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Fitness-Studio - Ihre mögliche Option in Sachen professionelles Training

Junger Mann mit Hanteln© Christoph Hähnel – Fotolia

Finden Sie das zu Ihnen passende Fitness-Studio

In der kälteren Jahreszeit ist Sport im Freien nicht mehr so angenehm wie im Sommer. Als Alternative bietet sich da das Training im Fitness-Studio an. Aber welches ist geeignet? Es gibt einige Punkte, auf die Sie neben dem äußeren Eindruck, den das Studio auf Sie macht, unbedingt achten sollten. Längst sind Fitness-Studios nicht mehr die Domäne der „Muskelmänner“. Immer mehr Sportwillige geben als Trainingsziele körperliche Fitness, Figurtraining und Gesundheit an.

Viele Studios haben deshalb ihr Repertoire um vielseitige Angebote wie Aerobic, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren und Massagen erweitert und sprechen mit speziellen Programmen verschiedene Altersgruppen gezielt an.

Achten Sie auf geprüfte Qualität!

Die Geräte des Studios sollten den Bestimmungen des TÜV für gesundheitsorientierte Fitness-Anlagen genügen und das TÜV-Prüfsiegel tragen. Eine zusätzliche Orientierungshilfe bieten Gütesiegel wie beispielsweise das Fitnesszentrum-Gütezeichen des RAL-Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.

Dieses Gütesiegel ist bisher das einzige innerhalb der Fitnessbranche, das von einer neutralen, nicht kommerziellen Institution verliehen und überwacht wird. Die Kriterien, die zum Erlangen des Gütesiegels notwendig sind, sind sehr umfangreich und beziehen sich unter anderem auf die Qualität des Trainerpersonals, die individuelle Trainingsplanung und Steuerung sowie die Hochwertigkeit des Geräteparks. Alternativ zu einem solchen Gütesiegel und wenn insbesondere die Behandlung von gesundheitlichen Problemen im Vordergrund, sollten Sie auf das DVSF-Siegel (Deutscher Verband der Sportärzte in Sport-, Fitness- und Freizeitanlagen e. V.) achten.

Fitness-Studio: 9 Kriterien

Ob ein Fitness-Studio gut ist, lässt sich nicht nur am Programm und der fachlichen Betreuung erkennen; auch die Atmosphäre ist wichtig.

1. Der Vertrag

Ein gutes Studio bietet vor Vertragsabschluss ein kostenloses Probetrainingan. Dies sollte aber nicht nur auf einen Tag beschränkt sein, sondern mehrere Einheiten umfassen. Falls doch Kosten dafür anfallen, sollten diese bei einem späteren Vertrag verrechnet werden können. Achten Sie vor Abschluss auf die Laufzeit, die Höhe des Beitrages und die Kündigungsfristen und Kündigungsbedingungen. Denn schließlich müssen Sie auch Ausfälle, zum Beispiel durch Krankheitszeiten oder einen Umzug, mit einkalkulieren können.

2. Der Fitness-Check

Bevor Sie auf die Geräte losgelassen werden, sollte Ihr Studio Ihre körperliche Leistungsfähigkeitüberprüfen. Ihr Trainer sollte Sie nach Krankheiten und Verletzungen fragen. Wichtig ist, dass für Sie danach ein spezielles Trainingsprogramm ausgearbeitet wird, mit dem sich Ihre Fortschritte messen lassen.

3. Das Personal

Die Qualifikation des Leitungs- und Trainingspersonals ist besonders wichtig für Ihre Betreuung. Fitness-Trainer kann sich jeder nennen. Ihr zukünftiger Trainer sollte deshalb eine fundierte Ausbildunghaben. Anerkannte Lizenzen und Diplome sind: Achten Sie darauf, dass das Personal einen der folgenden Abschlüsse im Bewegungsbereich hat:

  • Diplom-Sportlehrer
  • Sportphysiotherapeut
  • Fitnesstrainer-A-Lizenz
  • Fitnesstrainer-B-Lizenz
  • Lehrer für Fitness
  • Fitnessfachwirt
  • Fachwirt für Prävention und Gesundheitsförderung
  • Lizenztrainer nach den Richtlinien des DSSV (Deutscher Sportstudioverband), DVGS (Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie) oder DFLV (Deutsche Fitness-Lehrer-Vereinigung).

Kursleiter sollten ebenfalls Lizenzen vorweisen können, etwa von der Internationalen Fitness und Aerobic Akademie, der Deutschen Aerobic Akademie oder dem Deutschen Fitness und Aerobic Verband.

4. Hygiene- und Platzverhältnisse

Achten Sie darauf, dass die Umkleidekabinen über ausreichend verschließbare Schränke verfügen. Diese sollten genügend Platz für Ihre Wertsachen und Ihre Tasche habe. Die Benutzung eines Handtuchesbeim Training, um Schweiß auf den Geräten zu vermeiden, sollte Standard sein.

5. Herz-Kreislauf-Training

Der Cardio-Park (Bereich für das Herz-Kreislauf-Training) sollte mit möglichst vielen unterschiedlichen Gerätenausgestattet sein. Neben Rudergeräten und Laufbändern gehören auch Crosstrainer und Stepper mittlerweile zum Standardangebot eines guten Studios. An den Maschinen sollten auch integrierte Pulsmesser vorhanden sein.

6. Die Geräte

Von der Qualität und Anzahl der Kraftgeräte hängt der Erfolg Ihres Trainings entscheidend ab. Achten Sie darauf, dass gängige Gerätewie Lastzug, Beinpresse oder Butterfly mehrfachvorhanden sind – sonst gibt es unter Umständen Wartezeiten beim Training. Außerdem wichtig: Leichtgängigkeit, individuelles Einstellen und Dosierbarkeit der Geräte. Freie Hanteln sind Pflicht für die Ausstattung eines Studios.

7. Wellness

Eine Sauna, eventuell auch eine Dampfsauna und Solarien gehören mittlerweile zum Standard der meisten Studios. Luxuriösere Studios bieten auch Pools, Whirlpools, Thermen und Ruheräume. Die Krönung sind spezielle Angebote wie Massagen oder Ayurveda. Die müssen aber meist extra bezahlt werden.

Mann und Frau beim Wellness Wassertreten© Kzenon – Adobe Stock

8. Service

Hilfreich, um Tiefpunkte oder Langeweile beim Training zu vermeiden, sind Fernseher oder Großbildleinwände sowie Musikprogramme. Ein Restaurant und eine Bar dienen der Entspannung und der Geselligkeit. Ganz oben auf der Liste, falls Sie Nachwuchs haben, sollte eine Kinderbetreuung stehen, damit Sie in Ruhe trainieren können.

9. Fitness- und Gymnastikkurse

Das Kursprogramm sollte abwechslungsreich sein und sowohl Anfängern wie Fortgeschrittenen vielseitige Trainingsmöglichkeiten bieten. Neben ausdauerorientierten Kursen wie Aerobic, Step-Aerobic und Spinning sollte auch gezielte Kräftigungsgymnastik wie die „Bauch-Beine-Po-Kurse“ (Problemzonentraining), Wirbelsäulengymnastik oder Pump (Langhanteltraining) angeboten werden.

Ein besonderer Bonus können Angebote im Bereich Entspannungsverfahren (z. B. autogenes Training), ganzheitliche Techniken (z. B. Yoga), Kampfsport (z. B. Karate) oder auch Mischformen sein, beispielsweise Tai Chi (Elemente aus Kampfsport und Meditation) oder Tai Bo (aus dem Kampfsport abgeleitete Bewegungsübungen, die Kraft, Ausdauer und Koordination stärken).

Entscheidungshilfe: Fitness für Senioren

Immer mehr Senioren melden sich in Fitness-Studios an. Denn mit Krafttraining wirken Sie dem natürlichen Muskelabbau im Alter entgegen und können sich effektiv vor Gelenkproblemen, Rückenschmerzen und auch vor Stürzen schützen. Das Training im Fitness-Studio gemeinsam mit anderen Menschen ist zudem eine gute Motivation, um langfristig durchzuhalten.

Der für Sie verantwortliche Kursleiter oder Trainer sollte über spezielle Kompetenzen verfügen, die für die Betreuung von Sportlern im höheren Alter wichtig sind. Der Trainer kann sich beispielsweise weitergebildet haben zum „Kursleiter Senioren“ oder über einen Studienabschluss verfügen wie:

  • Gesundheitsmanagement
  • Fitnessökonomie
  • Sportwissenschaft
  • Fitnesstraining

Wichtig: Die Trainer sollten regelmäßig an den Geräten zur Verfügung stehen, um ihre Kunden auf Fehler in den Bewegungsabläufen hinzuweisen oder Fragen zu Übungen zu beantworten.

Was erwarten Sie von einem Studio?

Zunächst sollten Sie für sich selbst klären, welche Wünsche und Ansprüche Sie haben. Folgende Fragen sind dabei hilfreich:

  • Soll neben einem Gerätepark auch ein gutes Kurs- und Wellnessprogramm vorhanden sein?
  • Sollen neben der zu erreichenden Fitness auch noch gesundheitliche Probleme behoben werden? Dann müssen an Personal und Einrichtung besonders hohe Ansprüche gestellt werden.
  • Sind Angebote im Bereich Gesundheitsschulung und -bildung vorhanden, beispielsweise Ernährungsberatung und Diätprogramme?
  • Wollen Sie sich nach dem Training noch entspannen, etwa in der Sauna, im Schwimmbad oder bei einer Massage?
  • Ist das Studio für Sie gut erreichbar, liegt es zum Beispiel auf dem Weg von der Arbeit zur Wohnung?
  • Passen die Öffnungszeiten zu Ihrem Tagesablauf?
  • Sollte in Ihrem Studio die Möglichkeit bestehen, eine Kleinigkeit zu essen, Getränke und evtl. gute Sportkleidung zu kaufen?
  • Legen Sie Wert auf eine familiäre Atmosphäre? Dann ist eher ein kleineres Studio die bessere Wahl.
  • …Bietet das Fitnessstudio ein auf Senioren zugeschnittenes Programm an, das Erkrankungen wie Arthrose, Diabetes und Osteoporose berücksichtigt? Oder gibt es spezielle Aerobic-Programme für ältere Menschen? Bitte fragen Sie gezielt Ihren Trainer.
  • …Trainieren andere Menschen Ihrer Altersgruppe in diesem Studio? Besuchen Sie das Studio zu unterschiedlichen Tageszeiten, um mehr über die Mitgliederstruktur zu erfahren.

Achten Sie auf zusätzliche, eventuell versteckte Kosten wie Aufnahmegebühren, Probetraining, Verlaufstests und für die Erstellung eines Trainingsplanes.

Die Vorteile des Trainings in einem Fitness-Studio

  1. Qualifizierte Trainer unterstützen Sie. Gerade Anfänger und Wiedereinsteiger profitieren von den in Fitness-Studios vorhandenen qualifizierten Trainern und Kursleitern. Beispielsweise wenn es um das Erstellen eines Trainingsplanes geht, der individuell auf den Körper und seine Stärken und Schwächen ausgerichtet ist.
  2. Sie sind unabhängig. Das Training dort ist immer möglich, unabhängig von Witterung, Tageszeit oder einem ständigen Trainingspartner. Das hilft, ein solches Fitness- oder Krafttraining regelmäßig durchzuführen.
  3. Sie können Ihren Trainingsplan individuell gestalten. Durch die breite Palette eines guten Fitness-Studios kann das Training sehr individuell gestaltet werden. Das Angebot reicht vom geführten Krafttraining an modernen Maschinen über Gruppenkurse mit Gleichgesinnten bis hin zu anspruchsvolleren Trainingsformen für Fortgeschrittene beispielsweise in Form eines Fitness- oder Krafttrainings mit freien Gewichten.
  4. Sie können körperliche Schwächen gezielt ausgleichen. Mit einem Training an Krafttrainingsgeräten, wie sie in Studios üblich sind, können Schwächen einzelner Körperbereiche gezielt ausgeglichen werden. Der Körper kommt so wieder ins Gleichgewicht und ist für komplexe Bewegungen im Alltag besser gerüstet.
  5. Motivieren Sie sich in der Gemeinschaft. Viele Menschen verbringen lieber zusammen mit anderen ihre Freizeit und schätzen den Austausch mit Gleichgesinnten. In diesen Fällen kann ein Training in der Gruppe hilfreich sein, um den Spaß am Sport weiter zu steigern. Hier stehen Ihnen beispielsweise spezielle Kurangebote für Sportler über 50 oder 60 Jahren zur Verfügung, wie sie viele Studios anbieten.
  6. Nutzen Sie das vielseitige Zirkeltraining. Eine gute Alternative kann auch das Zirkeltraining sein. Dabei trainiert man an vorgegebenen Stationen alle wichtigen Muskelgruppen. Alle Teilnehmer nutzen einmal pro Zirkel jedes der Geräte. Das sorgt für Abwechslung, da auf jede Übung stets eine andere folgt. Gleichzeitig treibt man im Trainingszirkel zusammen mit Gleichgesinnten Sport, was den Spaßfaktor erhöht.

Vor dem Sport beim Arzt durchchecken lassen!

Als Vorbereitung sollte bei älteren Menschen und Menschen mit akuten oder chronischen Beschwerden bzw. bekannten Vorerkrankungen im Rahmen einer sportärztlichen Untersuchung die Eignung in Bezug auf die Übungen und die Trainingsintensität überprüft werden.

Ärztin im Patientengespräch© Gina Sanders – Fotolia

Aber auch wenn Sie untrainiert sind, sollten Sie sich sportärztlich untersuchen lassen. Neben einer Blutdruckmessung sollten auch ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG durchgeführt werden. Hierdurch ist eine Aussage über Ihre Leistungsfähigkeit und die Grenze Ihrer Belastbarkeit möglich. Dann können Sie daran gehen, sich aus der Vielzahl der Studios das für Sie geeignetste herauszusuchen.

Tipp: Lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse belohnen, wenn Sie Sport treiben. Wenn Sie fit sind, spart Ihre Krankenkasse. Dies zahlt sich aus: Viele Präventionskurse werden finanziell anteilig übernommen, wenn sie von Fachpersonal praktiziert werden. Darüber hinaus gibt es ein Bonusprogramm für Geldprämien: auch körperliche Aktivität (etwa im Fitnessstudio) wird häufig mit belohnt. Nutzen Sie das und fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, wenn Sie sportlich aktiv sind oder werden.

Legen Sie Ihren inneren Schweinehund an die Kette

Die größte Hürde vor jeder sportlichen Betätigung? Wer kennt nicht diese leise Stimme, die 1001 Grund hat, warum es heute nicht geht und morgen der bessere Tag wäre, mit dem Fitness-Programm zu starten. Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund: Nicht einmal, sondern jeden Tag auf’s Neue.

  1. Bevor Sie beginnen, überlegen Sie sich eine Belohnung: Machen Sie eine Liste, womit Sie sich selbst motivieren, wenn Sie ein Ziel erreichen. Achten Sie darauf, dass es nichts mit Essen oder Trinken zu tun hat, dass Sie diese Motivation allein erleben können und dass Sie vom Wetter unabhängig sind. Halten Sie, was Sie sich selbst versprechen, unbedingt ein!
  2. Sorgen Sie für die richtige Ausrüstung: Wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk, passende Sportsachen, die auch chic sein dürfen und nicht aus dem letzten Jahrtausend. So macht Sport viel mehr Spaß!
  3. Sorgen Sie für Abwechslung auf dem Trainingsplan: Finden Sie mindestens drei Bewegungsformen, die Ihnen liegen. Zu Land, zu Wasser und in geschlossenen Räumen wäre ein guter Anfang. Dann wechseln Sie ab und suchen Sie sich Musik oder Sportpartner, damit es kurzweilig bleibt.
  4. Wer sich anstrengt, muss sich auch entspannen: Mit einer schönen Runde Sauna nach dem Sport, ab und an einer Massage oder einem wohltuenden Entspannungsbad. Es gibt viele Möglichkeiten, die Seele zu streicheln. Tun Sie das, was Ihnen am liebsten ist. Und zwar so oft es geht!
Fitness-Studio Dr. med. Michael Spitzbart Es geht auch ohne Fitness-Studio: Alternativen für drinnen und draußen

Nicht für jeden Typ stellt das Fitness-Studio die beste Trainingsmöglichkeit dar. Erfahren Sie hier sportliche Alternativen für draußen und zu Hause.