So können Sie die Wasserqualität vom Badesee selbst beurteilen

in Täglich Gesund
vom


Morgen ist Sommeranfang, in vielen Bundesländern beginnen in den nächsten Wochen die Ferien - und wenn dann das Wetter gut ist, locken Badeseen zum Sommervergnügen. Aber woran erkennen Sie, ob die Wasserqualität des von Ihnen ausgewählten Sees in Ordnung ist?


Ein Tipp: ist das Wasser schaumig, dann hat dies in den meisten Fällen nichts mit Chemikalien im Wasser zu tun. Häufig sind Algen schuld, gerade an Küsten. Der Wind sorgt dafür, dass das Wasser in Ufernähe ständig in Bewegung ist. So werden die Eiweiße der Algen durch die Bewegung zu Schaum.

Anders sieht es aus, wenn Sie auf Badeseen viele Enten oder Schwäne bemerken. Zwar zieht es diese Vögel erst einmal nicht auf Seen mit schlechter Wasserqualität - aber sie sorgen dafür, dass sich das Wasser verschlechtert. Denn nach und nach verschmutzen sie es immer mehr, durch ihre Ausscheidungen. So kommt es nicht nur zu einer erhöhten Keimbelastung durch den Kot. Vielmehr bilden sich in Binnengewässern Zerkarien. Diese Saugwürmer sorgen bei Erstbefall für Juckreiz. Bohren sie sich wiederholt in Ihre Haut, kann es zu unangenehmer Quaddelbildung und heftigen Juckbeschwerden kommen.

Um die Wasserqualität eines Sees richtig einschätzen zu können, hilft es Ihnen, wenn Sie einfach bis zu den Knien ins Wasser steigen. Können Sie dann Ihre Füße nicht mehr sehen, dann befinden sich im See zu viele Algen; in der Regel sind dies Grün- bzw. Blaualgen. Schlucken Sie oder Ihre Kinder bzw. Enkel beim Spielen im Badesee Wasser, können diese Algen zu Magen-Darmkrankheiten führen. Außerdem ist durch die Algen die Sicht schlechter.

Gefährlich sind auch Bachläufe. Denn Bäche, die in Badeseen laufen, führen auf ihrem Weg zum See z. B. an Weiden entlang. So können sie Bakterien aus Kot mitführen und in den See transportieren. Diese vermischen sich zwar dann mit dem Seewasser und erreichen eine ungefährliche Konzentration. An der Einlaufstelle aber ist ihre Konzentration deutlich höher; Sie sollten diese daher meiden.


von
Dr. Martina Hahn-Hübner

Erfahren Sie hier mehr über Dr. Martina Hahn-Hübner - Gesundheitswissen-Expertin und Chefredakteurin von Täglich Gesund und dem Mondkalender.

 
Mehr Gesundheits-Tipps gratis per E-Mail
Das könnte Sie auch interessieren: "Benefit", "Dr. Spitzbart's Gesundheits-Praxis", "Länger und gesünder leben", "Mayo Clinic Gesundheits-Brief", "Gesund und fit mit Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage"

Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von Dr Ing Bernd Meißner

Liebe Schreiberin meine Tochter heißt auch Martina, daß nur vorweg; ich durfte als Kind nicht ins Wasser, wegen einer chronischen Mittelohrentzündung. Wurde mit 19 Jahren operiert und danach DLRG Rettungsschwimmer und Ausbilder, immer noch mit offenem Mittelohr. Ich habe in einem Badesee bei Han. nach einem vermißtem Mädchen gesucht. Sichtweite mit Tauchmaske und Gerät bis zu meinen Fingerspitzen Meine Meinung, Badeseen müßten sehr stark kontrolliert werden. Nichtschwimmer oder unsichere "Bader" haben da nichts zu suchen. Ich bin nach wie vor Saunagänger und liebe Temperaturschocks. LG Bernd

Antworten