So umgehen Sie die Preisfallen der Reiseveranstalter
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 14. August 2008, 10:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser!
30 bis 70 Prozent sparen bei der Urlaubsreise - wer möchte das nicht!? Ich beweise Ihnen heute, dass es möglich ist und wie es geht!
Außerdem erfahren Sie heute, wie Sie mit rein pflanzlichen Produkten Ihrem Sexualleben wieder auf die Sprünge helfen und auf welche Stellen im Kleingedruckten eines neuen Handy-Vertrags Sie besonders achten müssen.
Viel Spaß beim Lesen!
Dr. Dietmar Kowertz
Jedes Jahr dieselbe Prozedur: Reisekataloge wälzen, Preise vergleichen, Sonderangebote begutachten, Sparangebote im Auge behalten, Flughafenzuschläge berücksichtigen, kurz: Nach der Auswahl des Urlaubsziels und des Veranstalters und dem mehrmaligen Durchblättern von vielen hundert Seiten bunter Prospekte ist man tatsächlich urlaubsreif! Doch Spaß beiseite: Wer beim Urlaub sparen will, braucht Zeit, Zähigkeit und Nerven. VERBRAUCHERSCHUTZ-VERTRAULICH sagt Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit Sie für Ihren Urlaub nicht zuviel bezahlen.
Kostenfaktor Nr. 1: Die Reisezeit
Die meisten Urlauber können nicht verreisen wann sie wollen, sondern bekommen ihren Urlaub von den Schul- oder Betriebsferien diktiert. Dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend, langen die Veranstalter in solchen Zeiten mit so genannten Saisonzuschlägen kräftig hin. Dieselbe Reise in dasselbe Hotel ist dann plötzlich zwischen 15 und 35 Prozent teurer. Nobelhotels und Club-Anlagen schlagen gern auch 50 oder 70 Prozent auf. Wenn Sie sich aussuchen können, wann Sie in Urlaub fahren, sollten Sie möglichst auf die Monate der Nebensaison ausweichen. Ende April/Anfang Mai z.B. werden viele Pauschalreisen zur Hälfte dessen angeboten, was sie über Weihnachten/Neujahr bzw. in der Hochsaison kosten.
Wenn Sie an die Schulferien gebunden sind: Manchmal lohnt es sich, einen Abflughafen eines benachbarten Bundeslandes zu wählen, in dem noch keine - oder nicht mehr - Ferien sind. Beachten Sie aber die zusätzlichen Kosten, die für den verlängerten Transfer (Mietwagen, Bahnfahrkarte, evtl. Übernachtung) entstehen.
Sparpotential: 20-50 %
Kostenfaktor Nr. 2: Der Veranstalter
Leider gibt es nicht den einen Veranstalter, der immer billiger als alle anderen ist. Da muss man sich schon auf die Suche begeben um das preiswürdigste Angebot herauszufischen. Das ist oft mühselig, zahlt sich unterm Strich aber aus. In unserer Tabelle zeigen wir Ihnen ein paar Beispiele dafür, was ein zweiwöchiger Aufenthalt für zwei Personen in identischen Hotels bei verschiedenen Veranstaltern kosten kann (Hauptsaison, Halbpension).
Sparpotential: 5-20%
Kostenfaktor Nr. 3: Zuschläge
Weshalb es von München nach Djerba 68 Euro pro Person teurer sein soll als von Stuttgart nach Djerba, leuchtet wahrscheinlich nur den Preiskalkulatoren der Veranstalter ein. Fakt ist: Je nach Startflughafen verlangen die Reiseveranstalter Preiszuschläge, manche gewähren sogar auch Abschläge. Hier können Sie, wenn Sie eine zusätzliche Anfahrt in Kauf nehmen wollen, ebenfalls sparen. Sparpotential: 4-8 Prozent pro Person.
Kostenfaktor Nr. 4: Rabatte
Rabatte gibt´s z.B. für Frühentschlossene. Wer bereits im Spätherbst bzw. vor Weihnachten den nächsten Sommerurlaub bucht, kann schon mal 5 % Frühbucherrabatt einstreichen. Weitere wichtige Spartermine für den Sommer: 31.1. und 30.4., da kann es - je nach Veranstalter - immerhin noch bis zu 3 % geben.
Alle wollen samstags oder sonntags fliegen. Daher werden flexible Urlauber bei Hin- und Rückflügen zwischen Montag und Freitag bei manchen Anbietern mit Sonderrabatten belohnt.
Zu bestimmten Reiseterminen finden Sie im Katalog öfter mal den Hinweis 14=10. Das bedeutet, Sie können zwei Wochen Urlaub machen zum Preis von 10 Tagen. Der 10-Tage-Preis ergibt sich dabei aus dem Preis für 2 Wochen abzüglich dem Preis für 4 Verlängerungstage.
Für den, der alleine reist, ist das Kürzel EZ=DZ interessant: Es besagt, dass Sie hier ein Einzelzimmer zum günstigen Doppelzimmer-Preis buchen können. Ein Einzelzimmer oder ein Doppelzimmer für den Einzelreisenden ist im Normalfall teurer als ein Platz im Doppelzimmer bei Belegung mit zwei Personen.
HP=UF bedeutet, dass Sie hier zum regulären Preis für Übernachtung und Frühstück auch noch ein Mittag- oder Abendessen serviert bekommen. Ähnlich ist es bei AI=HP, da gibt´s das All-inclusive-Schlaraffenland zum Halbpension-Preis.
Wenn Sie mit Kindern verreisen, wird´s etwas komplizierter, da gibt es Ermäßigungen pauschal oder prozentual, bis zu 11, 12, manchmal bis zu 16 Jahren - oder gar keine Ermäßigung, der Fantasie der Hoteliers sind hier scheinbar keine Grenzen gesetzt. Als Grundregel können Sie sich merken: Pauschalpreise sind meist günstiger als Prozente.
Sparpotential: 5-10 Prozent pro Person.
Kostenfaktor Nr. 5: Zuschläge und Steuern
Achten Sie im Kleingedruckten darauf, ob eventuelle Flughafengebühren, Kerosinaufschläge oder Ein- und Ausreisesteuern im Gesamtpreis enthalten sind oder extra bezahlt werden müssen. Wenn nicht, kommen hierfür schnell mal 50 bis 100 Euro pro Person hinzu.
Sparpotential: 3-5 Prozent
Fazit: Wenn Sie alle unsere Preisspartipps beachten, können Sie unterm Strich 30, 50 oder gar 70 Prozent einsparen. Allerdings ist der Aufwand an Zeit und Geduld, den Sie in die Auswahl stecken müssen, mitunter beträchtlich. Denn die Preisberechnungstabellen in den Katalogen sind nach wie vor uneinheitlich, unübersichtlich und oft schwer verständlich. Einfacher geht es, wenn Sie vorher schriftlich fixieren, wohin Sie wann wollen und was genau Sie sich vorstellen, und dann ins nächste Reisebüro marschieren. Dies ist sicherlich der bequemste und angenehmste Weg zum preiswerten Urlaub.