Schokolade „massiert“ Ihre Seele
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 21.11.2007 05:00 Uhr
GNL5356
Gestern berichtete ich Ihnen von den günstigen Auswirkungen dunkler „Herrenschokolade“ auf Ihr Herz. Zudem versprach ich Ihnen das Rezept des wunderbaren „Herrenkuchens“ meiner Frau. Das finden Sie im nächsten Beitrag. Vorher will ich Ihnen aber unbedingt von noch einigen interessanten Erkenntnissen über das Kakaoprodukt berichten. Denn Schokolade ist nicht nur gut für Ihr Herz, sondern lindert Schmerzen und steigert Ihre Liebeslust. Mäßiger Genuss stimmt Sie glücklich und soll sogar die Lebenserwartung um ein Jahr verlängern – so die aktuellsten wissenschaftlichen Studien. Schokolade ist pure Medizin für Seele und Körper, sagen Forscher neuerdings.
Xocolatl war schon vor mehr als einem halben Jahrtausend der Stoff, aus dem die Träume sind. Bereits damals mixten sich die Azteken aus Kakaobohnen, Maismehl, Zimtrinde, Vanille, Honig und Chili eine pfeffrige Schokolade. Für sie war Kakao der Trunk der Götter. Sie setzten ihn auch als bewährtes Heilmittel ein – vor allem wegen seiner harntreibenden und aphrodisierenden Wirkung. Vom Azteken-Herrscher Montezuma ist überliefert, dass er täglich in goldenen Bechern ein Kakaogetränk zu sich nahm, bevor er sich zu seinen Haremsdamen aufmachte. Heute wird für die liebessteigernde Wirkung die Substanz Phenethylamin verantwortlich gemacht. Derselbe Stoff wird im Gehirn von Verliebten in erhöhter Menge ausgeschüttet.
Dunkle Schokolade hebt Ihre Laune
Die Kakaobutter enthält den Eiweißbaustein Tryptophan - eine Aminosäure, die im Gehirn in das Hormon Serotonin umgewandelt wird. Dieses ist unter anderem dafür zuständig, dass Sie sich wohl und glücklich fühlen. Den gleichen Effekt erreichen Sie mit dem Genuss einer Banane. Doch dabei fehlt Ihrer Seele das schmelzende Gefühl der Schokolade auf der Zunge. Da sich Schokolade bereits im Mund auflöst, werden die Aromen gleich freigesetzt und besonders viele Geschmacksknopsen damit „schmelzig“ umhüllt.
Der Genuss von Schokolade wirkt sich kurzfristig auch auf Ihr Schmerzempfinden aus. Denn kurz danach schüttet der Organismus körpereigene Schmerzmittel aus, die Endorphine, und bildet vermehrt das Hormon Serotonin. Ein hoher Serotoninspiegel verringert die Empfindlichkeit des Körpers für Schmerzen.
Diese schmerzlindernde Wirkung wird zwei Bestandteilen der Schokolade zugeschrieben, dem Zucker und der Aminosäure Tryptophan. Aufgrund des hohen Zuckeranteils und einiger biochemischer Prozesse, die dadurch ausgelöst werden, gelangt verstärkt Tryptophan ins Gehirn, wodurch im Endeffekt die Schmerzschwelle gesenkt wird. Dieser Effekt bleibt allerdings nur 60 bis 90 Minuten nach dem Verzehr erhalten – aber immerhin.
Die vielen guten Wirkungen sind vor allem bei dunkler Schokolade zu verzeichnen. Je dunkler, desto besser.