt zu halten und Erlebnisse zu verarbeiten. Wenn Sie zum Beispiel aus dem Kino kommen, gehen Sie nicht gleich zum nächsten Event über. Denken Sie ruhig noch eine Weile über die Stimmung des Films nach und lassen sie nachklingen.

Beobachten Sie die Wolken, den Schnee, den Regen, den Tanz der Blätter im Wind. Schauen Sie sich ruhende, sich wohlig räkelnde Tiere an und machen Sie sich deren genüsslichen Müßiggang ebenfalls zu eigen.

Zweitens: Analysieren Sie, in welchen Lebensbereichen Sie sich besonders unter Druck fühlen.

Sie haben sich zuviel vorgenommen? Lässt sich da etwas umfunktionieren, etwas ändern oder delegieren? Versuchen Sie den Moment festzuhalten, in dem Ihnen bewusst wird, dass Sie mit Ihrer Zeit nicht pfleglich umgegangen sind. Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken, warum Sie Dinge zugesagt haben, die Ihnen eigentlich zu viel sind. Immer und überall perfekt sein zu wollen, ist ein unmenschlicher Anspruch. Sie dürfen ruhig auch mal faul, unpünktlich oder unordentlich sein. Sehen Sie sich das nach!

Wenn Sie etwas ändern oder reduzieren, stopfen Sie die Zeit, die Sie gewinnen, nicht mit neuen Aufgaben voll. Machen Sie abends keine Termine mehr, wenn Sie müde sind und lieber zu Hause ausruhen möchten. Sagen Sie private Termine einfach ab, wenn es Ihnen zuviel wird.

Drittens: Versuchen Sie zu ergründen, welcher Rhythmus Ihnen am besten liegt und verändern Sie Ihren Tagesablauf entsprechend.

Versuchen Sie, Ihren Tagesablauf – sofern möglich – so eng wie möglich an den natürlichen Tagesablauf anzupassen. Das heißt, tagsüber wach sein und nachts schlafen. Arbeiten Sie morgens die wichtigen Dinge ab, wenn Kopf und Körper in Hochform sind.

Achten Sie im Laufe des Tages darauf, wo Sie Höhen und Tiefen spüren, wann Sie sich entspannt fühlen, wann Sie müde werden, wann Sie besonders munter sind und ob Sie sich in den verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich fühlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend schlafen. Gehen Sie auf jeden Fall deutlich vor 24 Uhr ins Bett.

Um Ihre Rhythmen besser zu spüren, sollten Sie Ihre Ernährung jahreszeitlich ausrichten. Versuchen Sie so oft wie möglich das auf den Tisch zu bringen, was gerade Saison hat. So können Sie sich wieder auf die ersten frischen heimischen Erdbeeren freuen, auf den ersten Nachtfrost-Grünkohl oder die ersten neuen Kartoffeln. Schon solche kleinen Maßnahmen binden Sie wieder ein in die Rhythmen der Natur, die Ihnen im Blut liegen.

Geben Sie Ihrem Tag Orientierungsmarken, indem sie bestimmte Rituale schaffen. Läuten Sie beispielsweise bewusst den Feierabend ein, indem Sie sich zunächst richtig von Ihrer Arbeit verabschieden. Dann gehen Sie vielleicht ein wenig spazieren, trinken einen Tee, genehmigen sich eine ruhige Lesestunde oder nehmen sich Zeit für die Familie.

Nehmen Sie sich Zeit über den Tag nachzudenken. Vielleicht mögen Sie ein Tagebuch führen, indem Sie Ihren Tagesablauf und Ihre Gedanken dazu notieren.

Viertens: Versuchen Sie möglichst immer nur eine Sache zur Zeit zu tun.

Wenn Sie einen Berg von Arbeit vor sich haben – was sich ja auch nicht immer vermeiden lässt – zerteilen Sie ihn in kleine Häppchen. Machen Sie sich eine Liste und haken Sie ab, was Sie geschafft haben. Das verschafft Ihnen kleine Erfolgserlebnisse.

Notieren Sie sich für ein paar Tage lang alles, was Sie tun – auch wann Sie was im Fernsehen gesehen haben, wann Sie was gelesen haben und wann Sie mit wem telefoniert haben. Dann streichen Sie, was Sie im Nachhinein für überflüssig halten. Das kommt nun zukünftig auf Ihre „Abschussliste“.

Lernen Sie Zeitlöcher zwischen zwei Aktivitäten zu erkennen und sie bewusst für sich zu nutzen. Es gibt mehr Zeitlöcher als Sie denken: Wenn Sie an der Ampel stehen, wenn Sie beim Frisör sitzen, wenn Sie am Kopierer stehen oder mit der Bahn fahren, können Sie Ihre Gedanken auf die Reise schicken. Halten Sie bewusst inne. Lassen Sie Ihre freie Zeit unverplant.

Fünftens: Tun Sie ungewöhnliche Dinge.

Halten Sie Ausschau nach Möglichkeiten, bei denen Sie warten müssen und vor sich hin träumen können. Stellen Sie sich beispielsweise nicht in die kürzeste, sondern in die längste Schlange vor einer Kasse. Gehen Sie viel zu früh auf den Bahnhof, seien Sie beim Fliegen überpunktlich. Wirkliche Zeit ist nutzlos, sinnlos ist sie indes nicht.

Wenn es Ihr Problem ist, dass Sie immer zu spät kommen, stellen Sie sich alle Uhren zehn bis fünfzehn Minuten vor. Beobachten Sie mal, was Sie in den Minuten machen, die dafür verantwortlich sind, dass Sie zu spät kommen. Sind diese Tätigkeiten wirklich unverzichtbar? Nicht aufschiebbar? Richten Sie sich innerlich darauf ein, dass Sie eine halbe Stunde vor dem Termin da sein wollen. Genießen Sie das Gefühl, mal nicht gehetzt zu sein. Und machen Sie sich klar: Zu früh oder wenigstens rechtzeitig zu kommen, ist nicht spießig. Die echten Spießer sind die, die glauben, es sei cool, unpünktlich zu sein.

Lassen Sie so oft wie möglich, Ihre technischen Geräte ausgeschaltet. Machen Sie mit den Leuten, mit denen Sie sprechen müssen, bestimmte Zeiten aus, an denen Sie erreichbar sind. Abends mit der Familie oder Ihren Freunden sollten Sie sich Ruhestunden gönnen. Jedes unerwartete Klingeln lässt nämlich Stresshormone ins Blut schießen. Das ist Ihrer Gesundheit und Lebensqualität abträglich.

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