Rauchstopp-Pillen können zum Suizid führen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 7. November 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Ein leichter Weg aus der Zigarettensucht - das scheinen die so genannten Rauchstopp-Tabletten zu sein. Verschiedene Wirkstoffe versprechen, dass Sie ganz einfach mit dem blauen Dunst Schluss machen können. Aber leider sind diese Pillen nicht unschädlich, wie eine neue amerikanische Studie unterstreicht.
Die Wirkstoffe Vareniclin und Bupropion, die beide auch in Deutschland zugelassen sind, stehen schon länger im Verdacht, schwere Nebenwirkungen zu haben: Sie sollen nicht nur das Risiko für Depressionen erhöhen, sondern auch die Selbstmordrate steigern.
Wissenschaftler aus Pennsylvania haben in einer Datenuntersuchung von Daten der FDA, der amerikanischen Gesundheitsbehörde, nun bewiesen, dass dieser Verdacht zu Recht besteht. Sie werteten Berichte über die Nebenwirkungen von Medikamenten aus, die die beiden fraglichen Wirkstoffe enthalten. Es zeigte sich, dass über 3.000 Berichte von Selbstmorden oder Selbstmordversuchen und Depressionen vorlagen. Bei allen, das ging aus medizinischen Unterlagen hervor, wird die Nikotinersatztherapie als Auslöser vermutet. Immerhin 90 Prozent der Fälle hingen mit der Einnahme von Vareniclin, sieben Prozent mit der von Bupropion zusammen. Die restlichen Betroffenen nahmen Nikotinersatzpräparate, zum Beispiel Pflaster oder Kaugummis, zu sich.
Die Forscher raten daher von Mitteln gerade mit dem Wirkstoff Vareniclin ab, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen - solche Medikamente sollten Sie nur als letzte Methode wählen, wenn es gar nicht anders funktioniert.