Rückengesundheit: Checken Sie Ihre Wirbelsäule
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 21. Februar 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
Rückenschmerzen sind zu einem Volksleiden geworden. Manchmal treten sie akut auf, meist aber stellen sie sich schleichend ein. Häufig verschwindet der Schmerz nach einer Weile. Noch häufiger aber wird er chronisch. Wenn er bleibt, kann er dem Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Die wichtigste und erfolgreichste Behandlungsmaßnahme: Bewegung.
Selbst beim akuten Rückenschmerz ohne erkennbare Ursache sollten Sie unverzüglich wieder in Bewegung kommen. Die medizinischen Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie wurden gerade überarbeitet. Danach ist die bislang übliche Schmerzspritze vom Tisch. Sie sollte nicht mehr eingesetzt werden. Sie ist mit zu vielen Nebenwirkungen verbunden. Vorfahrt vor allen anderen Maßnahmen haben die bewährten Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu zählen die Wirkstoffe Diclofenac (empfohlen: etwa 100 mg pro Tag), Ibuprofen (empfohlen: etwa 1,2 g am Tag) und Naproxen (empfohlen: etwa 750 mg am Tag). Diese sind zunächst Mittel zum Zweck, denn sie sollen dazu beitragen, dass Sie wieder in Bewegung kommen, um so den Schmerz selbst beseitigen zu können.
Reinen Tisch macht die Leitlinie auch mit weiteren herkömmlichen Behandlungsmaßnahmen. Unwirksam sind bei akutem Rückenschmerz unter anderem:
- Bettruhe
- Bewegungstherapie
- Krankengymnastik
- Interferenzterapie und TENS
- Ergotherapie
- Kurzwellendiathermie
- Lasertherapie
- Magnetfeldtherapie
Übrig geblieben als günstige Maßnahme ist die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Die Behandlung mit Wärme ist zwar auch wirksam, sollte jedoch immer mit Bewegung verbunden werden. Als alleinige Maßnahme bringt sie kaum Besserung. Fazit: Körperliche Bewegung ist und bleibt das A und O. Testen sie im nächsten Beitrag, wie es um Ihren Rücken steht.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auf das Bewegungsprogramm meines Kollegen Dr. Michael Spitzbart aufmerksam machen. Es heißt „Mein Trainingsprogramm für einen starken Rücken", und wir bieten Ihnen heute die wundervolle Gelegenheit, es kennenzulernen. Das Programm enthält Trainingspläne für sage und schreibe 6 Monate. Sagen Sie sofort "Ja" zu einem unbeschwerten Leben ohne Rückenschmerzen. Testen Sie noch heute das „Trainingsprogramm für einen starken Rücken". Klicken Sie einfach hier!
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Marie (21.02. 2011 09:05 Uhr):
hallo, ich mußte den Artikel zweimal lesen, das darf doch nicht wahr sein, dass nun Diclofenac, Ibuprofen etc. nun so hochgejubelt werden und das herkömmliche fortfällt.Denn diese Medikamente haben ja erhebliche Nebenwirkungen , Das Bewegung ausschlaggebend ist, dass steht außer Frage, aber auch KG und Massagen helfen. Heißt das, dass das in Zukunft auch nicht mehr von den KK erstattet wird. Wir haben wirklich eine Krankheitsmedizin und keine Gesundheitsmediizin. Will man die KG's abschaffen?Dann wünsche ich eine gute Zeit ohne Rückenschmerzen.
Antworten - Kommentar von Alwin (21.02. 2011 15:15 Uhr):
Was ist mit Infusionen die ich z.Zt. regelmässig bekomme, 10 Stück. Ich glaube die enthalten NaCl als Träger und dann ein Schmerzmittel plus Vitamin B6. Sind diese OK? Bin gerade bei meiner sechsten Infusion, aber ich verspüre eigentlich noch keine Besserung.
Antworten - Kommentar von Kerstin Mais (21.02. 2011 22:18 Uhr):
Liebe Marie, sehr geehrter Herr Erb, auch ich habe Ihren Artikel zweimal gelesen. In der Tat, empfehlen Sie regelmäßiges Bewegen, aber keine Krankengymnastik . . . Tja, dann oute ich mich an dieser Stelle. Ich bin Physiotherapeutin und kann auch lesen! Sie schreiben also Bewegung ist gut Krankengymnastik schlecht? Mit Sicherheit haben Sie, lieber Herr Erb, recht, was ein einfaches Abarbeiten von Rezepten betrifft. Doch jeder "gute" Physiotherapeut nimmt 1. einen genauen Befund auf d.h. der Patient zieht sich bis auf den Slip aus, dann kann ein grober Übersichtsbefund erstellt werden, die Beweglichkeit und die Kraft der Muskulatur wird getestet. Dann wird 2. anhand dieser Daten die Behandlung mit einer entsprechenden Übungsauswahl koordiniert. Sehr empfehlenswert ist je nach Befund z.B. die hubfreie Mobilisation nach Klein Vogelbach oder eine Selbstbehandlung nach dem McKenzie Konzept, welches der Patient zunächst auch erst einmal erlernen muss. Doch selbst, wenn Patienten täglich eine ganze Stunde ein perfekt auf sie zugeschnittenes Programm durchziehen würden, stehen demgegenüber 8-16 Stunden in einer einseitigen Haltung auf Grund der Tätigkeit oder der falsch antrainierten Haltung. Ich sehe meine Aufgabe als Physiotherapeut in erster Linie in der Aufklärung darüber, wie mache ich was im Alltag, wie kann ich schon auf Kinder einwirken. Denn hier beginnt ein Volksleiden!!! Es reicht nicht aus den Kindern das Zähne putzen beizubringen! Sie lernen von uns sich zu bewegen! Doch wenn wir die lieben Kleinen mit Fernsehen und Computern trösten, anstatt sich Zeit zu nehmen für eine Radtour, eine Wanderung im Grünen, klettern, schwimmen, Tischtennis, Ballspiele usw. Wenn der Sportunterricht in den Schulen immer kürzer kommt, wenn Kinder und Jugendliche an unmöglichen Tischen und Stühlen sitzen müssen, wenn Kinder täglich einen Schulranzen schleppen müssen, der mehr wiegt als zulässig – dann wird es Zeit sich um dieses zu kümmern. Denn das ist ein von uns allen selbstgemachtes Problem!!! Ich bin immer dafür mit Zahlen, Daten und Fakten zu arbeiten. Also zu den von Ihnen empfohlenen Medikamenten. Dazu muss ich nicht viel schreiben. Man braucht noch nicht einmal lange zu recherchieren. „Die am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirkungen der NSAR sind Magenschleimhautschädigungen mit Ulcusbildungen . . . Die gesetzlichen Krankenversicherungen wenden jährlich fast 125 Mio. Euro für die Behandlung gastrointestinaler Nebenwirkungen der NSAR auf. 1.100 bis 2.200 Menschen sterben in Deutschland jährlich an gastrointestinalen Komplikationen (Schätzungen). Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen“ ↑ Zitiert nach „Reduziert den Schmerz, schont die Organe“, Der Allgemeinarzt 9/2007, S. 39↑ Zitiert nach „tNSAR versus Coxibe: Was ist gesichert? – Rund 2.200 Tote jährlich durch Komplikationen im GI-Trakt“, Ärztlicher Praxis, 22, 29. Mai 2007, S. 8 Bezüglich der anderen Medikamente findet man auf wikipedia ausreichende Infos über Nebenwirkungen. Es gibt kein Medikament was nicht irgendwelche Nebenwirkungen aufzeigt. Vielleicht sollten wir hier anfangen neue oder vielmehr ganz alte Wege zu beschreiten. Bitte lesen Sie hier nach. http://science.orf.at/stories/1659403/ Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wünsche alles Rückengeplagten einen Therapeuten, der es versteht sie an die Hand zu nehmen, die richtigen Worte zu finden, damit wir es endlich schaffen unser Leben zu ändern, denn jeder weiß, das mehr Bewegung gut tut. Doch wie schon Ingo Schneider sagte: „ Der Mensch scheitern nicht am Erkennen, sondern am sich Ändern“ In diesem Sinne alles Gute Kerstin Mais
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