Schlangentoxine: Wie Ihnen natürliche Gifte bei Herzschwäche, Rheuma und Allergien helfen

in Täglich Gesund
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Von Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von "Länger und gesünder leben"

Schon das aus der Antike stammende Symbol der Medizin – der Äskulap-Stab – wird von einer Schlange umwunden. Daran können Sie erkennen, dass diese Tiere schon immer eng mit der Heilkunde verbunden waren. In der antiken Mythologie hat die Schlange dem Gott der Heilkunst, Äskulap, die Geheimnisse ihrer Heilkunst verraten. Und noch heute werden Schlangengifte in der Medizin genutzt. So unglaublich es klingen mag: In verdünnter Form können Ihnen die eigentlich tödlichen Gifte bei einer ganzen Reihe von Krankheiten helfen. Das gilt vor allem für Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Thrombosen und entzündliche Prozesse. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen eine ganz spezielle Therapierichtung, die Horvi-Therapie, die als Heilmittel allein auf unterschiedliche Schlangengifte setzt. Viele Therapeuten erzielen damit überraschende Heilerfolge.


Schlangengifte sind in der Regel ein Gemisch aus Eiweißstoffen. Als wirksame Komponenten enthalten sie Enzyme, die in der Lage sind, sehr schnelle Reaktionen wie Lähmungen oder Atemstillstand auszulösen. Somit werden die gebissenen Tiere eine leichte Beute für die Schlangen. Aufgrund ihrer Wirkungen auf den tierischen und menschlichen Organismus sind diese Schlangenenzyme schon seit langem im Visier der Pharmaforscher. So wurde beispielsweise 1970 der erste Vertreter der so genannten ACE-Hemmer aus Schlangengift isoliert. Diese sehr effektiven Blutdrucksenker sind heute in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht mehr wegzudenken. Entdeckt wurden sie im Gift einer Schlange, deren Biss zu einem jähen Blutdruckabfall führt.

Schlangengifte gehören neben einer ganzen Reihe anderer tierischer Giftstoffe (z. B. von Bienen, Spinnen) auch zum festen Repertoire der Homöopathie. Genutzt werden die Gifte der Klapperschlange (Crotalus horridus), der Königskobra (Naja tripudians) und der Buschmeister (Lachesis mutus). Auch hier stehen die Anwendungen im Bereich der Herz-Kreislauf- Erkrankungen im Vordergrund. Denn nach homöopathischen Vorstellungen wirken diese Schlangengifte vor allem blutverdünnend. Sie werden unter anderem eingesetzt gegen Blutungen, Herzbeschwerden, Bluthochdruck und Kopfschmerzen. Ein erfahrener Homöopath wird Ihnen nach einer ausführlichen Analyse Ihres Krankengeschehens eines der Mittel in der für Sie passenden Verdünnung heraussuchen.

Das einzige – bisher noch relativ unbekannte – alternativmedizinische Verfahren, das allein auf die heilsame Wirkung von Schlangengiften setzt, ist die so genannte Reintoxin-Therapie. Sie wird nach dem Hersteller der Medikamente, der Firma Horvi-Chemie, auch als Horvi-Therapie bezeichnet. Sie geht zurück auf den Chemiker Dr. Waldemar Diesing, dem es in den 1930er Jahren gelang, die wirksamen Enzyme aus unterschiedlichen Schlangengiften in reinster Form zu isolieren. Für die Horvi-Therapie werden auch diese gereinigten Schlangengifte extrem verdünnt, sodass sie zwar ihre Gift-, aber nicht ihre Heilwirkung verlieren.

Das sind die Anwendungsgebiete der Schlangen-Reintoxine:

Thromboseneigung

Bluthochdruck

Hauterkrankungen

chronische Entzündungen und

Infekte

Allergien

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

rheumatische Erkrankungen

Jedes der verwendeten Toxine besteht aus einem Gemisch von bis zu 50 Einzelenzymen. Je nach ihrer Zusammensetzung werden sie gegen unterschiedliche Krankheiten eingesetzt. Die Horvi-Therapie wird vor allem von Heilpraktikern angewandt, in der Regel in Kombination mit anderen komplementären Verfahren wie Akupunktur oder Pflanzenheilkunde. Die Kosten der Therapie (je nach Behandlungsdauer können mehrere 100 € anfallen) werden nur von einigen privaten Krankenkassen übernommen, denn bisher ist diese Form der "Schlangenheilkunde" nicht in wissenschaftlich anerkannten Studien untersucht.


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