Raus in den Garten: Das labt Körper und Seele
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 04.03.2008 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
die Fastenwochen liegen hinter uns, und wir wollen uns nun erfrischt und geläutert anderen schönen Dingen zuwenden. Nie zuvor wurde so viel Geld für den Garten ausgegeben. Vor allem Frauen greifen vermehrt in die Tasche, um sich ihren Garten oder Balkon schön zu gestalten. Schon werden sie von Gartenbaufirmen und Landschaftsgärtner in ganzseitigen Anzeigen gezielt umworben. In unsicheren und hektischen Zeiten suchen viele Frauen die Verbundenheit mit der Natur – zumal das Wachsen und Werden auch der weiblichen Natur entspricht. Doch Gärten sind nicht nur private Rückzugsorte, seit Neuestem sagt uns auch die Wissenschaft, wie wichtig Gärten für unsere Gesundheit sind. Gärteln hält auf vielfältige Weise gesund. Ingrid Greisenegger, Autorin des Buches “Wie viel Garten braucht der Mensch?”, erklärt: “Untersuchungen belegen, dass Menschen in enger Symbiose mit Pflanzen stressfreier arbeiten, entspannter leben, gesünder sind.”
Grün ist ein neu entdeckter Vergnügungsfaktor, der Garten ein Sinnbild für neue und moderne Lebensformen. Gärten sind etwas ganz Besonderes. Sie zeigen nicht nur den Umgang mit der Natur, sondern auch mit sich selbst. Aus der Gestaltung des Gartens lässt sich viel über den Charakter seiner Gestalter herauslesen. Beim Gestalten des Garten, kann man auch seine Gedanken ordnen. Insofern sind Gärten vor allem auch eine Visitenkarte der Seele. Es gibt nicht nur ein Paradies für alle, es gibt für jeden eines.
Gleichzeitig tun wir Gärtnerinnen und Gärtner der Umwelt Gutes. Wer ganzheitlich gärtnert, versucht in seinem Gartenparadies natürliche Zusammenhänge nicht zu stören. Dafür nur einige wenige Beispiele:
- Bereits Spuren von Chemikalien töten Tausende von winzigen Lebewesen, die beispielsweise Nahrung für Vögel und Igel sind.
- Abgestorbene Baumstümpfe räumen wir nicht weg, denn sie bieten Insekten und Krabblern Unterschlupf.
- Wer im Herbst alle verwelkten Blumen und jedes Laubblättchen beseitigt, nimmt bestimmten Tieren die Nahrungsquelle für den Winter weg.
- Längere Zeit nicht gemähtes Gras stellt für eine Reihe von Tieren Lebensraum.
- In aufgeschichteten Reisighaufen können Tiere überwintern.
- Wer einen Teil seines Gartens sich selbst überlässt, wird immer wieder neue Wunder erleben – etwa dass sich dort seltene Tiere oder faszinierende Wildpflanzen ansiedeln.
- Wer ganzheitlich gärtnert, wird immer darauf bedacht sein, die Ruhe von Tieren und natürliche Abläufe nicht zu stören.
Jetzt beginnt die Gartensaison wieder. Lange genug haben wir darauf gewartet. Viel Spaß an der frischen Luft!
Ihre Sylvia Schneider