Setzen Sie auf die Heilkraft der Bitterkräuter
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Kräuter
vom 11. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5223
Liebe Leserin,
lieber Leser,
bei der Geschmacksrichtung „bitter" scheiden sich die Geister. Die einen lieben Grapefruitsaft und britische Orangenkonfitüre, Salbeitee, Chicoree und weitere herzhafte Salate. Andere wiederum finden das alles entsetzlich bitter. Süß, sauer, salzig - diese Geschmacksrichtungen mögen die meisten Menschen. Doch wenn etwas bitter schmeckt, verziehen sie gleich das Gesicht. Die einen mögen den bitteren Geschmack nicht, die anderen verbinden allein schon mit dem Begriff etwas Negatives. Das macht sich auch in unserer Sprache bemerkbar: Medizin schmeckt bitter, das Leben ist bitter und manche Menschen sind verbittert.
In Indien und China sieht man das anders. Da werden Speisen mit Bitterstoffen bevorzugt eingesetzt, weil sie erfrischen, anregen, wärmen und die Geschmacksnerven aktivieren.
Doch Bitterstoffe können noch viel mehr. Ihre positiven Wirkungen sind äußerst vielfältig: So wirken Bitterstoffe beispielsweise wie ein "Schleimhaut-Training". Die Schleimhäute in Ihren Verdauungsorganen ziehen sich durch die Bitterstoffe zuerst zusammen und dehnen sich dann wieder aus. Dabei können unerwünschte Stoffwechselprodukte leichter abtransportiert, Viren, Bakterien und Pilze schneller ausgeschieden werden. Das ist zum Beispiel auch der Grund, warum Tiere immer wieder bittere Kräuter zu sich nehmen. Bitterstoffe steigern außerdem die Produktion des Magensaftes und kräftigen die Magen- und Darmschleimhäute. Bitterstoffe regulieren eine gestörte Verdauung. Durch die verdauungsfördernde Wirkung wird der Energiestoffwechsel angeregt und Wärme freigesetzt, das bringt neue Energie und wirkt positiv auf die Stimmung.
Ich finde, das sind doch schon genug Gründe, häufiger mal wieder etwas Bitteres zu sich zu nehmen - sei es die morgendliche Grapefruit oder ein knackiger Salat mit Endivie, Rauke und Chicoree. Vom Frühjahr an können Sie auch in speziellen Gärtnereien bittere Wildkräuter für Salate und Suppen kaufen. Bei uns gibt es das regelmäßig.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider