So verschaffen Sie sich Durchblick im wenig transparenten Möbelmarkt
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 31. März 2008, 20:23 Uhr
GNL5356
Jeder Möbelverkäufer hat einen dicken Trumpf im Ärmel stecken: Otto Normalmöbelkäufer ist kaum in der Lage, Möbelpreise zu vergleichen. Zu unübersichtlich ist das Angebot, zu groß die Zahl der Möbelhäuser. Die Hersteller sind auf den Etiketten häufig unkenntlich gemacht, wer danach fragt, bekommt ausweichende Antworten. Also muss man als Käuferschon selbst ein paar kriminalistische Fähigkeiten entwickeln. VERBRAUCHERSCHUTZ-VERTRAULICH hilft Ihnen dabei.
- Informieren Sie sich zunächst von zu Hause aus: Durchblättern Sie Anzeigen und Möbelprospekte, suchen Sie nach Herstellernamen und Markenzeichen. Forschen Sie im Internet nach Möbelherstellern und -händlern. Schauen Sie ebenso in Auktionsportalen wie eBay nach Ihrem Wunschmobiliar. Notieren Sie den Anbieter und die Preise der Stücke, die Ihnen gefallen. Nehmen Sie Ihren Zettel oder den Internet-Ausdruck als Gedächtnisstütze und Argumentationshilfe später zu den Möbelhäusern mit. Informieren Sie sich ggf. beim Hersteller, welcher Händler in Ihrer Region die gesuchten Stücke im Sortiment hat.
- Sagt Ihnen diese Vorgehensweise nicht zu, kommen Sie auch ohne „Hausaufgaben" zu machen ans Ziel: Beginnen Sie in diesem Fall direkt in den Möbelhäusern mit der Suche. Wenn Ihnen ein Möbelstück gefällt: Fahnden Sie nach dem Hersteller. Das ist nicht immer ganz einfach: Bei Polstermöbeln finden Sie dessen Emblem meistens auf den Stoff- oder Ledermustern. Bei Schränken und Betten wird es meistens schwieriger. Schauen Sie nach Logos, Aufkleber an Türen und Seitenwänden. Auch Schubladen sind ergiebig: Dort liegen oft Prospekte oder Montageanleitungen herum, die den Namen des Herstellers tragen. Kommen Sie so nicht weiter, veranlassen Sie den Verkäufer durch geschickte Gesprächsführung, einen Katalog oder Preislisten zu holen. Fragen Sie ihn beispielsweise nach einem anderen Holz, nach anderen Höhen- oder Breitenmaßen, nach Sondereinbauten, etc. Schauen Sie ihm beim Durchblättern einfach unauffällig über die Schulter.
- Bedanken Sie sich, merken Sie sich den Preis und das Möbelgeschäft und gehen Sie auf Preisvergleichstournee. Klappern Sie mehrere (mindestens drei, besser fünf) Möbelhäuser ab und suchen Sie nach identischen Modellen (Größe, Ausführung, Service). Das ist zwar zeitaufwendig, doch nur so kommen Sie zu vergleichbaren Preisen. Wenn Sie von zu Hause aus „vorarbeiten" wollen: Suchen Sie sich aus den Gelben Seiten oder dem Internet Möbelhäuser in Ihrer Nähe heraus, lassen Sie sich mit dem zuständigen Abteilungsleiter verbinden und fragen Sie ihn nach dem Preis Ihres Favoriten. Sie werden staunen, wie stark die Preise differieren. Mit diesem Wissen können Sie nun getrost in ein bestens vorbereitetes Verkaufsgespräch einsteigen.
- Argumentieren Sie bei Ihren Rabattverhandlungen mit den Preisen der Wettbewerber, loten Sie aus, welche Rabatte die Händler Ihnen gewähren. Achten Sie darauf, ob Lieferung und Aufbau in den rabattierten Angebots-Endpreisen enthalten sind und ob der Verkäufer Ihnen bei Barzahlung 3 Prozent Skonto gewährt. Manchmal sind auch kostenlose Zugaben wie Sofakissen drin, nur fragen müssen Sie danach.