So beugen Sie der Alzheimer-Erkrankung wirksam vor
Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 28.06.2004 16:00 Uhr
GNL5356
Ein Mittel, mit dem man die Alzheimer-Demenz heilen könnte, gibt es leider immer noch nicht. Aber Alzheimer-Forscher diskutieren neue Behandlungsstrategien. Bei der Gedächtnisbildung spielt der Botenstoff Acetylcholin eine zentrale Rolle. Über diesen chemischen Vermittler tauschen Nervenzellen Informationen untereinander aus. Damit diese Botschaften richtig verstanden werden, müssen ausreichend viele Andockstellen an den Gehirnzellen vorhanden sein. Doch gerade an diesen Andockstellen mangelt es den Alzheimer-Patienten. Mit neu entwickelten Medikamenten wie beispielsweise dem Schneeglöckchen-Wirkstoff Galantamin wird eine dreifach positive Wirkung auf den Verlauf der Alzheimer-Demenz erzielt. Es hemmt nicht nur den Abbau des Acetylcholins, sondern macht die vorhandenen Andockstellen sensitiver für den Botenstoff.
Möglicherweise hat Galantamin auch einen schützenden Effekt für Nervenzellen. In einer Langzeitstudie in den USA wurde beobachtet, dass Galantamin den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit von Alzheimer-Patienten bis zu vier Jahre lang deutlich verlangsamt. Diese Minimierung der Symptome gelingt jedoch nur, wenn erste Anzeichen frühzeitig erkannt werden. Daher ist es wichtig, dass Angehörige und Betroffene Warnsignale ernst nehmen. Eine Studie aus den Niederlanden belegt, dass man mit Aspirin und mäßigem Alkoholgenuss das Erkrankungsrisiko reduzieren kann.
Aber auch andere Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac verringern das Erkrankungsrisiko. In der Studie hatte man 7.000 Menschen, über 55 Jahre alt, etwa sieben Jahre lang beobachtet. Teilnehmer, die mindestens zwei Jahre lang ein Aspirin-ähnliches Medikament nahmen, zeigten ein um 80 Prozent verringertes Risiko für Alzheimer. Bei Teilnehmern, die diese Medikamente einen Monat bis zwei Jahre lang eingenommen hatten, reduzierte sich das Risiko um 20 Prozent. Geringe Mengen zeigten dieselbe Wirkung wie höhere Dosen.
Auch wenn es bis heute noch keine Heilung gibt, können Sie dazu beitragen, Ihr Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung zu minimieren. Forschungsergebnisse belegen, dass Menschen, die aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen, Sport treiben und ein reges soziales Leben führen, seltener an Alzheimer erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA, in der etwa 500 Menschen im Alter von 75 bis 85 bis zu 21 Jahre lang untersucht wurden.
Das können Sie tun, um Ihr Erkrankungsrisiko zu minimieren
1. Geist und Körper fit halten, intensive Gespräche führen, Zeitung lesen. Auch das Lösen von Kreuzworträtseln hält geistig beweglich. Regelmäßige Bewegung durch flotte Spaziergänge oder angemessene sportliche Betätigung hält den Körper in Form. Insbesondere Tanzen und Walking sind sehr zu empfehlen.
2. Gesunde Ernährung: Die Vitamine A, C und E sind in Obst sowie grünem und rotem Gemüse enthalten. Sie wirken als Radikalfänger und Antioxidantien. Die schützen die Körperzellen vor aggressiven Substanzen. Mindestens einmal in der Woche sollte Fisch auf Ihrem Speiseplan stehen.
3. Risikofaktoren möglichst vermeiden. Hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht und ein hoher Plasma-Homocystein-Spiegel werden nach neuesten Erkenntnissen als Risikofaktoren vermutet.
Mehr Infos bekommen Sie bei: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Friedrichstr. 236, 10969 Berlin, Tel: 030/2593, www.deutsche-alzheimer.de Mehr zum Thema lesen Sie auch hier: