Reizdarm: Neue Leitlinie empfiehlt Krampflöser
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 14. September 2011, 00:00 Uhr
GNL5356
Immer wieder schmerzhafte Bauchkrämpfe, die Verdauung spielt verrückt - die Symptome des Reizdarm-Syndroms führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Was die Betroffenen schon lange wissen, bekommt nun auch in der neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) einen höheren Stellenwert. Während bisher die Symptome Bauchschmerzen und Stuhlgangsveränderungen im Vordergrund standen, gilt nun auch das durch starke Beschwerden deutlich geminderte Wohlbefinden als wichtiges Diagnosekriterium. "Dem Reizdarmsyndrom liegt zwar oft keine organische Ursache oder schwerwiegende Erkrankung zu Grunde, die Beschwerden sind aber mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden", erklärt Magen-Darm-Experte Prof. Andreas de Weerth vom Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. "Die Minderung der Lebensqualität ist das entscheidende Symptom, welches das Reizdarmsyndrom von ‚normalen' Verdauungsbeschwerden unterscheidet. Stuhlgangsveränderungen wie Verstopfung und Durchfall können, müssen aber nicht auftreten", so der Experte. Wichtig ist aber auch, dass die Diagnose erst nach Ausschluss organischer Ursachen erfolgt.
Da besonders die schmerzhaften Bauchkrämpfe eine starke Belastung sind, ist es sinnvoll, zunächst den Bauch wieder zu entspannen. Krampflöser (Spasmolytika) eignen sich sehr gut, weil sie gezielt gegen die Verspannungen in der Darmmuskulatur wirken. Gut erforscht ist die Wirkung von Butylscopolamin (z. B. in Buscopan®). Es blockiert gezielt bestimmte Andockstellen für krampfauslösende Botenstoffe in der Muskulatur und löst schnell und gut verträglich Verspannungen im Bauchraum. Auch die neue Reizdarm-Leitlinie der DGVS empfiehltKrampflöser in der Therapie von Bauchschmerzen. Je nach weiterer Symptomatik helfen zusätzlich Mittel gegen Verstopfung und Durchfall.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter von Rüsten (14.09. 2011 10:02 Uhr):
Reizdarm und Magengeschwüre haben wie die meisten Erkrankungen eine Ursache..Leider wird das oft mit Produkten behandelt die Extreme Nebenwirkungen aufweisen.. ich finde man sollte sei Augenmerk mehr auf die Ursache richten..zb. Beruf , Partner oder wenn jemand Hypersensibel ist... denn da ist oft die Ursache begraben..Ursache und Wirkung !
Antworten - Kommentar von marlyse Schait (14.09. 2011 10:26 Uhr):
Ihre Berichte sind immer sehr interessant und hilfreich für die Patienten. Ich leide an einer Divertikulitis, hatte schon 3x einen Schub. Nach Antibiotika und leichter Kost kriege ich es immer wieder in den Griff. Aber ich möchte Sie fragen, kann man vorbeigen, der Arzt meint nein, aber ich hoffe schon. Verträgt man vielleicht die Lebensmittel wie Milcheiweiss oder Milchzucker nicht mehr. Wie behandelt man eine Divertikulitis richtig oder anschliessend wenn man Antibiotika erhalten hat? Sollte man sich mit Bioresonanz austesten lassen ?
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