Schwangerschaft und fleischlose Kost: Verträgt sich das?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 4. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
gerade erreichte mich der verzweifelte Hilferuf von einem werdenden Großelternpaar: "Unsere Tochter (32) bekommt in wenigen Wochen ihr erstes Kind. Sie ernährt sich streng vegetarisch. Mein Mann und ich meinen, dass ist nicht gut fürs Baby. Unsere Tochter will auch auf das Stillen verzichten - wegen der Umweltbalstung, wie sie sagt!"
Da ist guter Rat zwar nicht teuer, doch wahrscheinlich ist Ihre Tochter nicht besonders interessiert daran. Im Prinzip ist sie ja alt genug zu entscheiden, was sie tut, und ebenso, um sich eine Einmischung von Oma und Opa in spe zu verbitten. Ihre Sorge ist aber durchaus verständlich - glaubt doch auch der Volksmund „Mit Hasenfutter wird nichts aus einem Kind"!
Doch wenn sich Ihre Tochter ausreichend um die richtige Zusammensetzung ihres vegetarischen Speiseplans kümmert, keine Puddingvegetarierin und keine Veganerin ist, muss Ihr Enkelind keineswegs Schaden leiden. Grundsätzlich gilt eine ausgewogene Mischkost mit etwas Fleisch und Fisch als die beste Startbasis für ein Ungeborenes. Am größten ist die Angst vor einem Mangel an Eiweiß, dessen Hauptlieferanten Fleisch und Fisch sind. Ihre Tochter muss deshalb vor allem gezielt darauf achten, dass sie genügend Eiweiß sowie Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt, die normalerweise in Fleisch und Fisch stecken.
Ist der Speiseplan gut durchdacht, liefert er alle Nährstoffe, die Schwangere und Ungeborenes brauchen, ohne dass es zu einer Mangelversorgung kommt. Wichtiger als die Menge des Eiweißes ist seine Qualität, und da braucht sich pflanzliches Eiweiß nicht zu verstecken.
Lesen Sie im nächsten Beitrag, worin sich die besten pflanzlichen Eiweißquellen verstecken.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider