Schreiben und Lesen schützt das Gehirn vor Ablagerungen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 24. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Alzheimer ist eine der gefürchtetsten Krankheiten unserer Zeit. Alleine in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen - aber Methoden, mit denen sich der Abbau der Nervenzellen im Gehirn verringern kann, kennen wir noch nicht. Es gibt lediglich einige Risikofaktoren, die Sie ausschalten können. Hierzu gehört, dass Sie sich ausreichend bewegen, Übergewicht abbauen oder möglichst auf Alkohol verzichten.
Heute wissen wir auch: die Menschen, die geistig rege bleiben, sind eher vor Alzheimer geschützt. Und damit ist nicht etwa das normale Kreuzworträtsel gemeint. Ihre grauen Zellen profitieren von Lesen, Schreiben, Denksportaufgaben oder komplizierten Rätseln wie Sudokus oder Kakuros.
Doch warum schützt diese geistige Aktivität Ihr Gehirn? Denn immerhin erkranken Menschen, die ihr ganzes Leben lang geistig aktiv waren, entweder gar nicht oder viel später als ihre geistig unbeweglicheren Mitmenschen an Alzheimer.
Dieser Frage sind Wissenschaftler der University of California in Berkeley nachgegangen. Sie untersuchten 65 Freiwillige - alle waren geistig gesund. Ihr Durchschnittsalter betrug 76 Jahre. Die Gehirne der Studienteilnehmer wurden mit Positronenemissionstomografie (PET) gescannt, eine Methode, mit der sich Beta-Amyloid nachweisen lässt. Dabei handelt es sich um Eiweiße, die sich im Gehirn ablagern. Diese Ablagerungen gelten als eine der Ursachen für das Absterben von Nervenzellen und damit als ein Auslöser für Alzheimer.
Diese Bilder der Gehirne wurden mit den Gehirnscans von zehn Alzheimerpatienten und denen von elf jungen, gesunden Menschen im Alter von zwanzig Jahren verglichen. Das Ergebnis erstaunte die Wissenschaftler. Die Menschen, die viel gelesen und geschrieben hatten, wiesen Gehirnstrukturen auf, die denen von Zwanzigjährigen sehr ähnlich waren. Beta-Amyloide fanden sich hier nicht.
Bei denen dagegen, die sich nicht für geistige Bewegung hatten erwärmen können, glichen die Gehirnscans denen von Alzheimerpatienten - auch wenn sie noch geistig gesund waren.
Die Studienteilnehmer sollen nun weiter beobachtet werden. Die Forscher wollen erfahren, ob diejenigen, deren Gehirne auch im Alter noch jugendlich sind, weiterhin vor Alzheimer geschützt bleiben und ob die, in deren Gehirnen sich jetzt schon Beta-Amyloid-Ablagerungen befinden, tatsächlich an Alzheimer erkranken werden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hedwig Raskob (24.01. 2012 17:03 Uhr):
Sehr gut. Und tröstlich. Bin 75, lese viel und schreibe viel. Finde aber doch, dass ich bei Kreuzworträtseln z.B. arm dran bin!
Antworten- Antwort von hedwig raskob (24.01. 2012 22:42 Uhr):
Ich habe keine antwort auf meine Meldung bekommen: Ich betätige mich geistig sehr - und doch ist mein Gedächtnis gar nicht so gut. Woran könnte das liegen?
- Antwort von hedwig raskob (24.01. 2012 22:42 Uhr):
- Kommentar von Mechthild Scherer (24.01. 2012 21:52 Uhr):
Artikel heute in unserer Zeitung: Verdacht das Alzheimer auf einer Infektion beruht. Versuche laufen in Amerika. Es wäre schön, wenn Sie Näheres schreiben könnten. MFG M. Scherer
Antworten - Kommentar von Nadine Jagarich (24.01. 2012 22:34 Uhr):
Da muss der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan, an Alzheimer erkrankt und inzwischen gestorben, wohl eine Ausnahme gewesen sein.
Antworten - Kommentar von Theodor König (24.01. 2012 23:58 Uhr):
Gut zu lesen und zu erfahren, Lernen und Wissensdurst gehört in meinem Leben dazu wie Essen und Trinken, auch im Alter! Wichtig ist aber auch, gut zu schlafen und zu träumen, als seelisch-geistige Verarbeitung--, und Regeneration.-
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