Rheuma: Wie Radonbäder und ein Aufenthalt in der Kältekammer Ihnen neue Beweglichkeit schenken
Täglich Gesund zum Thema Rheuma
vom 30.08.2005 16:00 Uhr
GNL5356
Über das erfolgreiche Zusammenwirken von Natur- und Schulmedizin in der Rheumatherapie haben wir Ihnen schon mehrfach ausführlich berichtet. Das wollen wir in diesem Beitrag fortsetzen und Ihnen zwei natürliche Verfahren vorstellen, die leider oft noch nicht intensiv genug genutzt werden: die Radonbad-Therapie und die Kältebehandlung. Beide können zwar das tägliche Beweglichkeitstraining für die betroffenen Gelenke nicht ersetzen. Sie erleichtern es aber, indem sie die Schmerzen und Schwellungen lindern, und tragen auch dazu bei, dass der Übungserfolg länger anhält. Darüber hinaus helfen sie, Ihren Medikamentenbedarf zu reduzieren.
Radonbäder: die Kraft aus den Tiefen der Natur
Von jeher haben Rheumapatienten von Bädern und der Behandlung mit heilenden Erden, z. B. Fango, Moor oder Lehm, profitiert. Im 19. Jahrhundert kamen noch Bäder mit radonhaltigem Wasser hinzu, die aber bald wieder in Vergessenheit gerieten. Erst seit einigen Jahren wird der gesundheitliche Nutzen von natürlicher Radioaktivität wieder entdeckt. Radon ist ein geruch- und farbloses natürliches Edelgas, das überall in der Erdrinde und in der Luft vorkommt. In therapeutisch wirksamen Konzentrationen existiert es aber nur im Südwesten und Südosten Deutschlands.
Kurze Radonanwendungen stärken die Zellregeneration
Die biologische Halbwertzeit von Radon beträgt nur 20 bis 30 Minuten – es wird also sehr schnell wieder aus dem Körper ausgeschieden. Therapeutisch dient Radon als Bad, als Trinkkur oder zur Inhalationsbehandlung, z. B. im Bad Gasteiner Heilstollen in Österreich. Im Gegensatz zu hoch dosierter Strahlung, die bekanntermaßen gesundheitsschädlich oder sogar tödlich sein kann, hat der kurzzeitige Einsatz von niedrig dosierter radioaktiver Strahlung ausgesprochen positive Effekte.
So fördert eine Radontherapie Ihre Gesundheit:
- Die Reparaturkapazität der Zellen wird verbessert.
- Körpereigene Glücksbotenstoffe werden vermehrt ausgeschüttet.
- Die Immunabwehr wird gestärkt.
- Die Produktion von Radikalfängern erhöht sich.
- Die Bildung von Entzündungsbotenstoffen wird gesenkt.
Selbst durch eine wiederholte kurmäßige Anwendung der Radontherapie werden insgesamt nur geringe Strahlenmengen aufgenommen, die gesundheitlich völlig unbedenklich sind. Eine dreiwöchige Kur im Heilstollen entspricht von der Strahlenbelastung her einer einzigen Röntgenuntersuchung des Magens. Bei der Radon-Fachtagung 2004 in Bad Gastein, an der auch internationale Strahlenschutzexperten teilnahmen, wurde die absolute Unbedenklichkeit der Radontherapie erneut bestätigt.
Der Erfolg von Radonkuren hält langfristig an
Die Wirksamkeit der Radontherapie wurde in den letzten Jahren in mehreren Doppelblindstudien nachgewiesen. Dabei zeigte sich, dass eine Rheumakur mit Radonbehandlung eine normale Reha-Maßnahme mit Bewegungsbädern, Moor- oder Fangoanwendungen und Heilgymnastik gerade auf lange Sicht eindeutig schlägt.
Darum ist die Radonkur einer normalen Rheumakur überlegen:
- Die Linderung von Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen, hält erheblich länger an.
- Dadurch sinkt der Bedarf an starken Schmerzmitteln und Entzündungshemmern inkl. Kortison.
- Die Patienten fühlen sich auch seelisch wohler und haben insgesamt eine deutlich verbesserte Lebensqualität.
Die Kur kann ohne weiteres jährlich wiederholt werden. Aufgrund der Schwere der Erkrankung genehmigen die Krankenkassen Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Bechterew-Krankheit meist alle drei Jahre ein stationäres Reha-Verfahren. Stellen Sie also einen Antrag, es lohnt sich. Ansonsten können Sie auch die Möglichkeit eines ambulanten Heilverfahrens oder einer privaten Badekur nutzen, für die Sie außerhalb der Hauptreisezeiten oft günstige Pauschalangebote ergattern können.
Auch Eiseskälte kann Ihre Schmerzen wirksam lindern
Entzündete Gelenke profitieren auch von Kälte. Diese hat schmerzstillende, entzündungshemmende und abschwellendeWirkung. Diese Kältebehandlungen haben sich bewährt:
- kalte Auflagen
- Eispackungen
- kaltes Wasser
- Kaltwind
- Kältekammer
Die ersten vier Anwendungen von Kälte gehören inzwischen fast schon zum Standardangebot bei Rheumakuren. Leider noch viel zu selten wird dagegen die Behandlung in der Kältekammer angeboten. Hier spaziert der Patient einige Minuten lang bei minus 110 bis minus 160 °C (!) im Badeanzug umher. Hände, Füße und Kopf sind dabei besonders geschützt. Anschließend erfolgt eine besonders intensive Bewegungstherapie. Die schmerzlindernde Wirkung hält oft mehrere Wochen an. Bislang gibt es nicht sehr viele Kliniken, die diese Behandlungsform anbieten. Sie wird in der Regel auf Antrag auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Interessieren Sie sich für weitere natürliche Maßnahmen gegen Krankheiten? Wollen Sie wissen, wie sich Ihr Körper auch selbst helfen kann? Dann ist das hier vielleicht etwas für Sie: