Fahrradfahren: Kauftipps
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Ein Ausflug ins Grüne, die Fahrt zum Büro oder zum Einkaufen – mit dem richtigen Rad können solche Touren zu idealen Fitnessübungen umgewandelt werden. Aber das alte Stahlross fristete die letzten Jahre im Keller sein Dasein und ist halb verrostet? Ein neues muss her? Mit meinen 9 Tipps finden Sie ein Rad, das perfekt zu Ihnen passt.
Ein neues Fahrrad muss her? Gut, kein Problem. Auf zum Fachhändler, der wird schon was Passendes da haben!
So einfach ist der Fahrradkauf in der Regel leider nicht. Der Gang zum Fachhändler ist aber schon ein guter Anfang. Nur dort sollte man ein Fahrrad kaufen. Weder im Baumarkt noch beim Kaffeeröster ist eine Beratung zu erwarten. Die Räder sind dort normalerweise „vormontiert“, aber die Montage von Pedalen, Einstellung der Sattel- und Lenkerhöhe bleiben am Käufer hängen.
Die wichtigste Frage, die Sie sich vor dem Gang zum Händler stellen sollten, lautet: „Wofür will ich mein Fahrrad nutzen?“ Daraus ergeben sich die Anforderungen an das Rad.
Mögliche Antworten sind z. B.
- für Wochenendtouren
- für den täglichen Weg zur Arbeit
- ich will damit Sport treiben
- zum Einkaufen
- für Radreisen mit Gepäcktransport.
Je häufiger Sie Ihr Rad nutzen wollen und je mehr Sie es im Alltag einsetzen werden, desto wichtiger ist es, auf hochwertige und haltbare Komponenten zu achten. Damit steigt natürlich auch der Preis.
1. Legen Sie den Gang ein, den Sie wirklich brauchen
Ein Fahrrad mit der wohlklingenden Angabe „27 Gänge“ verkauft sich gut. Aber sind 27 Gänge wirklich sinnvoll? Zunächst sollten Sie wissen, dass diese 27 Gänge nicht wirklich nutzbar sind. Viele davon sind (nahezu) identisch, einige sollte man nicht benutzen, weil die Kette zu schräg läuft und sie deshalb zu verschleißträchtig sind. Von den 27 Schaltmöglichkeiten bleiben dann vielleicht 15 oder 16 nutzbare Gänge übrig. Wichtig ist daher nicht unbedingt die Anzahl der Gänge, sondern vielmehr der kleinste und der größte Gang. Der Unterschied zwischen einer 7-Gang- und einer 27-Gang-Schaltung liegt aber nicht nur in den möglichen Extremen, sondern auch in der Abstufung dazwischen. Sportliche Fahrer und Radreisende sollten mehr Wert auf eine feine Abstufung, also auf eine Gangvielfalt legen. Diese beiden Gruppen sollten deshalb eine Kettenschaltung bevorzugen. Diese Schaltung bietet eine breite und feine Übersetzung und gute Bergtauglichkeit, andererseits verlangen sie viel Pflege und unterliegen einem erhöhten Verschleiß.
Ich empfehle Ihnen, ein Alltagsrad für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen nicht mit einer Kettenschaltung, sondern mit einer weitgehend wartungsfreien Nabenschaltung auszustatten.
2. Auch die Bremsen verdienen Beachtung
Folgende Varianten werden unterschieden
in die Naben integrierte Bremsen:
- Rücktrittbremse
- Rollenbremse
- Trommelbremse
Felgenbremse:
- V-Brake
- Seitenzugbremse
- Scheibenbremsen
Meist werden sie per Seilzug betätigt, alternativ kann dies auch hydraulisch geschehen.
Trommel, Rollen- und Rücktrittbremse sind witterungsunabhängig, weil sie in die Nabe integriert und damit vor Wind und Wetter geschützt sind. Die Trommel- und die Rollenbremse haben zwar eine ausreichende Bremswirkung, sie stoßen aber bei schwer beladenen Rädern (Kindersitz!) und/oder schneller Fahrt bald an ihre Grenzen. Trommel-, Rollen- und Rücktrittbremsen sind für längere bergab-Fahrten nicht geeignet, da sie bei Dauerbremsung leicht überhitzen. In Alltagsrädern sind sie jedoch aufgrund der Wartungsarmut und Zuverlässigkeit gut aufgehoben.
Als sportliche Fahrer oder Reiseradler sollten Sie sich lieber eine Felgen- oder eine Scheibenbremse aussuchen. Die Seitenzugbremse findet man nur noch bei Rennrädern. Dort können die Bremsschenkel aufgrund der schmalen Reifen und der fehlenden Schutzbleche kurz gehalten werden. Das sorgt für die nötige Bremswirkung.
Felgenbremsen haben grundsätzlich bei Nässe eine geringere Bremswirkung als bei Trockenheit. Bei guten Bremsen ist der Unterschied jedoch sehr klein.
Alle Felgenbremsen haben den Nachteil, dass nicht nur die Bremsbeläge verschleißen, sondern auch die Felgen. Scheibenbremsen kennen diesen Nachteil nicht.
Der Vorteil der hydraulischen Bremsen liegt darin, dass keine Seilzüge vorhanden sind, die reißen oder korrodieren können. Nur ein sorgfältig gepflegter Seilzug lässt die Handkraft vom Bremshebel mit guter Ausbeute am Bremskörper ankommen. Hydraulische Bremsen übertragen die Kraft durch einen Ölschlauch und kennen deshalb keine Verluste durch Seilreibung. Sie bieten sich deshalb besonders dort an, wo der Seilzug sehr lang sein muss und/oder in vielen Bögen verlegt werden muss.
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