Rückenprobleme: Operation nur im äußersten Notfall!
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 1. Dezember 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
Ärzte raten - etwa bei Bandscheibenvorfällen - noch immer vorschnell zu einer Operation. In Deutschland wird zu schnell und zu häufig operiert. Bandscheibenvorfälle sind der häufigste Operationsgrund. Medizinisch zwingend ist dies nur bei Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen und wenn die Blasen- oder Darmfunktion gestört ist. Probleme durch Narbengewebe - auch durch immer wieder nachwachsendes - sind nach Operationen keine Seltenheit. Vielen Operierten geht es nach dem Eingriff sogar schlechter als vorher. Leider kommt es auch nach der Operation zu Rückfällen. Häufig werden bei dem Eingriff die betroffenen Wirbel „versteift". Die Bandscheibe wird gänzlich entfernt und stattdessen Knochenmaterial eingesetzt. Die beiden benachbarten Wirbel können so miteinander verwachsen. Der Schmerz wird dadurch in der Regel beseitigt. Doch der Verschleiß wird beschleunigt. Zudem wird Ihre Beweglichkeit dadurch eingeschränkt. Lassen Sie sich nicht drängen und ergreifen Sie lieber andere Maßnahmen.
Ganzheitlich orientierte Ärzte sind schon lange der Ansicht, dass die klassische Behandlung mit Bewegung, Massage, Krankengymnastik sowie unterstützenden alternativen Heilmethoden und Entspannung langfristig am aussichtsreichsten ist. Die wissenschaftliche Datenlage gibt ihnen Recht. Langzeitstudien zeigen, dass die konservative Therapie der Operation überlegen ist. Diese sorgt vor allem dafür, dass mehr Muskeln aufgebaut werden und eine andere Körperhaltung eingeübt wird. Je mehr Geduld Sie aufbringen, um so mehr arbeitet die Zeit für eine natürliche Heilung. Fast jeder Bandscheibenvorfall - so die aktuellsten Erkenntnisse - löst sich nach einigen Monaten von selbst wieder auf. Enzyme in der Lymphe bauen das drückende Bandscheibengewebe langsam wieder ab. Deswegen ist außer Bewegung Geduld Ihre erste Patienten-Pflicht.
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Anonym (01.12. 2011 10:32 Uhr):
Ich kann Ihnen da nur voll und ganz zustimmen! Ich hatte über mehrere Jahre immer wieder brennende und ziehende Schmerzen in der rechten Schulter. Der Orthopäde diagnostizierte eine Verkalkung und verordnete Spritzen und Krankengymnastik. Es wurde nur zeitweise besser. Nach meiner Vorstellung in einer orthopädischen Klinik sollte ich an der Schulter operiert werden. Ich unterzog mich lieber einer Behandlung bei einem Osteopathen. Seitdem sind die Schulterschmerzen vollständig beseitigt und nie wieder aufgetreten.
Antworten