Saft von Moosbeeren blockiert Darmviren und Blasenbakterien
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 28.06.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
wiederkehrende Harnwegsentzündungen plagen derzeit viele Menschen – Männlein wie Weiblein. Der Grund sind die kühle Witterung und die Nässe, die immer wieder von Sonnenflecken unterbrochen wird. Gerade hat man sich aufgewärmt, schon wird man wieder nass. Das nehmen die Harnwege gern mal übel.

Als erste Hilfe haben sich Moosbeeren – englisch: Cranberries – bewährt. Ihr Saft enthält Proanthocyanidine, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Sie hindern die krankmachenden Bakterien daran, sich einzunisten. Die Keime rutschen von den Blasenwänden herunter und werden mit dem Harn aus der Blase herausgespült. Einen Viertelliter Saft am Tag gilt als heilendes Maß.
Was die nordamerikanischen Indianer schon lange wußten, erfährt jetzt eine wissenschaftliche Bestätigung: Die Moosbeeren wirken bei vielen bakteriell bedingten Erkrankungen vorbeugend. Sie lindern Infekte und beschleunigen die Heilung. Der Saft von Moosbeeren kann offenbar auch bei der Bekämpfung von Viren helfen, die Darmerkrankungen verursachen. Wissenschafter vom St. Francis College in San Francisco wiesen nach, dass der Beerensaft die Infektionsfähigkeit von Darmviren blockiert. Die Wissenschafter konzentrierten sich auf das Darmvirus SA-11, das von Affen übertragen wird und auf mehrere ähnliche durch Ziegen übertragene Viren. Sie gehen davon aus, dass der Saft der Moosbeeren die normalen Rezeptorstellen der Wirtszellen des Virus zerstört oder verändert. Als Folge ist das Virus nicht mehr in der Lage, in die Wirtszelle einzudringen. Von entscheidender Bedeutung dabei dürften Flavenoide und Tannine, ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe, sein. Beiden Substanzen wurde eine antibakterielle Wirkung bereits nachgewiesen. Darüber hinaus können die Moosbeeren nach Erkenntnissen von Forschern aus Wisconsin auch arteriosklerotische Gefäßablagerungen wieder abbauen.
Moosbeeren erhalten Sie als Saft, Konfitüre oder Kompott, manchmal auch als Tiefkühlware. Im Reformhaus und in den Bio-Läden bekommen Sie getrocknete Cranberries und Saft. In der Apotheke gibt es Saft und Cranberry-Kapseln.
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