Schlafen Sie schlecht? – Vielleicht liegt’s an Ihrer Ernährung
Dr. Dietmart Kowertz in Täglich Gesund zum Thema Ernährung
vom 12. Oktober 2009, 16:00 Uhr
GNL5223
Ob Sie gut oder schlecht schlafen und wie ausgeruht Sie am Morgen aufwachen, kann ganz wesentlich von Ihrer Ernährung abhängen. Über neue Erkenntnisse und Zusammenhänge zwischen Ernährung und Schlaf informierten wir uns bei Dr. Andrew Rubman, Direktor einer Klinik für traditionelle Medizin in Connecticut. Hier sind seine Geheimnisse eines guten Schlafs.
1. Ernähren Sie sich ballaststoffreich Ballaststoffe verhindern nächtliche Magenkrämpfe und helfen ganz nebenbei Ihrer Leber bei der Entsorgung von Stoffwechselabfällen. Ihre Ernährung sollte deshalb mindestens zur Hälfte aus naturbelassenen Nährstoffen bestehen. Der Ballaststoffgehalt beispielsweise von gedämpftem Gemüse, reifem Obst, Vollkornbrot, braunem Reis und Hafer ist Grundlage einer gesunden Ernährung. Er bewahrt Sie vor Verstopfung und anderen Verdauungsstörungen ebenso wie vor Schlaflosigkeit. Ballaststoffe sind ebenso hilfreich zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora, sorgen für einen physiologischen Transport des Speisebreis durch die Verdauungswege und binden Gallensäuren und Cholesterin.
Da bei der heutigen Ernährungsweise kaum jemand genügend Rohfasern zu sich nimmt, empfiehlt Dr. Rubman Glucomannan, hergestellt aus der ballaststoffreichen Knolle der japanischen Konjak-Pflanze. Eine Kapsel sollte 30 Minuten vor dem Abendessen, eine weitere unmittelbar vor dem Schlafengehen mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden. BENEFIT hat eine Bezugsquelle in Deutschland aufgetan, dort kosten 60 Kapseln Glucomannan ca. 16 Euro
2. Vermeiden Sie Schwerverdauliches Große Mengen an rotem Fleisch, Weißbrot, Fastfood, Fettiges, Gebratenes sowie süße Snacks und Nachspeisen verlangen von Ihrem Magen und Ihrer Leber Überstunden. Wenn Sie das Verdauungssystem überfordern, leidet nicht nur Ihre Verdauung darunter, sondern auch Ihr Schlaf.
3. Achten Sie auf Ihre Vitamin-BVersorgung. Um das Tryptophan aus Ihrer Nahrung in Serotonin (umgangssprachlich auch Schlafhormon genannt) umwandeln zu können, benötigt Ihr Stoffwechsel vor allem das Vitamin B6. Tryptophan kommt in weißem Fleisch (Geflügel), Milchprodukten, Eiern und Fisch reichlich vor. Gute Vitamin B6-Quellen sind Kalbsleber, Kartoffeln, Bananen und Linsen.
4. Stimmt Ihre Kalzium- und Magnesiumversorgung? Diese beiden Mineralstoffe sind nicht nur für den Aufbau und Erhalt der Knochen wichtig, sondern wirken auch entspannend auf Ihren Verdauungstrakt und beugen Verdauungsstörungen und Krämpfen vor. Kalzium ist reichlich in Käse, Sardinen, Sojabohnen, Jogurt und Grünkohl enthalten, Magnesium in Sojamehl, Gerste, Naturreis, Weizenkleie, Sonnenblumenkernen und (Weizen-)Vollkornbrot. Zur Nahrungsergänzung gibt es im Handel eine ganze Reihe rezeptfreier Präparate. Achten Sie beim Kauf dieser Präparate darauf, dass Kalzium und Magnesium darin organisch gebunden sind (z.B. als Gluconat, Aspartat, Orotat, Citrat oder Gelatverbindungen). Dann können die beiden Mineralstoffe vom Organismus besonders gut aufgenommen werden. Hilfreich kann vor dem Zubettgehen auch ein warmer Kräutertee mit Honig und einem Schuss Schlagsahne sein.
5. Essen Sie nicht zu spät zu Abend Ein voller Bauch studiert nicht gern, sagte der Volksmund, er schläft aber auch nicht gern. Zwischen zwei und vier Stunden dauert es, bis der Magen wieder leer ist. Legen Sie sich in dieser Zeit schlafen, arbeitet Ihr Magen vernehmlich weiter - noch dazu unter erschwerten Bedingungen. Denn die Natur hat es so eingerichtet, dass der Magen am besten funktioniert, wenn wir uns in einer aufrechten Position befinden. Denn dann wird er von der Schwerkraft in seiner Tätigkeit unterstützt. Im Liegen hingegen muss die Magenmuskulatur die Transportarbeit ganz allein leisten. Auch das kann Ihnen den Schlaf rauben, speziell dann, wenn Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt und Sie sauer aufstoßen lässt.
6. Scharf Gewürztes lieber mittags verzehren Verbannen Sie allzu scharfe Gewürze wie Chili, Kreuzkümmel, Kardamom und Cayenne-Pfeffer aus Ihrem Abendessen. Diese stimulieren nämlich nicht nur Ihre Geschmacksnerven, sondern auch Ihren Verdauungstrakt und können Ihnen dadurch den Schlaf rauben. Dennoch müssen Sie nicht auf diese wichtigen und schmackhaften Gewürze verzichten, peppen Sie stattdessen lieber Ihr Mittagessen damit auf.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Regina Razzaq (13.10. 2009 09:26 Uhr):
Vielen Dank für den Artikel! Können Sie mir bitte die Bezugsquelle für die Glucomannan-Kapseln für ca. 16 Euro nennen. Herzlichen Gruß Regina Razzaq
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