Schwangerschaftsdiabetes: Tierische Fette gefährden Mutter und Kind
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Diabetes Mellitus
vom 30. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Schwangerschaftsdiabetes kann zu einer großen Gefahr für Mutter und Kind werden - es kann zu Komplikationen kommen, die die Gesundheit beider gefährden. Doch wie entsteht diese spezielle Art von Diabetes, die nach der Entbindung in den meisten Fällen komplett wieder verschwindet? Amerikanische Forscher haben jetzt Hinweise darauf gefunden, dass sich die Ernährung schon vor der Schwangerschaft auf das Entstehen dieser Erkrankung auswirkt.
Die Wissenschaftler der National Institutes of Health und der Harvard University hatten über 13.000 Teilnehmerinnen untersucht bzw. deren Gesundheitsdaten ausgewertet. Alle Frauen machten bei der Nurses Health Study mit, einer Studie, die seit über 35 Jahren läuft und in der es um die Gesundheit von Frauen geht. Die Studie beinhaltet, dass die Teilnehmerinnen alle zwei Jahre Fragebögen ausfüllen. In diesen werden spezielle Gesundheitsdaten und -fakten abgefragt. So geht es um das Allgemeinbefinden, um Schwangerschaften, Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum.
Sechs Prozent der Frauen, deren Daten ausgewertet wurden, erkrankten im Laufe der Untersuchung einmal an Schwangerschaftsdiabetes. Als die Forscher die Fragebögen auswerteten, fanden sie eine Gemeinsamkeit: Gerade die Frauen, die sich überwiegend von Fleisch, Wurst und Eiern ernährten, also tierische Fette und Cholesterin aus tierischen Lebensmitteln zu sich nahmen, hatten ein fast doppelt so hohes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, verglichen mit den Frauen, die wenig von diesen Lebensmitteln verzehrten. Allein eine hohe Aufnahme von Cholesterin über die Nahrung erhöhte das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes um 45 Prozent.
Hinzu kam, dass eine solche Ernährung alle anderen Schutzmaßnahmen scheinbar ausschaltete. Normalerweise senkt Bewegung das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes deutlich. Bei den Frauen, die viel tierische Fette und Cholesterin über die Nahrung zu sich nahmen, hatte Bewegung allerdings überhaupt keine positiven Auswirkungen auf das Krankheitsrisiko mehr. Auch regelmäßiges und ausreichend langes Ausdauertraining zeigte keinerlei Senkung des Risikos.
Andere Nahrungsfette wirkten sich übrigens nicht auf das Krankheitsrisiko aus. Auch ein gehäufter Verzehr pflanzlicher Fette ließ das Risiko nicht weiter ansteigen. Allerdings haben diese Fette augenscheinlich einen gewissen Schutzfaktor. Frauen, die nur fünf Prozent der tierischen Fette gegen pflanzliche Fette austauschen, können ihr Risiko für Schwangerschaftsdiabetes um sieben Prozent senken.