Schlaganfall – wie kann der Arzt Ihnen helfen?
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich zum Thema Schlaganfall
vom 27. August 2009, 10:00 Uhr
GNL5223
Was passiert nach einem Schlaganfall? Lesen Sie heute, welche Therapien zum Erfolg führen.
Außerdem: Wie Sie Finanzminister Steinbrück an der Finanzierung Ihres Sprachurlaubs beteiligen und welche überraschende Wirkung Saunieren auf Ihre Blutgefäße hat.
Viel Spaß beim Lesen!
Dr. Dietmar Kowertz
Schlaganfall - wie kann der Arzt Ihnen helfen?
Bis der Notarzt vorfährt, sollten Sie der Versuchung widerstehen und keine Selbstbehandlungsversuche unternehmen. Schlucken Sie keinesfalls ein Medikament, das einen Wirkstoff zur Blutverdünnung enthält, wie z.B. Aspirin. Das wäre bei einer Hirnblutung möglicherweise Ihr Todesurteil. Daher: Hände weg von den Pillenschachteln!
Das Krankenhaus stellt zunächst fest, ob der Schlaganfall durch eine Blutung oder durch eine Gefäßverstopfung ausgelöst wurde.
Liegt eine Blutung im Gehirn zugrunde, werden zunächst blutdrucksenkende Maßnahmen getroffen um weitere Blutungen auszuschließen. Beim Standard-Eingriff wird die offene Arterie mit einer Klemme verschlossen („Clipping"). In manchen Fällen kommt auch das sog. Coiling zum Zuge. Dabei werden mit einem Katheter feinste Platin-Spiralen in unmittelbarer Nähe des Arterienrisses eingebracht, die den Riss dauerhaft auskleiden und somit abdichten.
Liegt eine Gefäßverstopfung zugrunde, wird der Blutpfropf entweder mit einem Medikament aufgelöst, oder die verstopfte Arterie wird mit einem Katheter zunächst mechanisch gereinigt und dann mit einem implantierten Röhrchen (Stent) dauerhaft erweitert.
Weil es so wichtig ist, noch einmal zur Erinnerung: Je früher der Schlaganfall erkannt wird und je früher Hilfe zur Stelle ist, desto besser sind die Überlebens- bzw. Heilungschancen.