MenüMenü

Wie Herz, Rücken und Gelenke wirklich davon profitieren

Radfahren ist der optimale Gesundheitssport. Eine tägliche Runde auf dem „Drahtesel“ stärkt nicht nur Ihr Herz und die Gefäße, sondern es gibt auch kaum eine Sportart, die die Gelenke entlastet und sie gleichzeitig beweglich erhält – das ist eine ideale Vorbeugung gegen Gelenkverschleiß (Arthrose).

Doch viele Menschen klagen: „Nach dem Radfahren tut mir ständig der Nacken weh, und am Po drückt und zwickt es unerträglich.“ Dann sind meist Lenker und Sattel falsch eingestellt. Wir zeigen Ihnen die sechs wichtigsten Einstellungen, damit das Fahrradfahren wieder Spaß macht. Ein paar einfache Handgriffe genügen, und Sie können wieder vergnügt in den Sommer radeln. Mit welchen vielfältigen gesundheitlichen Effekten Sie dabei rechnen können, zeigt eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse wir Ihnen ebenfalls vorstellen.

Radfahren kräftigt die Rückenmuskulatur

Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln hat im Jahr 2004 mehr als 7.000 wissenschaftliche Studien ausgewertet, die sich mit den positiven gesundheitlichen Wirkungen des Radfahrens befassen. Weltweit ist das die größte wissenschaftliche Untersuchung, die jemals über den Nutzen des Radfahrens vorgenommen wurde. Und das Ergebnis ist absolut überzeugend.

Diese 6 Einstellungen am Fahrrad sind wichtig:

  • Sitzhöhe: Mit der Ferse des ausgestreckten Beines sollten Sie das untere Pedal gerade noch erreichen. Dann ist bei korrekter Fußstellung während der Fahrt (Fußballen auf der Pedalachse) das Knie leicht angewinkelt.
  • Sattelposition: das vordere Knie eine senkrechten Linie mit der Tretlagerachse bildet. Achtung: Dazu ist ein nach vorne und hinten verschiebbarer Sattel notwendig!
  • Lenkerneigung: Ihr Handgelenk sollte nicht abknicken, damit Nerven und Bänder nicht eingeklemmt sind. Optimal: ein Lenker mit mehreren Griffpositionen.
  • Lenkerhöhe: Sie sollte so eingestellt sein, dass Sie eine leicht nach vorne geneigte Sitzposition einnehmen.
  • Sattelneigung: Die Sitzfläche sollte möglichst waagerecht stehen. Neigen Sie den Sattel bei einem Druckgefühl in den Genitalien vorne leicht hoch.
  • Sitzlänge (Entfernung vom Sattel zum Lenker): Sie sollte eine angenehme Neigung des Rückens gewährleisten, damit Sie sich weder „gestreckt“ noch „gestaucht“ fühlen.

Ein medizinischer Sattel

Zwei getrennte Sitzflächen nehmen den Druck vom Schambein. Das verbessert die Durchblutung in der Genitalregion (wichtig bei Taubheitsgefühlen, Potenzproblemen oder Prostataleiden).

So stärkt Radfahren Ihre Gesundheit:

  • Es senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck.
  • Es reduziert das Risiko für Herzinfarkte.
  • Es verbessert die Durchblutung.
  • Es senkt den Spiegel an schädlichem LDL-Cholesterin.
  • Es beugt Rückenschmerzen vor.
  • Es stärkt die Gelenke. Es stärkt das Immunsystem.
  • Es baut Stress und Anspannung ab.

Professor Froböse hebt vor allem die Stärkung des Rückens hervor. Optimal sei eine leicht nach vorne gebeugte Haltung auf dem Rad, weil das die Rumpfmuskulatur kräftigt. Die Beinbewegungen sind außerdem ideal, um die Muskulatur in der Lendenregion zu stärken und so Hexenschuss, Ischias-Schmerzen oder Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.

Gerade für die knorpeligen Bandscheiben sind die Radel-Bewegungen optimal. Denn Nährstoffe erreichen die tieferen Knorpelschichten nur, wenn die umgebende Gewebsflüssigkeit durch regelmäßige Bewegung regelrecht in die Bandscheibe „eingewalkt“ wird. Das Gleiche gilt für den Gelenkknorpel, z. B. im Knie.

Wie gut das Radfahren wirkt, hängt selbstverständlich von der Dauer Ihrer Tour ab. Am besten ist es natürlich, wenn Sie regelmäßig Rad fahren – z. B. für alltägliche Besorgungen oder den Weg zur Arbeit.

Ein guter Sattel ist das A und O

Vor allem Probleme mit „dem Sitzfleisch“ können einem den Spaß am gesunden Radfahren sehr schnell verderben. Doch mittlerweile gibt es moderne Sättel, die sich durch eine besondere Stufenform auszeichnen. Eine im Vergleich zur „Sattelnase“ höhere Sitzfläche entlastet das Schambein und beugt so z. B. Taubheitsgefühlen vor. Sie sollten beim Sattelkauf in einem Fachgeschäft auch unbedingt den Abstand Ihrer Sitzknochen bestimmen lassen. Er ist maßgeblich für die optimale Sattelbreite, kann aber von Person zu Person zwischen 7 und 17 cm schwanken. Lassen Sie sich nicht einfach mit einem (breiteren) Frauensattel oder (schmaleren) Herrensattel abspeisen. Diese strikte Trennung ist mittlerweile überholt. Die individuelle Messung ist wesentlich genauer.

Wenn Sie z. B. bisher wegen extremer Sitzprobleme, Erkrankungen der Prostata oder Potenzstörungen gar kein Fahrrad mehr fahren konnten, kann Ihnen ein so genannter „medizinischer Sattel“ (siehe Abb. auf Seite 6 oben; Preis etwa 80 €) den Wiedereinstieg in den Sport ermöglichen.

Nehmen Sie sich für die Auswahl des Sattels besonders viel Zeit, und sparen Sie gerade hier nicht am falschen Ende. Ein guter Sattel kann ein durchschnittliches Fahrrad enorm aufwerten. Aber das teuerste Rad mit einem schlecht angepassten Sattel wird vermutlich bald im Keller verstauben.

Gesundheitliche Wirkungen des Radfahrens
DauerHauptwirkungen auf
10 Min.Muskulatur, Durchblutung, Gelenke
20 Min.Immunsystem
30 Min.Herzfunktion
40 Min.Ausdauerleistung
50 Min.Fettstoffwechsel (z. B. Cholesterin)
60 Min.Körpergewicht, Kalorienverbrauch
60 Min.Anti-Stress, Wohlbefinden
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten