Schützen Sie Ihre lautlos funktionierenden Nieren
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Nieren
vom 21. Februar 2012, 06:00 Uhr
GNL5356
Ihre Nieren reinigen Ihr Blut und regulieren Ihren Flüssigkeitshaushalt. Sie sorgen dafür, dass ein großer Teil Ihrer Stoffwechselabfälle entsorgt wird. Zudem sind sie an der Bildung von Vitamin D beteiligt und schütten das Blutbildungshormon Erythropoetin sowie das Hormon Renin aus, das Ihren Blutdruck harmonisiert. Normalerweise arbeiten Ihre Nieren so "lautlos", dass Ihnen wahrscheinlich gar nicht bewusst wird, welch enorme Leistung dieses Organ-Paar vollbringt.
Sie haben an jeder Körperseite jeweils eine Niere. Diese beiden bestehen aus etwa 2 Millionen Nierenkörperchen (Glomeruli). Das sind winzige Filterapparate, die Ihr Blut waschen und Ausscheidungsstoffe aussortieren. In ihnen wird das Blut gesiebt, Zellen und Eiweiße bleiben im Filtersystem hängen, wichtige Stoffe wie Natrium oder Kalium werden wieder in den Blutkreislauf eingespeist, ebenso das meiste Wasser. Übrig bleibt der Harn mit den Stoffen, die tatsächlich entsorgt werden müssen. Durchschnittlich anderthalb Liter Urin müssen täglich den Körper verlassen - normale Flüssigkeitsverhältnisse im Organismus vorausgesetzt.
Büßen diese Glomeruli, die zu den empfindlichsten Zellen Ihres Körpers gehören, ihre Funktion ein, kommt es zu einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI). In jedem 4. Fall ist dies auf einen Diabetes zurückzuführen (diabetische Nephropathie). In jedem 10. Fall handelt es sich um die Folge von Schmerzmittelmissbrauch. Vor allem machen aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel den Nieren zu schaffen.
Diese Symptome weisen auf eine Nierenschädigung hin:
- dumpfe Rückenschmerzen hinten unter dem Rippenbogen
- einseitige Schmerzen im Rücken
- kolikartige Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Blase
- Rotfärbung des Urins (Blut im Urin)
- schäumender Urin (Eiweiß im Urin)
- nächtlicher Harndrang
- fehlende Harnausscheidung (deutet auf akutes Nierenversagen hin)
- geschwollene Augenlider
- geschwollene Knöchel
- Taubheitsgefühle an Händen und Füßen
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Luftnot
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- schlechter Geschmack im Mund, Mundgeruch
- Juckreiz
- aschfahle, blaß-graue Hautfarbe beziehungsweise leicht gelbliche Haut
Diese Maßnahmen stärken Ihre Nieren
- Ihr Blutdruck muss gut eingestellt sein.
- Eine erhöhte Eiweißausscheidung im Harn sollte gemindert werden.
- Sie sollten unbedingt auf Rauchen verzichten, den dies schädigt Ihre Nieren ganz besonders.
- Reduzieren Sie Ihren Fleisch- und vor allem Ihren Wurstkonsum - 2 Portionen pro Woche reichen aus, setzen Sie auf pflanzliches Eiweiß (zum Beispiel aus Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchten, kombiniert mit Ei und Milch beziehungsweise Milchprodukten).
- Schränken Sie Ihren Phosphat-Konsum ein, indem Sie auf Cola, Koch- und Streichkäse, Milchpulver, Kondensmilch und phosphathaltige Zusatzstoffe (E-Nummern) verzichten.
- Machen Sie einen Bogen um zu viel Kochsalz (3 bis 4g täglich reichen), um den Wasserstau im Gewebe nicht zusätzlich zu fördern, achten Sie dabei vor allem auch auf verstecktes Salz.
- Sprechen Sie Ihren Schmerzmittelkonsum mit Ihrem Arzt ab, vor allem wenn Sie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac einnehmen. Aber auch mit Acetylsalizylsäure oder Paracetamol sollten Sie vorsichtig sein.
- Tees aus Goldrute, Hauhechel und Birkenblättern unterstützen die Arbeit der Nieren.
- Ihre Nieren brauchen trotz eingeschränkter Funktion ausreichend Flüssigkeit, sie sollten täglich 1 bis 3 l Urin bilden, bevorzugen Sie Quellwasser und mineralarme Wässer.
- Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht, um die Flüssigkeitsausscheidung im Auge zu behalten (staut sich das Wasser im Gewebe, nehmen Sie kontinuierlich zu)
- Lassen Sie Blutdruck und Blutzuckerwerte regelmäßig vom Arzt kontrollieren: Senken Sie hohe Blutfettwerte, denn diese können wahrscheinlich das Fortschreiten einer Nierenschädigung vorantreiben.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, denn das tut auch Ihrem Nierenstoffwechsel gut.
Morgen verrate ich Ihnen noch mehr natürliche Hilfsmaßnahmen für geschwächte Nieren!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Regina M Lemm (21.02. 2012 13:23 Uhr):
Wi dankbar bin ich für diese Plattform!!! Aufklärung über Nierenschädigungen wird seitens der Äarzteschaft leider viel zu selten betrieben. Auch und vor allem beim Auto-Immun-Erkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn. Hier sind schwere Nierenschäden als Folge-Erkrankung keine Seltenheit - im Gegenteil!
Antworten - Kommentar von Müller Helmut (21.02. 2012 14:45 Uhr):
Ihre Staffelung finde ich sehr gut: Krankheitsverlauf Erkennungsmerkmale Behandlung/Verhalten/Medizin
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