Sanddorn: Kleine Beere mit großer Vitaminwirkung
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Sanddorn
vom 14. September 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein dicht mit spitzen Dornen besetzter Strauch aus der Familie der Ölgewächse (Elaeagnaceae), der bis zu 5 Meter hoch wird. Die orangerot leuchtenden Scheinbeeren haben ihm auch den Namen Korallenbeerdorn eingetragen. In Deutschland ist der Strauch an der Nord- und Ostseeküste und in den Alpen zu finden. In neuerer Zeit sieht man ihn häufig auch in Gärten und Parkanlagen.
Zu medizinischen Zwecken werden ausschließlich die leuchtend gelben bis orangeroten Beeren verwendet. Hauptprodukt ist der vitaminreiche Sanddornsaft zur inneren Anwendung. Seit einigen Jahren ist auch Sanddornöl erhältlich, das aus den Pressrückständen des entsafteten Fruchtfleischs oder aus den Samen stammt. Dieses wird äußerlich angewendet.
Zu den wichtigsten Vitalstoffen der Sanddornbeeren zählen:
- Vitamin C (150 bis 1.500 mg/ 100 g)
- Carotinoide (10,1 bis 40,9 mg/ 100 g)
- Vitamin E (5 bis 15 mg/100 g)
- Vitamin K (1 bis 1,2 mg/100 g)
Darüber hinaus sind auch geringe Mengen der Vitamine B1, B2, B3 sowie Folsäure im Sanddorn enthalten und unterstützen seine vielfältigen Wirkungen, die auch schon im alten Tibet bekannt waren.
Weitere wichtige Inhaltsstoffe des Sanddorns:
- Eiweiß: 1,4 bis 2,8 %
- fettes Öl: 5,0 bis 8,5 %
- Kohlenhydrate: 7,64 %
- Mineralstoffe: 0,45 %
- Rutin: 0,07 bis 0,1 %
Sanddorn enthält 10-mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte
Vor allem der Vitamin-C-Gehalt der Sanddornbeeren macht von sich reden. Dieser liegt etwa zehnmal höher als bei Zitrusfrüchten. Deswegen eignen sie sich vor allem auch als bewährtes Mittel gegen Erkältungen und Fieber.
So wirkt Sanddorn:
- immunstärkend
- infektionshemmend
- gefäßabdichtend
- kreislaufanregend
- blutstillend
Erste Beobachtungen deuten zudem darauf hin, dass Sanddornöl auch eine überschießende Produktion von Magensäure regulieren und Darmtoxine binden kann.
Innere Anwendung:
- Vorbeugung gegen Erkältungen
- Zahnfleischentzündung
- Magenschleimhaut-Entzündung
- Magen-Darm-Geschwüre
Zur äußeren Anwendung wird nur das Öl verwendet. Es kommt sowohl zur Behandlung bestehender Beschwerden als auch zur Vorbeugung zum Einsatz.
Äußere Anwendung:
- Wundliegen (Dekubitus)
- Verbrennungen und Sonnenbrand
- Akne
- vorzeitige Hautalterung
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind bei Sanddorn nicht bekannt.
So wenden Sie den Sanddorn an
Die Sanddornbeeren werden Anfang Oktober geerntet und müssen sofort weiterverarbeitet werden. Kurz nach der Ernte erhalten Sie die Beeren auf Wochenmärkten, in Bioläden und Reformhäusern. Falls Sie die gehaltvollen orangeroten Beeren selbst ernten wollen, so dürfen Sie dies nur, wenn der Strauch auf Ihrem privaten Grundstück steht. Denn die Sträucher sind geschützt. Die frischen Beeren können Sie nicht roh verwenden. Sie werden deshalb zu Säften, Marmeladen und Mus verarbeitet.
Selbst gemachter Sanddornsirup beugt Erkältungen vor
Erhitzen Sie 1 kg frisch gepflückte und gewaschene Sanddornbeeren vorsichtig mit 1 EL Wasser in einem Emailletopf. Sie dürfen nicht kochen. Sobald ihre Farbe verblasst, die Beeren durch ein Plastiksieb streichen und vorsichtig 500 g Honig löffelweise mit dem Mixer unterrühren. Luftdicht verschlossen hält sich der Sirup ca. 5 Monate im Kühlschrank. Dosis zur Vorbeugung von Erkältungen: 3-mal täglich 1 TL.
Fertiger Sanddornsaft gegen Infekte
Fertigen Sanddornsaft erhalten Sie in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien. Als ungesüßter Ursaft ist er sehr sauer, als Elixier sehr süß. Der industriell gefertigte Sanddornsaft hat aufgrund von speziellen schonenden Zubereitungsverfahren einen hohen natürlichen Vitamin-C-Gehalt. Wenn Sie erkältet sind oder eine Erkältung im Anmarsch ist, nehmen Sie 3-mal täglich 2 EL Sanddornsaft auf ein Glas Wasser.