Retterspitz lindert Schmerzen und bekämpft Entzündungen

in Täglich Gesund
vom


von Sylvia Schneider

Retterspitz ist fast in Vergessenheit geraten, dabei ist die Pflanzenmixtur Retterspitz nach Aspirin das zweitälteste Naturheilpräparat und seit über 110 Jahren im Einsatz. Zunächst war das Mittel – etwa um 1830 entwickelt – als Schönheitstinktur gedacht. Doch es wurde von erstaunlichen, fast unglaublichen Wirkungen auch bei Entzündungen und Fieber berichtet. Das war von großer Wichtigkeit, denn zu jener Zeit endeten Entzündungen oft noch mit dem Tode. Vertrieben von einer Frau namens Margarete Retterspitz, fand der Pflanzenmix zunehmend auch medizinische Verwendung.


Besonders die fiebersenkenden Kräfte machten von sich reden

1902 eröffnete sie in der Schweiz ein Retterspitz-Kurhaus. In diesem Jahr wurde auch die Firma Retterspitz gegründet, die die Mischung noch heute nach der Rezeptur von Margarete Retterspitz als „Retterspitz äußerlich“ herstellt. Die Hauptbestandteile dieser Präparate sind Auszüge aus Arnika und verschiedene ätherische Öle, die alle ihre spezifische Heilwirkung beitragen. So wirkt das Thymianöl ezündungshemmend und schützt vor den „Untaten“ der freien Radikalen. Es unterbricht den Entzündungsmechanismus, indem es die Bildung von Botenstoffen unterbricht, die bei Entzündungen vermehrt ausgeschüttet werden.

Bewährt hat sich „Retterspitz äußerlich“ unter anderem bei:

  • Scheidenentzündungen (als Tamponade verwendet)
  • Brustentzündungen
  • Abszessen
  • Ekzemen
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Fieber
  • Gelenk- und Knochenschmerzen
  • Gürtelrose
  • Nagelbettentzündungen
  • oberflächlichen Beinvenenentzündungen
  • Entzündungen der Atemwege

Retterspitz wird nicht einfach äußerlich auf die Haut aufgetragen, es wird mit einer speziellen Wickeltechnik angewendet. Damit soll wie bei anderen Wickeln und Packungen eine „Dunstatmosphäre“ geschaffen werden, die im Körper die Selbstheilungskräfte anregt.

Für einen Retterspitzwickel brauchen Sie ein Leintuch sowie ein etwas größeres Moltontuch. Falten Sie das Leintuch einmal und legen Sie es kurz in kaltes Wasser. Nach dem Auswringen sprühen Sie es ausgiebig mit Retterspitz ein, das Tuch sollte nicht tropfen. Nun wird es auf die zu behandelnde Stelle gelegt, mit dem Moltontuch straff umwickelt und dieses mit einer Sicherheitsnadel befestigt. Danach in eine Wolldecke kuscheln und anderthalb Stunden oder länger im Bett ruhen. Der Schmerz wird gelindert, und mit der Entspannung stellt sich meist auch eine wohltuende Müdigkeit ein.

Sie erhalten Retterspitz in vielfältigen Ausführungen im Internet, doch am sichersten gehen Sie, wenn Sie Präparate aus Ihrer Apotheke verwenden oder direkt beim Hersteller bestellen. Es gibt inzwischen Präparate zur äußeren und inneren Anwendung, zur Darmstärkung und eine Hand voll kosmetischer Retterspitz-Mittel. Auch fertige Retterspitzwickel sind mittlerweile erhältlich.


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