So vermeiden Sie unangenehme Urlaubsmitbringsel
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 18. Juni 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Der Urlaub steht langsam vor der Tür - und eigentlich sind Reisen etwas sehr Schönes. Manchmal aber bleibt im Nachhinein ein fader Beigeschmack, wenn Sie plötzlich entdecken, dass Sie sich ein unangenehmes Mitbringsel eingefangen haben. Dazu gehören Hautkrankheiten, die immer mehr zunehmen. Grund für den Anstieg solcher Erkrankungen ist oft Unkenntnis über die richtige Vorbeugung im Urlaubsland - aber auch schon vor Beginn der Reise.
Auslöser von Hautkrankheiten sind meist so genannte Leishmanien, Parasiten, die sich bei Hunden, Füchsen, aber auch Nagetieren einnisten, die in Tropen und Subtropen leben. Diese Tiere übertragen die Erreger auf den Menschen; schuld können aber auch infizierte Mücken sein. Es gibt verschiedene Arten von Hautkrankheiten, die so übertragen werden:
- Die Orientbeule dürfte Ihnen vielleicht ein Begriff sein, wenn Sie Karl May gelesen haben: in Satan und Ischariot beschreibt er eine solche Beule ganz genau. Er schildert sie als lila-bläulich verfärbtes Geschwür. Solch eine Beule ist eine sehr harmlose Erkrankung. Zwar juckt sie, verschwindet aber nach bis zu zwei Jahren einfach so und ohne Folgen.
- Dann gibt es die Kala-Azar, die auch das Immunsystem schädigt und Milz sowie Leber und Knochenmark befällt. Hier muss Ihr Arzt mit Antibiotika behandeln; selbst dann liegt die Sterblichkeit noch bei bis zu 20 %.
Es gibt gegen diese Erkrankungen noch keinen Impfschutz, daher müssen Sie auf konsequenten Schutz vor Mückenstichen setzen. Halten Sie sich auch von streunenden Hunden, Katzen, Füchsen oder Nagetieren fern.
Verzichten Sie in den Tropen und Subtropen auch darauf, Barfuss zu laufen. So schützen Sie sich vor Bissen des Sandflohs, der sich in die Fußsohlen bohren kann. Eine Infektion nach seinem Biss kann dazu führen, dass der Zeh amputiert werden muss. Behalten Sie also auch am Strand in den Tropen Ihre Schuhe an.