Richtig streiten müssen Sie lernen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 25. August 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Harmonie in Ihrer Beziehung bedeutet nicht, dass es nicht hin und wieder auch zu Auseinandersetzungen kommt oder sogar kommen muss. Denn sonst erstarrt die Beziehung. Die normalen Streitpunkte sind dabei noch nicht einmal die ganz großen Themen des Zusammenlebens, sondern die vielen kleinen Alltäglichkeiten: die einigermaßen gerechte Verteilung der Hausarbeit, Geldsorgen, Unordentlichkeit, Kindererziehung, Schlafgewohnheiten - der berühmt-berüchtigte Zahnpastatuben-Streit ist der verbreitetste aus der Reihe.
Zum Streit in der Beziehung haben die meisten von uns ein zwiespältiges Verhältnis, denn wir glauben, ständige Freundlichkeit und grenzenlose Toleranz sei mit Harmonie gleichzusetzen. Gefühlsausbrüche und Auseinandersetzungen gelten als zerstörerisch. Doch unterdrückte Gefühle können wir zwar verdrängen, aber nicht abschaffen. Paare, die ihre Wut nie aussprechen und Tag für Tag Grollpunkte gegen den Partner sammeln, vergiften schleichend ihre Beziehung und bewegen sich nicht selten auf die innere Kündigung zu. Dann bricht das Traumpaar, das es nach außen war, manchmal jäh und ohne Umkehr auseinander.