Sport hilft gegen Depressionen / Laufen bei zu hohem Pulsschlag
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In meiner Sprechstunde werden mir immer wieder Fragen zu den Themen Sport und Ernährung gestellt, die auch für Sie wichtig sein könnten. Einige interessante Themen habe ich für Sie zusammengestellt.
Frage: Aufgrund von Depressionen bin ich schon jahrelang in ärztlicher Behandlung. Zusätzlich zu meinen Medikamenten, die ich bekomme, habe ich im letzten Jahr angefangen zu laufen, da ein Arzt meinte, das könne mir helfen. Nach und nach komme ich nun mit weniger Medikamenten aus. Kann das sein oder ist das nur ein Placebo-Effekt?
Dr. Spitzbart: Es ist tatsächlich schon seit einigen Jahren bekannt, das Sport sehr gute Wirkungen in der Therapie von Patienten mit Depressionen zeigt. So wird regelmäßiges Training heute sowohl bei schon erkrankten Menschen als auch zur Vorbeugung angeordnet; bevorzugte Sportart ist der Ausdauerlauf. Was die positiven Effekte hervorruft, wissen wir noch nicht genau. Es kann sein, dass die beim Laufen ausgeschütteten Glückshormone eine große Rolle spielen. Möglich ist aber auch, dass das vegetative Nervensystem einfach besser reguliert wird.
Ein gutes Training, das Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Depressionen hilft, darf Sie auf keinen Fall überfordern. Von daher rate ich Depressionspatienten auch immer von der Teilnahme an Wettkämpfen ab. Wichtig ist auch, dass Sie regelmäßig trainieren, also auch (und gerade) im Winter. Sie dürfen aber auf keinen Fall eigenmächtig Ihre Medikamente absetzen, nur weil Ihnen das Lauftraining so gut tut. Es ist wichtig, dass sowohl Training als auch die Behandlung mit Medikamenten in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt erfolgen.
Frage: Sie schreiben immer, wie wichtig es ist, nicht zu schnell zu laufen. Nun möchte ich nach einiger Zeit, in der ich Nordic Walking betrieben habe, mit dem Joggen anfangen, aber mein Puls schnellt zu rasch sehr hoch. Vom Ruhepuls 80 bin ich nach einer kurzen Strecke, maximal 500 Meter, auf 180. Dann muss ich natürlich das Laufen abbrechen. Was kann ich gegen einen so hohen Puls machen?
Dr. Spitzbart: Sie müssen unterscheiden zwischen hohem und zu hohem Puls. Was ist Ihr Maximalpuls? Das haben Sie nicht verraten – aber da Sie einen sehr hohen Ruhepuls haben, kann es durchaus sein, dass auch Ihr Maximalpuls über 200 Schläge beträgt. Ich kann das natürlich nicht ohne Untersuchung behaupten, kenne aber manche meiner Patienten, bei denen es so ist. Dann wäre ein Puls von 180 natürlich längst noch kein Grund, das Training abzubrechen.
Macht Ihnen aber das Laufen bei diesem Pulsschlag Schwierigkeiten, dann ist es verständlich, dass Sie nicht mehr weiterlaufen möchten – aber auch dann brauchen Sie nicht komplett mit dem Training aufzuhören. Laufen Sie in diesem Fall einfach langsamer. Vielleicht kommen Sie dann gerade einmal so schnell voran wie beim Walken. Das macht aber überhaupt nichts, denn auch bei diesem Tempo trainieren Sie auf jeden Fall anders als beim Nordic Walking. Im Gegensatz zum Walking heben Sie nämlich beim Laufen immer noch Ihr ganzes Körpergewicht an, dadurch ist der Energieverbrauch größer, genau wie der Trainingseffekt. So entwickelt sich Ihr Leistungsvermögen aber auch schneller als beim Walken. Sie werden dann feststellen, dass Sie in einigen Wochen schon schneller unterwegs sein werden, ohne dass Ihr Puls so hoch schnellt.