Skandal: Medikamente für Frauen an Männern getestet
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 3. August 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
„Der kleine Unterschied" ist noch immer nicht ausgerottet: Die meisten Medikamente wirken bei Frauen anders als bei Männern. Deshalb brauchen Frauen andere Wirkstoffe und andere Mengen. Diese Erkenntnis spricht sich jedoch nur langsam herum. In Therapieanweisungen und Beipackzetteln suchen Sie diese vergebens.
Bei Frauen kommt es sehr viel häufiger zu Nebenwirkungen durch Medikamente als bei Männern. Auch tödliche Zwischenfälle sind häufiger. Etwa 62 Prozent der Klinikeinweisungen wegen unerwünschter Arznei-Effekte betreffen Frauen, bei Männern sind es entsprechend nur 38 Prozent. Vor allem ältere Frauen und Frauen mit niedrigem Körpergewicht erleiden häufiger solche behandlungsbedürftigen Begleiterscheinungen.
Generell ist die Gefahr von Nebenwirkungen bei Frauen um 60 Prozent höher, zu diesen Erkenntnissen kam Prof. Edeltraut Garbe vom Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Universität Bremen. Dabei drohen vor allem schwere Begleiterscheinungen und insbesondere Herzrhythmusstörungen. Frauen reagieren wesentlich sensibler auf Medikamente. Das solle bei der Verordnung von Arzneien bei Frauen dringend berücksichtigt werden.
Grund der Fehleinschätzung ist auch, dass nach wie vor die meisten Medikamente an Männern getestet werden. Warum? Die offiziellen Argumente: Frauen könnten während der Versuchsphasen schwanger und das Ungeborene gefährdet werden. Eventuelle Nebenwirkungen von Arzneistoffen würden zudem unter Umständen durch Hormonschwankungen verzerrt. Das ist zwar nicht falsch. Doch stecken dahinter auch finanzielle Interessen: Männer gelten als stabiler und gleichförmiger in ihren Körperabläufen, das erspart der forschenden Industrie Zeit und Geld.
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Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Volker Specht (03.08. 2010 12:06 Uhr):
Dass Medikamente für Frauen an Männern getestet werden ist schon skandalös. Es wird jedoch noch davon übertroffen, dass es sehr oft keine speziellen Medikament für Babys, Kleinkinder und Kinder gibt. Auch bei normalen Medikamenten werden keine Untersuchungen der Wirkung und Nebenwirkungen auf diese Gruppen durchgeführt. Die Dosierung der Ärzte ist dann oft ein Vabanquespiel. Volker Specht
Antworten - Kommentar von A M Salchner (03.08. 2010 13:12 Uhr):
In einem haben Sie Recht Frau Schneider, es wird nicht differenziert, und dies von manchen Ärzten - ich hatte so einen Hausarzt , und hier geht es auch in Verschreibung bei leichten bis schweren Fällen. Der eine Mensch benötigt eine stärkere Dosis als der andere, eben aus den von Ihnen genannten Gründen oder weil die Stärke der Dosis Probleme macht. Zuerst sagte mein Arzt, ich hätte den befürchteten Virus nicht, aber ich bestand auf den Test, und ich hatte ihn, aber nur sehr wenig wie er meinte. Jedoch, er verschrieb die volle Länge. Ich muss aber vorsichtig sein, da ich oft sehr auf Medikamente anspreche und ja auch Magenprobleme habe, was er weiß. MfG A. M. Salchner
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