So schützen Sie sich vor Pestiziden
Dr. Dietmar Kowertz in Täglich Gesund
vom 25. Mai 2009, 16:00 Uhr
GNL5223
Nirgendwo in Europa sind Obst und Gemüse so günstig wie bei uns. Doch das hat seinen Preis: Diese Lebensmittel enthalten häufig mehr Spritzmittelrückstände als gesetzlich erlaubt und gesundheitlich zuträglich. Bei Stichproben durch unabhängige Institutionen lag der Pestizidgehalt bei jeder 10. bis 12. Probe im kritischen Bereich, Tendenz: steigend! Besonders bedenklich: Nicht nur Bauern in Drittländern verwenden die Chemiekeulen immer skrupelloser, sondern auch EU- und deutsche Landwirte. So werden z.B. Äpfel aus konventionellem Anbau 20- bis 30-mal gespritzt, bevor sie in Ihrem Einkaufskorb landen.
Pestizide sind Biogifte und können daher auch dem Menschen schaden. Die durch Pestizide hervorgerufenen Gesundheitsschäden gehen von Hautausschlägen über Schädigungen von Lunge, Herz, Nieren und Leber über Störungen des zentralen Nervensystems bis hin zu chronischen und Erbgut-Schäden. Dabei ist die Langzeitwirkung dieser Spritzmittel häufig noch gar nicht bekannt.
Da Kontrollen zwar vorgeschrieben, aber mitunter lasch gehandhabt werden und sich große Lebensmittelketten nicht in die Pflicht nehmen lassen wollen, die Pestizid-Grenzwerte ihrer Ware zu garantieren, bleibt dem Verbraucher wieder mal nichts anderes übrig, als sich selbst zu schützen und die Belastung für sich möglichst gering zu halten. Mit diesen Tipps gelingt's:
Tipp 1. Kaufen Sie nach Möglichkeit Obst und Gemüse aus Bioanbau! Hier wird auf künstliche Spritzmittel generell verzichtet. Sie erkennen dies an dem Siegel „BIO nach EGÖko-Verordnung". Ebenfalls verlässlich: „Bioland", „demeter", „Naturland" oder „EcoVIN" (bei Wein).
Tipp 2. Achten Sie auf das Herkunftsland. Landwirtschaftliche Produkte aus Südeuropa (speziell aus Spanien) sind höher mit Pestiziden belastet als hiesige.
Tipp 3. Wenn Sie im Supermarkt einkaufen: Hier gibt es große Unterschiede bei den Pestizidrückständen. In einer Stichprobe der Umweltorganisation Greenpeace schnitten Obst- und Gemüse aus Lidl-, Aldi- und Billa-Märkten überdurchschnittlich gut ab. Rewe, Edeka und Kaiser's/ Tengelmann fielen eher durch schlechte Werte auf.
Tipp 4. Die Pestizidbelastung ist am geringsten, wenn Sie Obst und Gemüse dann kaufen, wenn das Produkt bei uns Saison hat und möglichst auch aus der Region stammt.
Tipp 5. Waschen Sie Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau stets sorgfältig unter handwarmem Wasser. Dadurch entfernen Sie einen - wenn auch geringen - Teil der Rückstände.
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