Rheuma: Ärzte geben Ihnen meist falsche Ernährungsratschläge
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Rheuma
vom 23. Mai 2008, 06:00 Uhr
GNL5223
Liebe Leserin,
lieber Leser,
Normalerweise empfiehlt Ihr Arzt Ihnen als Rheumatiker bei Ihrer Ernährung pflanzlichen Ölen mit viel Linolsäure den Vorzug zu geben. Das ist für Menschen ohne Rheuma gut, bei rheumatoider Arthritis kann dieser Rat jedoch Schübe auslösen. Pflanzliche Öle, Nüsse und manche Vollkornprodukte sollten deshalb von Rheumatikern nur in eingeschränkten Mengen genossen werden. Pflanzliche Fette sind unterschiedlich linolsäurereich. Distelöl besteht beispielsweise zu 74 Prozent aus Linolsäure, Olivenöl dagegen nur zu 8 Prozent. Olivenöl ist deshalb für Rheumatiker wesentlich günstiger als Distel-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl. Zugleich enthält es einen hohen Anteil an Vitamin E.
Meine wichtigsten Regeln für Ihre Rheuma-Kost
- Schränken Sie Ihren Fleischkonsum ein (ideal: Fleisch: zweimal die Woche mageres Fleisch wie Rinderfilet, Lammfilet oder Hühnerbrust ohne Haut).
- Verzichten Sie auf Wurst.
- Essen Sie Fisch - insbesondere Seefisch - so oft Sie können und mögen, nehmen Sie auf alle Fälle Omega-3-Fischöl-Kapseln ein.
- Verwenden Sie kaltgepresstes Olivenöl und vermeiden Sie linolsäurereiche Pflanzenöle wie Distelöl.
- Vermeiden Sie tierische Fette wie Schweineschmalz, Bratenfett, Gänse- oder Entenschmalz.
- Verzichten Sie auf Margarine. Butter ist in Maßen erlaubt, da linolenarm.
- Meiden Sie sehr fetthaltige Milchprodukte.
- Hände weg von fettreichen Fertigmahlzeiten. Verzichten Sie am besten generell auf industriell gefertigte Lebensmittel, bereiten Sie Ihr Essen selbst aus frischen und natürlichen Nahrungsmitteln zu.
- Schränken Sie Ihren Kaffeekonsum ein, da Kaffee offenbar negativ ins Entzündungsgeschehen eingreift.
- Seien Sie vorsichtig mit dem Genuss von fettreichen Nahrungsmitteln wie Nüssen, Vollmilch-Schokolade, Eigelb oder Avocado.
- Bevorzugen Sie Hartweizenteigwaren ohne Ei (keine deutschen Eiernudeln, sondern italienische Produkte).
- Kaufen Sie fettarme Milch, Milchprodukte und Käsesorten.
- Essen beziehungsweise trinken Sie Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Kefir, Joghurt und Dickmilch.
- Ziehen Sie Vollkorngetreide dem Weißmehl vor. Essen Sie täglich Vollkornprodukte, damit Sie genügend Spurenelemente erhalten.
- Vermeiden Sie generell Lebensmittel, die Sie nicht vertragen und nach deren Genuss sich Ihre Beschwerden verschlimmern. Um das heraus zu bekommen, können Sie einige Wochen ein Tagebuch führen, in dem Sie Ihre Speisen und Ihr Befinden notieren.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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