So bekommen Sie Wetterfühligkeit in den Griff
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 24. Februar 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Zunächst einmal ist die Reaktion auf das Wetter eine ganz wichtige wichtige Anpassungsleistung Ihres Organismus. Er reagiert ununterbrochen auf seine Umgebung mit Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe, um seine Körpertemperatur zu halten. Das bemerken Sie jedoch normalerweise gar nicht.
Unter Wetterfühligkeit leiden besonders Menschen, deren vegetatives Nervensystem eine niedrigere Reizschwelle hat. Etwas Ähnliches erleben wetterempfindliche Menschen. Sie haben durch Krankheiten oder Verletzungen bereits einen geschwächten Organismus, der bei Wetterwechsel und Klimaschwankungen die Anpassungsleistung nicht mehr erbringen kann. Bestehende chronische Erkrankungen werden aktiviert oder verstärkt - etwa bei Herzpatienten, Rheumatikern, Asthmatikern und Menschen, die unter Narbenschmerzen leiden.
Zu den Maßnahmen, die Ihnen Erleichterung verschaffen gehören Schwimmen, Gymnastik, Ausdauersport, Massagen und Kneippanwendungen, kombiniert mit schmerzlindernden Verfahren wie Akupunktur und Magnetfeldtherapie, leichter ausgewogener Kost, Pflanzenheilmitteln und Entspannungstraining. Lernen Sie, sich gezielt zu entspannen - zum Beispiel mit autogenem Training, Qi Gong, Tai Chi oder Yoga. Mit diesen Methoden helfen Sie sich selbst bei depressiver Verstimmung, die durch Klimareize verstärkt werden kann.
Gehen Sie täglich bei Wind und Wetter an die frische Luft, damit Ihr Körper lernt, sich auf Temperatur- und Wetterwechsel einzustellen. Trainieren Sie Ihren Kreislauf jeden Morgen durch Warm-Kalt-Wechselduschen und andere Wasseranwendungen wie Wassertreten.
Trainieren Sie Ihren Kreislauf durch regelmäßigen Ausdauersport. Am besten sind drei- bis viermal die Woche 20 bis 30 Minuten Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Gönnen Sie sich mindestens einmal in der Woche Sauna oder Dampfbad.
Noch ein Tipp von meiner Frau für Sie: Nehmen Sie regelmäßig dreimal zwei Teelöffel Melissentinktur zu sich (allerdings nur, wenn Sie keine Probleme mit Alkohol haben). Diese harmonisiert das vegetative Nervensystem, das bei Wetterfühligkeit zu schnell aus der Balance gerät. Bei akuten Beschwerden trinken Sie eine Tasse lauwarme Gemüsebrühe und machen diese Übung: Legen Sie die Daumenspitzen der rechten Hand seitlich an den Ringfingernagel, die Zeigefinger auf das erste Daumengelenk. An der linken Hand drücken Sie die Spitze vom Daumen und kleinen Finger zusammen. Halten Sie diese Position einige Minuten.
Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Wetterfühligkeit, in dem Sie vermerken, wie das Wetter ist, wie Sie sich fühlen, was Sie essen und trinken, was Sie tun und treiben, wie Sie sich seelisch fühlen. Möglicherweise tun sich noch andere Zusammenhänge auf.