Speichelsteine sind harmlos, aber extrem schmerzhaft

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Von Speichelsteinen hört man nur selten. Dabei sind sie ein relativ verbreitetes Krankheitsbild. Meist sind Menschen im mittleren oder höheren Lebensalter betroffen. Die Speichelsteine (Sialolith) können sich in den beiden Ohrspeicheldrüsen, den beiden Unterkieferdrüsen und in den beiden unter der Zunge liegenden Speicheldrüsen bilden. Etwa 60 Prozent der Speichelsteine sitzen im Übergang von der Drüse zu den Ausführungsgängen, durch die der Speichel aus den Drüsen herausgeleitet wird. Die anderen befinden sich in der Drüse beziehungsweise in den Gängen.


Die Bildung von Speichelsteinen wird in der Medizin als Sialolithiasis bezeichnet. Warum sich die Steine bilden, ist noch unbekannt. Ursächlich ist eine gestörte Bildung und Zusammensetzung des Speichels (Dyschylie genannt). Eine Vermutung ist, dass sich in zu zähflüssigem Speichel Salzkristalle und andere winzige Bestandteile sammeln und zu einem Steinchen zusammenballen könnten. Die Steine bestehen meist aus Kalziumphosphat. Oft wachsen sie über Monate oder Jahre hinweg. Dabei nehmen sie jährlich etwa um zwei Millimeter zu. Das muss sich nicht zwangsläufig durch Schmerzen bemerkbar machen. Meist werden die Speichelsteine erst akut, wenn sich die Drüse entzündet, weil die Speichelflüssigkeit nicht mehr abfließen kann. Wenn zu wenig Speichel in Ihrer Mundhöhle ankommt, können Keime im Mund in den Drüsen Entzündungen auslösen.

Speichelsteine machen sich oft vor den Mahlzeiten schmerzhaft bemerkbar

Ein Symptom von Speichelsteinen stellt sich kurz vor Mahlzeiten ein: Der durch leckere Gerüche oder den Anblick appetitlicher Speisen ausgelöste Speichelfluss - wenn Ihnen also das Wasser im Mund zusammenläuft - lässt die Wange akut anschwellen und schmerzen. Der Grund: Der Speichel kann nicht abfließen, die Nerven werden zusammengedrückt. Das kann zu Funktionsstörungen und starken Schmerzen führen.

So stellt der Arzt die Speichelsteine fest

Zunächst tastet er die betroffene Gegend von außen ab. Dann schaut er sich den Ausführungskanal der Drüsen im Mund an, die meist gerötet und geschwollen sind. Die schmerzende und prall gefüllte Drüse lässt sich gut ertasten. Eine Ultraschalluntersuchung rundet die Diagnose ab. Eine gründliche Diagnose ist wichtig, da hinter den Symptomen in seltenen Fällen auch ein Tumor stecken kann. Ziel der Behandlung ist es, die Steine zu entfernen, ohne die Drüse zu schädigen. Normalerweise lösen sich die Steine von allein wieder auf. Speichelsteine können - je nach Größe und Ort - auf verschiedene Weise behandelt werden:

  • Manchmal hilft es schon, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dann kann der Stein herausgespült werden.
  • Hilfreich sind speichelfördernde Speisen wie Bouillon, Zitronen, Apfelschnitze, saure Drops oder Kaugummi.
  • Der Arzt kann den Stein ausmassieren. Dazu wird der Ausführungsgang mittels einer Sonde etwas erweitert. Reicht das nicht, wird der Gang unter örtlicher Betäubung ein wenig aufgegeschnitten.
  • Besonders große Steine werden meist chirurgisch entfernt. Der Stein kann auch mit Hilfe der modernen Ultraschall-Stoßwellentherapie zerkleinert werden, so dass er in kleinen Teilchen abfließen kann. Dabei kommen speichelfördernde Medikamente zum Einsatz. Dieses schmerzfreie und schonende Verfahren gilt heute als Mittel der Wahl noch vor einer Operation. Es werden damit die Operationsnebenwirkungen wie eine Schädigung der Nerven umgangen.
  • Medikamente kommen nur bei einer gleichzeitigen Entzündung zum Einsatz.

von
Sylvia Schneider

Erfahren Sie hier mehr zu Sylvia Schneider - aus dem Redaktionsteam von FID Gesundheitswissen.

 
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