So gehen Sie mit kleinen Sportverletzungen um
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Prellungen
vom 30. Juni 2009, 05:00 Uhr
GNL5223
kleinere Blessuren holt man bei Sport immer mal wieder - hier mal eine Schramme, dort mal ein Splitter oder eine Abschürfung. Dann gilt es eine Infektion zu vermeiden und das Abheilen zu beschleunigen. Die richtige Behandlung hängt von Art und Schwere der Verletzung ab. Der Kölner Wundexperte Dr. Guido Siebenhaar gibt Ihnen diese Tipps:
- Oberflächliche Schürfwunden: Diese können in aller Regel offen abheilen. Sinnvoll ist es, sie unterstützend mit einem antibiotischen Wundgel zu versorgen. Dieses unterstützt den Heilungsprozess und wirkt zugleich desinfizierend und entzündungshemmend, ohne dass der Wirkstoff in den Blutkreislauf übergeht.
- Offene Wunden: Häufig sind sie die Folge von Schnittverletzungen. Sie bluten meist stark und bieten potenziellen Keimen und Erregern ein willkommenes Einfallstor. Deshalb müssen sie umgehend richtig versorgt werden. Bei kleineren Schnittwunden, die nicht zu tief sind, sollten Sie die Wunde erst mal bluten lassen und das Blut mit einem sauberen Tuch vorsichtig auftupfen. Möglichst die Wunde nicht mit den Fingern berühren. Kommt die Blutung zum Stillstand, können Sie ein Desinfektionsmittel aufsprühen, sofern Sie eines zur Hand haben. Nach der Reinigung mit klarem Wasser genügt bei kleinen Wunden ein Pflaster. Größere sollten mit einer sterilen Kompresse abgedeckt und diese mit Mullbinden fixiert werden.
- Nässende Wunden: Sie sondern reichlich wässriges Wundsekret ab. Grundsätzlich werden sie behandelt wie jede größere offene Wunde, also mit einer sterilen Mullkompresse. Allerdings ist der Verband wegen erhöhter Infektionsgefahr mehrmals täglich zu wechseln. Außerdem sollte man darauf achten, Wundauflagen zu verwenden, die nicht mit der Wunde verkleben können. Am besten lassen Sie solche Wunden von einem Arzt versorgen.
- Infizierte Wunden: Infektionen sind eine häufige Komplikation offener Wunden. Man erkennt sie an der zunehmenden Rötung und Schwellung um das Wundgebiet herum. Typisch sind auch eitrige Beläge. Kleinere solcher Wunden lassen sich mit tyrothricinhaltigen Lokalantibiotika behandeln. Anders als normale Wundsalben bekämpfen sie gezielt die Entzündungserreger. Größere Wunden müssen selbstverständlich vom Arzt versorgt werden.
- Chronische Wunden: Hauptursache für schlecht oder gar nicht abheilende Wunden sind Stoffwechselerkrankungen und Durchblutungsstörungen. Im Vordergrund steht deshalb die Behandlung der Grunderkrankung. Die Wunden selbst werden mit so genannten hydrokolloiden Verbänden bedeckt. Sie nehmen Sekret auf, ohne die Wunde auszutrocknen, und sorgen für ein feuchtes, heilungsförderndes Wundmilieu.
- Kratz- und Bisswunden: Die letzte Tetanusimpfung liegt mehr als zehn Jahre zurück? Dann ab zum Arzt! Ansonsten gilt: Wunde mit klarem Wasser reinigen, desinfizieren und je nach Größe mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse bedecken. Bisswunden lassen Sie danach am besten immer ärztlich versorgen.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb
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