Fahrradfahren: Weitere Kauftipps
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3. So geht Ihnen das richtige Licht auf
Je mehr Sie Ihr neues Rad im Alltag benutzen wollen, desto mehr bietet sich eine Dynamo-gestützte Beleuchtung an. Denn der Dynamo ist im Gegensatz zum Akku immer betriebsbereit. Der Akku verlangt ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Pflege, damit er immer voll ist.
Viele Dynamos haben die unangenehme Eigenschaft, bei Nässe auf dem Reifen durchzurutschen. Ergebnis: Sie haben kein Licht. Narrensicher in dieser Hinsicht sind nur Naben- und Speichendynamos. Letzere greifen mit einem Mitnehmer in die Speichen, Nabendynamos ersetzen die Vorderradnabe und haben einen dort integrierten Dynamo. Generell gilt: Achten Sie auf Leichtgängigkeit, denn die Energie für das Licht müssen Sie selbst aufbringen. Der Scheinwerfer sollte unbedingt eine Halogenlampe haben. Herkömmliche Glühlampen geben bei gleicher Leistung wesentlich weniger Licht ab. Beim Rücklicht bieten sich alle Modelle an, die nicht mit einer Glühlampe, sondern mit Leuchtdioden (LEDs) betrieben werden. Sie haben eine quasi unbegrenzte Lebensdauer. Die Helligkeit dieser Rücklichter ist sehr gut. Wenn Sie sich ein Standlicht gönnen wollen, empfehle ich die Modelle, die mit einem Kondensator an Stelle von Batterien oder Akkus arbeiten. Sie sind wartungsfrei, sehr langlebig und immer betriebsbereit. Schon wieder ein Bauteil, dem Sie keine Aufmerksamkeit mehr schenken müssen.
Wofür Sie sich auch entscheiden: Helligkeit zählt. Achten Sie darauf, dass der Scheinwerfer einen genügend starken und gleichmäßigen Lichtkegel auf die Straße wirft.
4. Möchten Sie Luxus oder eher die praktische Ausstattung?
Auch diese Frage lässt sich nur im Zusammenhang mit dem Verwendungszweck beantworten. Wahrscheinlich ahnen Sie es: Ein vorwiegend sportlich genutztes Rad darf ruhig spartanisch ausgestattet werden. Für den Alltag gewinnen diese Details aber an Bedeutung. Regenfahrten sind vorprogrammiert, ohne Schutzbleche ist Ihre Kleidung jedes Mal reif für die Wäsche. Wohin mit der Aktentasche? Sie können natürlich einen Rucksack nehmen, viele finden die Tasche am Gepäckträger praktischer.
Ich empfehle Ihnen einen möglichst weit geschlossenen Kettenschutz; er sorgt dafür, dass Ihre Hosenbeine sauber bleiben. Insofern ist es eigentlich kein Ketten- sondern ein Hosenschutz. Eine Kettenschaltung mit mehreren Kettenblättern erschwert übrigens die Montage eines Kettenschutzes. Manchmal hilft dann nur ein Band, um das Hosenbein zusammenzubinden.
5. Rollen Sie auf Alufelgen ans Ziel
Man unterscheidet Stahl- und Aluminiumfelgen. Stahlfelgen findet man nur noch an sehr billigen Rädern. In der Regel fährt man heute mit Aluminiumfelgen. Man unterscheidet Kasten- und Hohlkammerfelgen. Letztere haben quasi einen Zwischenboden und sind dadurch stabiler. Ob das Profil flach oder hoch ist („Aerofelge“), ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Das hohe Profil bietet noch mehr Stabilität, was sich auf das gesamte Laufrad auswirkt. Es wird weitgehend unempfindlich gegen „Achter“ und bei einem stark belasteten Rad auch weniger anfällig für Speichenbrüche sein. Daher rate ich Ihnen, zu diesem Felgentyp zu greifen.
6. Verschaffen Sie sich ein entsprechendes Profil
Über diese Frage kann man philosophieren. Rennradler bevorzugen schmale Reifen, die weitgehend unprofiliert sind, die Mountainbiker greifen zum Breitreifen mit grobem Profil.
Generell gilt: Breite Reifen rollen nicht schlechter als schmale Reifen, bei gleichem Luftdruck im Reifen sogar besser! Vielmehr sind Profil und eben der Luftdruck entscheidend. Fahren Sie überwiegend Straße, genügt ein wenig profilierter Reifen. Die Haftung des Reifens auf der Straße hängt mehr von der Gummimischung als vom Profil ab. Auch für Feld- und Waldwege ist ein moderat profilierter Reifen durchaus ausreichend. Grobstollige Reifen haben eigentlich nur „im schweren Gelände“ ihre Berechtigung.
7. Gut gefedert ist halb gefahren
Es ist nicht zu übersehen: Das vollgefederte Rad ist kein Exot mehr. Eine Federung bringt Komfort und Fahrsicherheit. Aber keine Wirkung ohne Nebenwirkung: Eine Federung bringt auf der anderen Seite zusätzliches Gewicht mit. Außerdem hat sie bewegliche Teile, die gepflegt und gewartet werden müssen und dem Verschleiß unterliegen. Es gibt die unterschiedlichsten Federungskonzepte: Vorn finden Sie in der Regel eine Federgabel, in seltenen Fällen eine Federung im Vorbau. Diese haben den Ruf, nicht sehr seitenstabil zu sein. Der Lenker ist deshalb in der Horizontalen beweglich und wackelt hin und her.
Hinten kann entweder der Hinterbau gefedert sein, oder aber das Rad ist mit einer Federsattelstütze ausgestattet. Letztere erhöht den Fahrkomfort in wesentlich geringerem Ausmaß als ein gefederter Hinterbau. Federsattelstützen gehören mittlerweile serienmäßig zur Fahrradausstattung. Achten Sie darauf, dass sie nur minimales Spiel hat (der Sattel darf sich nicht drehen lassen). Bei einem minderwertigen Exemplar erhöht sich dieses seitliche Spiel recht schnell.
8. Legen Sie Ihr Stahlross an die Kette
Sie sollten Ihr Fahrrad niemals unabgeschlossen draußen stehen lassen – auch nicht mal eben ganz kurz. Zu hoch ist die Diebstahlrate bei Fahrrädern, auch im ländlichen Bereich.
Suchen Sie nicht nach dem unknackbaren Schloss – das gibt es nicht! Jedes Schloss ist für einen Profi knackbar. Entscheidend ist, wie lange er dafür braucht. Sie können ihm das Leben schwer machen, indem Sie Ihr Rad mit zwei Schlössern sichern. Solch eine Trutzburg schreckt ab.
Ein gutes Fahrradschloss muss gar nicht teuer sein. Den besten Schutz vor Fahrraddieben bieten laut Testergebnissen der Stiftung Warentest Bügelschlösser. Das Trelock BS 400 z. B. ist bereits für 30 € zu haben. Testknacker haben bei diesem Schloss nach fünf Minuten aufgegeben – für Profidiebe ist das eine halbe Ewigkeit.
Wenn Sie Ihr Vorderrad mit einer Schnellspannvorrichtung entfernen können, brauchen Sie natürlich immer zwei Schlösser, um auch das Vorderrad sichern zu können.
9. Das Rad muss zu Ihnen passen
Die Aufgabe des Händlers ist es nun, die für Sie passende Rahmenhöhe festzustellen. Sie richtet sich nach der Oberkörperlänge, damit Sie – am besten mit geradem Rücken – an den Lenker kommen. Wenn Sie über einem Herrenrad stehen, sollten Sie über dem Oberrohr noch mindestens 10 cm „Luft haben“. Bei einem Damenrad sollten Sie, wenn Sie auf dem Sattel sitzen, mit den Füßen den Boden berühren. Die Laufradgröße ist aber völlig unerheblich.
Markenräder sind in verschiedenen Rahmenhöhen erhältlich. Auch das ist ein wichtiges Argument für den Kauf beim Fachhändler.
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