Sport bei Minus-Graden: So bleiben Sie gesund!
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 1. Februar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Minus acht Grad zeigte mein Autothermometer heute Morgen um viertel nach zehn noch an - und verglichen mit den Temperaturen, die in anderen Teilen Deutschlands herrschen, ist das noch fast warm.
Treiben Sie allerdings gerne draußen Sport, werden Sie das nicht so empfinden. Die Frage ist, ob Sie Ihrem Hobby überhaupt noch nachgehen dürfen, wenn es so kalt ist? Als gesunder Mensch liegt die Temperaturgrenze tatsächlich bei minus zehn Grad - dann gelingt es nicht mehr, die kalte Luft so zu erwärmen, dass sie Ihrer Gesundheit nicht schadet.
Aber auch, wenn es wärmer ist als diese minus zehn Grad, sollten Sie einiges beachten. So ist die richtige Bekleidung jetzt wichtiger denn je. Tragen Sie auf jeden Fall eine Mütze. Über den Kopf verlieren Sie viel Wärme. Die restliche Kleidung wählen Sie nach dem Zwiebelprinzip aus: mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander wirken durch die Luftschicht, die sich zwischen ihnen bildet, isolierend. Sie sollten so viel anziehen, dass Sie immer noch etwas frieren, wenn Sie loslaufen. Vergessen Sie auch die Handschuhe nicht - kalte Finger beim Joggen sind sehr unangenehm.
Bevor es losgeht, ist bei diesen Temperaturen gründliches Aufwärmen Pflicht. Und dies sollten Sie noch im Haus tun - lassen Sie zum Beispiel im Flur Ihre Füße kreisen oder machen Sie im Wohnzimmer einige Dehnübungen. So schützen Sie Ihre Bänder und Sehnen vor Verletzungen.
Empfinden Sie die Luft als kalt? Nehmen Sie ein Nickituch und binden Sie es sich vor Nase und Mund. Dann versuchen Sie zudem, nur durch die Nase zu atmen. So wird die Luft schon einmal angewärmt - das tut auch Ihren Lungen gut und Sie vermeiden Erkältungen.
Gehören Sie auch zu den Menschen, die nach dem Sport noch einmal ein paar Dehnübungen machen oder andere Gymnastik hinterherschieben, weil Sie durchs Laufen jetzt schön aufgewärmt sind? Sicherlich ist dies vernünftig - aber verzichten Sie darauf, dies bei Minusgraden an der frischen Luft zu machen. Wählen Sie hierfür im Moment auch lieber die warme Wohnung, genau wie beim Aufwärmen.
Der Grund: Durch den Sport haben Sie geschwitzt, Ihre Kleidung ist feucht, eventuell sogar nass. Halten Sie sich nun noch länger im Freien auf, können Sie sich an der eisigen Luft rasch erkälten. Haben Sie in der Wohnung nicht den nötigen Platz für Ihre Übungen, sollten Sie sich auf jeden Fall schnell umziehen und nicht die nasse Kleidung weiter tragen.