Schlecht riechende Medikamente sollten Sie Ihrem Apotheker zeigen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 13. September 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Wenn ein Medikament schlecht riecht, sollten Sie es ihrem Apotheker "unter die Nase halten". "Riecht eine Tablette merkwürdig, kann das je nach Einzelfall harmlos sein, auf einen Verpackungsfehler hinweisen oder ein Anzeichen für eine Qualitätsminderung sein", so Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Mitglied der Chefredaktion der Pharmazeutischen Zeitung (PZ). Liegt kein Qualitätsmangel vor, hilft eine einfache Methode: Der Geruch eines Medikaments verschwindet meist innerhalb weniger Minuten. Wenn Sie Probleme mit dem Geruch haben, sollten Sie Ihre Tabletten aus der Verpackung nehmen, ein paar Minuten offen liegen lassen und erst dann einnehmen.
Geruch entsteht, wenn gasförmige Moleküle von einem Medikament an die umgebende Luft abgegeben werden, etwa von einer Tablette an die Luft in der Blisterverpackung. Beim Öffnen des Blisters entweicht diese Luft dann schlagartig. In der Regel entstehen diese geruchsintensiven Verbindungen, wenn durch eine undichte Verpackung Luftfeuchtigkeit auf das Medikament einwirken kann. Andere Ursachen sind Reste von Lösungsmitteln. Je nach Wirkstoff können Medikamente unterschiedlich riechen. Ein Essiggeruch kann zum Beispiel bei Acetylsalicylsäure (ASS) entstehen, nach Schwefel kann der blutdrucksenkende Wirkstoff Captopril riechen. Fischgeruch kann bei dem Antibiotikum Erythromycin vorkommen. Verschiedene Wirkstoffe gegen Diabetes oder Bluthochdruck können einen muffigen Geruch entwickeln.
Apotheker können Arzneimittel mit Qualitätsmängeln an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) schicken. Diese kann das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) mit einer chemischen Analyse beauftragen.