Schokolade dämpft Ihre Schmerzen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 06.07.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
Ich habe gute Nachrichten für die Süßschnäbel unter Ihnen: Schokolade lindert Schmerzen – allerdings nur kurzfristig.
Beim Lutschen eines Stückchens Schoko schüttet Ihr Organismus körpereigene Schmerzmittel aus, die Endorphine, und bildet das Hormon Serotonin, das auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Ein hoher Serotoninspiegel verringert die Empfindlichkeit des Körpers für Schmerzen.

Diese schmerzlindernde Wirkung wird vor allem durch den Zucker und die Aminosäure Tryptophan ausgelöst. Aufgrund des hohen Zuckeranteils und einiger biochemischer Prozesse gelangt verstärkt die Aminosäure Tryptophan ins Gehirn, wo sie in das Serotonin umgewandelt wird. Damit wird die Schmerzschwelle gesenkt. Leider verflüchtigt sich dieser angenehme Effekt nach einer bis anderthalb Stunden wieder.
Schokolade senkt zudem den Blutdruck und mildert Liebeskummer. Mäßiger Genuss soll sogar die Lebenserwartung um ein Jahr verlängern.
Xocolatl war schon vor mehr als einem halben Jahrtausend der Stoff, aus dem die Träume sind. Bereits damals mixten sich die Azteken aus Kakaobohnen, Maismehl, Zimtrinde, Vanille, Honig und Chili eine Schokolade. Für sie war Kakao der Trunk der Götter – vor allem wegen seiner aphrodisierenden Wirkung. Heute wird für die liebessteigernde Wirkung die Substanz Phenethylamin verantwortlich gemacht. Derselbe Stoff wird im Gehirn von Verliebten in erhöhter Menge ausgeschüttet. Die Kakaobutter enthält den Eiweißbaustein Tryptophan, eine Aminosäure, die im Gehirn ins glücklich machende Hormon Serotonin umgewandelt wird. Dunkle Schokolade ist dabei wirkungsvoller als die helle.
„Die Chokolate getrunken oder gegessen, nützet dem kalten Magen, dienet der Brust, ist wider den Husten, vertreibet den Schwindel, resolviret den zähen Schleim, stärket den Lebensbalsam, und reizet zum Beischlaf.“
(Aus: Christian Rätsch „Indianische Heilkräuter“, Diederichs Gelbe Reihe, München)
Ein Fall für die Schoko
Unmittelbar vor der Menstruation verzeichnen viele Frauen eine gesteigerte Lust auf Süßgkeiten und Fettes. Da ist Schokolade geradezu ideal. Eine Stimmungsverschlechterung vor den Tagen wird auf das Abfallen des Serotonin-Spiegels zurückgeführt. Die inhaltsreiche Kombination von Schokolade bewirkt indirekt einen Anstieg des Serotonins. Dadurch wird auch die Schmerzempfindlichkeit gesenkt. Die Schokoladen-Bestandteile Theobromin und Koffein machen munter. Magnesium wirkt Stress entgegen und entkrampft. Das hat womöglich Einfluss auf Unterleibskrämpfe. Schokolade enthält ebenfalls noch einen Stoff namens Ananamid, der ähnliche Wirkungen entfaltet wie das THC aus Cannabis. Er steigert das Wohlbefinden und macht euphorisch.