So schonen Sie Ihre Nerven
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 14. August 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
mal ehrlich: Nirgendwo sind wir noch sicher. Ob Chef, Kollegin, Fußpflegerin oder Tante - alle können uns rund um die Uhr erreichen und "zutexten". Wir sind mit mehreren Telefonanschlüssen ausgerüstet, mit Anrufbeantwortern und Faxgräten bestückt, mit verschiedenen Handys und Blackberry bewehrt, mit dem Internet ständig online und global vernetzt. Im Dauergebrauch sind diese Kommunikationsmittel gesundheitsschädlich, denn sie lassen uns nie zur Ruhe kommen. Die Folge ist nicht selten ein Überlastungssyndrom, ein Burnout.
Zudem haben diese technischen Hilfsmittel eine Reihe von neuen Marotten zutage befördert. Schlafwandel-Simsern beispielsweise ist das Schreiben von Kurznachrichten so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie selbst im Schlaf nicht davon lassen können. Am nächsten Morgen wissen sie von nichts. Manche fallen dem "Texting" anheim - einer Abkürzungs- und Codierungssucht. Alles, was gemailt oder gesimst wird, wird codiert und damit zu Textonymen. Die unglückseligen von der „Ringxiety" Betroffenen hören ständig ihr Handy bimmeln oder spüren sein Vibrieren, auch wenn gar niemand anruft. Eine weitere Zeitgeist-Macke ist das Smexten: draußen vor einer deutschen Kneipe stehen, rauchen (smoking) und dabei simsen (texten), bis die Finger blau sind. Handyfreie Variante ist das Smirten - das Flirten mit dem Gatten einer Nichtraucherin rauchend vor einer Kneipe. Die Unterwegstelefonierer treffen Sie zumeist leicht geistesgestört gestikulierend mit dem Knopf im Ohr im Gespräch mit unsichtbaren Außerirdischen.
Das Heilmittel für all diese Zeitgeist-Entgleisungen ist denkbar einfach und granatenmäßig unpopulär: Einfach das ganze Geraffel abschalten. Sie versäumen nichts, wenn Sie mal nicht erreichbar sind!
Probieren Sie es einfach mal aus und bleiben Sie natürlich gesund! Schreiben Sie mir, wie es Ihnen damit geht!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hermine Isabella Jansohn (14.08. 2009 06:31 Uhr):
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich weigere mich und zwar immer noch mit schlechtem Gewissen und Erklärungsbedarf, per Handy immer und überall erreichbar zu sein. Ich will da SEIN wo ich BIN. Egal ob beim Einkaufen, Autofahren, Öffiis oder gar während eines Gespräches mit anderen Menschen! Danke für Ihre diesbezügliche "Rückenstärkung"! Und danke auch für all Ihre anderen wertvollen Beiträge! Liebe Grüße Hermine Isabella Jansohn
Antworten - Kommentar von Beate Heusler (14.08. 2009 08:03 Uhr):
Hallo, stehe voll hinter Ihrem ersten Beitrag.... Vielleicht sollte man die Leser auch drauf aufmerksam machen wie gesundheitsschädlich die HF (Handy, DECT, WLAN) Strahlung ist? Das Bundesamt f. Strahlenschutz warnt auch davor..... Mfg. B. Heusler
Antworten - Kommentar von Lilian Zivkovic (14.08. 2009 09:03 Uhr):
I love it! Sie sind SO im Recht! Grüsse, Lilian
Antworten - Kommentar von Manfred (14.08. 2009 09:19 Uhr):
Glückwunsch zu diesem kompetenten Aufsatz in einer herzerfrischenden deutlichen Sprache.
Antworten - Kommentar von Dieter Woll (15.08. 2009 15:48 Uhr):
Dieser Beitrag spricht mir aus dem Herzen. Ich bin im Aussendienst tätig und immer wird erwartet, egal ob vom Chef oder von Kunden, dass man pausenlos rund um die Uhr erreichbar ist. Ich habe das einige Zeit mitgemacht, und bin dann zu dem Ergebnis gekommen, dass das wirklich Gute an einem Handy der Knopf zum Ausschalten ist. Ich habe meine Erreichbarkeit auf bestimmte Zeiten festgelegt, ausserhalb dieser Zeiten schalte ich mein Handy aus. Es geht mir seitdem nervlich gesehen, wesentlich besser! Natürlich habe ich mir einiges Genörgel und Gesabbere angehört, aber das legt sich mit der Zeit. Schlisslich ist man ja nicht nur seinen Kunde uns seiner Firma gegenüber verpflichtet, sonder auch sich selbst. Wenn ich auf der Schnautze liege, nutzt das auch niemenden etwas. Ich kann nur jedem empfehlen: Prioritäten setzen und gelegentlich den eigenen Reset-Knopf drücken! Dieter W.
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