So erreichen Sie mehr - in weniger Zeit
Dr. Michael Spitzbart in Täglich Gesund
vom 19. Oktober 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Die durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland beträgt zehn Stunden pro Tag. Leider aber verspricht eine solch lange Arbeitszeit nicht unbedingt Erfolg: Nur weil Sie lange arbeiten, heißt das nicht, dass Sie auch viel von Ihrem Pensum abarbeiten. Häufig ist am Ende des Tages noch viel Arbeit übrig. Aber warum ist das so? In der Regel fehlt es Ihnen an Konzentration. Denn wenn Sie wirklich erfolgreich arbeiten wollen, müssen Sie sich konzentrieren. Und die Zeit, in der Sie konzentriert arbeiten können, ist begrenzt. Hinzu kommen störende Situationen, die dazu führen, dass Sie immer wieder aus Ihrer Arbeit gerissen werden und noch mehr Zeit brauchen. Und schon ist Ihr Arbeitstag wieder zu Ende.
Wann können Sie sich am besten konzentrieren?
Konzentration können Sie nicht auf Knopfdruck herbeiführen. Vielleicht haben Sie das schon einmal gemerkt: Sie bemühen sich, bei der Sache zu bleiben, und dennoch schweifen Ihre Gedanken immer weiter ab. In anderen Situationen dagegen sind Sie so vertieft in Ihre Arbeit, dass Sie überhaupt nichts ablenken kann. Warum ist das so? Der Grund dafür ist der Biorhythmus Ihres Körpers. Er gibt die Zeiten vor, in denen Sie sich gut konzentrieren können.
Wenn Sie ein Frühaufsteher sind, haben Sie Ihr Leistungshoch ungefähr zwischen 8 und 12 Uhr am Vormittag. Danach fallen Sie erst einmal in ein „Loch" - das ist die Phase rund um das Mittagessen, in der sich die meisten Menschen müde fühlen. Am Nachmittag, ab circa 14.30 Uhr, haben Sie noch einmal eine Phase, in der Sie sich relativ gut konzentrieren können, allerdings sind Sie nicht ganz so leistungsfähig wie am Morgen. Diese Phase hält bis ungefähr 17 Uhr an, danach können Sie sich kaum noch konzentrieren. Sind Sie eher ein Abendtyp, der später aufsteht, dafür abends lange wach ist? Dann haben Sie am Morgen eine Konzentrationsphase, die schwächer ist als die des Frühaufstehers. Dafür sind Sie nach dem „Mittagsloch", also gegen 14.30 Uhr, so richtig leistungsfähig - bis spät in den Abend hinein.
So nutzen Sie Ihre Hochleistungsphasen gezielt
Abhängig von Ihren Hochleistungsphasen, sollten Sie Ihren Tag planen. Legen Sie Arbeiten, die Sie wirklich fordern, immer in die Zeit, in der Sie sich am besten konzentrieren können. Als Frühaufsteher ist das der Vormittag. Sind Sie ein Abendmensch, erledigen Sie am Morgen besser erst Ihre Routineaufgaben - die anspruchsvollen Tätigkeiten verlegen Sie besser auf den Nachmittag. Mit diesem einfachen Trick können Sie Ihre Leistungsfähigkeit voll ausnutzen.
Pausen verbessern Ihre Konzentrationsfähigkeit
Auch in Ihren Hochleistungsphasen kann es vorkommen, dass Sie zwischendurch einmal etwas leichter abzulenken sind. Wenn Sie merken, dass Ihre Konzentration nachlässt, sollten Sie sofort eine Pause machen. Nachlassende Konzentration ist immer ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper eine Erholungsphase braucht. Daher sollten Sie so eine Pause nicht nutzen, um mit einer anderen Arbeit weiterzumachen. Im Gegenteil: Suchen Sie sich eine Tätigkeit, die nichts mit Ihrer momentanen Arbeit zu tun hat. Gießen Sie zum Beispiel Ihre Blumen. Oder schauen Sie einfach einmal zehn Minuten lang aus dem Fenster. Danach können Sie dann schwungvoll weiterarbeiten.
Äußere Einflüsse bringen Ihren Alltag durcheinander
Aber selbst wenn Sie Ihre Konzentrationsphasen kennen und effektiv nutzen wollen, kommt Ihnen häufig etwas dazwischen, was Ihre Tagesplanung über den Haufen wirft. Sie kennen das sicherlich auch: Sie überlegen morgens, was alles erledigt werden muss. Und in Gedanken weisen Sie jeder Aufgabe die Zeit zu, die Sie für die Erledigung brauchen werden. Dennoch kommt alles ganz anders: Gleich morgens im Supermarkt war die Schlange so lang, dass Sie 20 Minuten länger gebraucht haben. Dadurch mussten Sie noch einmal zehn Minuten auf den Bus warten - und können die Wäsche erst nachmittags in die Reinigung bringen, da die schon Mittagspause hat.
Im Büro sind es meist Besprechungen, die sich in die Länge ziehen und Ihren Zeitplan durcheinanderwirbeln. Hinzu kommen unerwartete Telefonate, die Zeit brauchen, oder ein streikender Computer, der erst nach einer halben Stunde wieder so funktioniert, wie er soll.
Durch solche Geschehnisse verlängert sich nicht nur Ihr Arbeitstag. Sie werden auch aus Ihrer Konzentrationsphase gerissen und brauchen danach mindestens eine Viertelstunde, wenn nicht sogar länger, bis Sie sich wieder in Ihre Arbeit vertieft haben. Daher sollten Sie solche Konzentrationsstörer von vornherein durch eine geschickte Tagesplanung ausschalten.