Sorgen Sie jetzt in Herbst und Winter für ausreichend Vitamin D
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Vitamin D
vom 30. November 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
„Zu wenig Vitamin D, früher tot" - diese eindringliche Warnung in einer ärztlichen Fachzeitschrift. Neu ist die Erkenntnis, dass ein Vitamin-D-Mangel Brustkrebs begünstigt und das Knochengerüst nachhaltiger schädigt als bislang angenommen. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass bei vielen Frauen eine eklatante Vitamin-D-Mangelversorgung vorliegt.
Das sind die drei aktuellsten Nachrichten in Sachen Vitamin D:
- Vitamin D schützt Ihre Brust. Diese Entdeckung machten Forscher des Deutschen Krebsforschungsinstitutes in Heidelberg im Sommer dieses Jahres. Frauen mit sehr viel Vitamin D im Blut bekommen demnach deutlich seltener Brustkrebs. Amerikanische Forscher kamen ebenfalls zu diesen Ergebnissen und empfehlen Frauen nun eine drastisch erhöhte tägliche Aufnahme von Vitamin D (2.000 Internationale Einheiten, IE) zum Schutz ihrer Brust.
- Andere Wissenschaftler fanden heraus, dass zwei von drei Frauen mit Osteoporose einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel aufweisen. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Diese sind besonders gefürchtet, weil sie insbesondere bei älteren Frauen zu langer Bettlägerigkeit mit Todesfolge führen können. Die zusätzliche Gabe von Vitamin D (700 bis 800 IE) kann das Sturz- und Bruchrisiko um die Hälfte senken.
- Eine nicht ausreichende Versorgung mit Vitamin D bedroht Ihr Herz, selbst wenn Sie keine Vorschäden am Herzen haben. Über sieben Jahre kontrollierten Forscher im Rahmen der Ludwigshafen Risk and Cardiovasclar Health Study bei rund 3.000 Teilnehmern die Vitamin-D-Spiegel. Dabei zeigte sich ein deutlich höheres Sterberisiko bei denjenigen, die nicht ausreichend mit dem Vitamin versorgt waren. Das Ergebnis war unabhängig vom Vorliegen anderer Risikofaktoren wie etwa nicht ausreichender Bewegung. Darüber hinaus hat die Nationale Verkehrsstudie eine alarmierende Versorgungslücke gerade bei Frauen festgestellt. Sie erreichen bei der Aufnahme von Vitamin D nicht einmal die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge.
Ohne Vitamin D nützt Ihnen die beste Kalziumversorgung nichts
Hinter dem Begriff „Vitamin D" verbergen sich mehrere Substanzen, die auch Calciferole genannt werden. Einige davon werden im Dünndarm aus der Nahrung aufgenommen. Vitamin D kann aber auch aus einer cholesterinähnlichen Vorform in der Haut produziert werden, wenn die Substanz mit UVB-Strahlen des Sonnenlichts reagiert. Haut, die UVB-Strahlen ausgesetzt ist, kann eine Vitaminmenge produzieren, die vielen tausend Internationalen Einheiten von Vitamin D entspricht (etwa 100.000 IE).Wichtige Faktoren sind die Intensität der Strahlen, die Fläche der beschienenen Haut, Ihr Alter und Ihre Hautfarbe (je dunkler die Haut, desto weniger Vitamin D wird gebildet).Helle Haut bildet sechsmal so viel Vitamin D wie dunkle, weil sie die UV-Strahlen besser abblockt. Sie brauchen ausreichende Mengen Vitamin D, um Kalzium aus der Nahrung aufnehmen zu können und in Ihre Knochensubstanz einzubauen. Das bedeutet: Ohne Vitamin D nützt Ihnen die beste Kalziumversorgung nichts.
Der Einfluss der Calciferole auf die Muskelkraft bei älteren Menschen wurde in einer wissenschaftlich kontrollierten Studie mit 122 Frauen über 80 Jahre in der Schweiz untersucht. Eine Gruppe erhielt täglich 1.200 mg Kalzium, während die andere zusätzlich noch 20 g (800 IE)Vitamin D einnahm. Nach drei Monaten zeigte ein Vergleich von Beinkraft und -funktion, dass die Vitamingruppe deutlich bessere Leistungen aufwies und nur halb so viele Stürze zu verzeichnen hatte.
Besonders interessant ist der Einfluss auf bestimmte Krebsarten wie Eierstockkrebs, Autoimmunstörungen und Diabetes. Ein Indiz ist das seltenere Vorkommen von Prostata-, Dickdarm- und Brustkrebs, Multipler Sklerose und Typ- 1-Diabetes in Regionen, die eine höhere Sonneneinstrahlung über das Jahr verzeichnen.
So viel Vitamin D brauchen Sie täglich
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene bis 65 Jahre eine tägliche Dosis von 5 g (200 IE) aus Nahrung, Zusätzen und Sonnenbestrahlung. Jenseits der 65 werden 10 g (400 IE) empfohlen. Unter den Wissenschaftlern wächst jedoch die Ansicht, dass die heute empfohlenen Werte zu niedrig sein könnten. Es handelt sich dabei um Mindestwerte, die für die Vermeidung schwerer Knochenkrankheiten nötig sind. Doch damit sei nicht die Frage nach dem optimalen Wert geklärt, der auch einen vorbeugenden Schutz für Brust, Knochen und Herz garantieren kann.
Basis für eine ausreichende Vitamin- D-Versorgung ist der regelmäßige Verzehr von:
- Milch, Milchprodukten, Käse (insbesondere Gouda, Emmentaler, Parmesan) und Butter
- fettem Fisch wie Hering, Lachs, Makrele und Lebertran
- Eigelb
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Stock (30.11. 2009 16:45 Uhr):
haben Sie sich beim Vit. D nicht in der Menge vertan! 5gr?? soll es nicht heißen 5mg?? Ich hatte gedacht, dass ich mit meiner 20mg täglichen Vit.D Einnahme schon gut dabei bin!! Aber nun?? Wie soll ich denn 5 gr einehmen!! Bitte doch mal um Antwort, denn das wäre mir doch wichtig. mit freundlichem Gruß R. S.
Antworten - Kommentar von Tolon Teker (30.11. 2009 19:17 Uhr):
Sie empfehlen hier Eigelb. Dies wiederum aber soll reich in Kolesterin sein! Was nun?
Antworten - Kommentar von Scheder (30.11. 2009 20:26 Uhr):
In dem Artikel über die Notwendigkeiten von Vit. D haben Sie oder Ihre Schreibkraft sich in den Dimensionen vertan: die Mengenwerte sollten nicht nach Gramm sondern nach Mikrogramm dimensioniert sein - sonst werden die Dosen um den Faktor 1 Mio zu gewaltig ... MfG Sch.
Antworten - Kommentar von Gerhard Heeren (30.11. 2009 21:00 Uhr):
Vitamin D wird durch Baden im Sonnenlicht gebildet. Wie gut ist aber die Sonnenlichtaufnahme zur Bildung von Vitamin D im Winter hinter einer einfachen, zwiefachen oder gar dreifachen Glasscheibe?
Antworten - Kommentar von Markovic Ratomir (30.11. 2009 21:36 Uhr):
Sehr gut, vielen Dank
Antworten
- Kommentar von Eder Emil (01.12. 2009 09:51 Uhr):
Hallo Frau Schneider,Ihr Artikel ist sehr interessant,danke dafür.Aber kann es sein,daß Sie eine tägliche Dosis von 5g bzw.10g Vitamin D gemeint haben?Sind es nicht etwa Mikrogramm? MfG Eder
Antworten - Kommentar von lbmedien (13.12. 2009 11:40 Uhr):
Alle von Ihnen erwähnten Studien und vieles mehr finden Sie im tagesaktuellen Weblog SonnenNews.de Sie haben nicht erwähnt, dass im Vitamin D-Winter bei uns zwischen Mitte Oktober und März die Sonne, die üblicherweise für 80-90 Prozent der Versorgung verantwortlich ist, kein Vitamin D über die Haut bilden kann oder doch nur unter unrealistischen Umständen. Neben dem Schlucken von Vitamin D-Pillen - mit gewissen Risiken und nicht leicht zu kontrollierenden Wirkungen - ist die natürlichste Form der Vitamin D-Versorgung zumindest im Winter das Solarium - mit natürlich ganz eigenen Risiken bei Missbrauch.
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