Radeln: Kondition mit Nebenwirkungen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 09.01.2008 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
Radfahren stärkt Ihren Kreislauf, trainiert Ihre Beinmuskeln und schont die Gelenke. Wenn Sie regelmäßig radeln, schieben Sie Ihr Immunsystem an, bauen Stress ab, regulieren Blutdruck- und Blutfettwerte. Außerdem macht Radeln Laune.
Soweit die guten Nachrichten zum Thema Radfahren. Wer mehr als vier Stunden in der Woche auf den Drahtesel steigt, muss jedoch mit Nebenwirkungen rechnen. Dann streikt Ihr Po nämlich. Je nach Sitzposition lasten bis zu 70 Prozent Ihres Körpergewichts auf den Gesäßbacken. Diese stoßen beim Auf und Ab des Fahrens – insbesondere auf unebenem Gelände – mehr oder weniger unsanft auf den Sattel auf. Deswegen muss Ihr Sattel besonders gepolstert und gefedert sein, auch um diese Stöße abfedern zu können. Sie sollten optimal auf Ihrem Rad sitzen können.
Mein Tipp: Kaufen Sie sich Ihr Sportrad unbedingt in einem Fachgeschäft. Hier sucht man Ihnen einen passenden Sattel für Ihre persönlichen Fahrgewohnheiten – etwa Gelegenheits- oder Vielradeln – aus. Die Federung der Sattelstützen sollte individuell eingestellt sein und Ihrem Körpergewicht angepasst werden.
Machen Sie die Sitzprobe: Die Knie sollten leicht angewinkelt sein, wenn das Pedal unten ist. Stellen Sie den Sattel etwas tiefer als den Lenker ein, damit Ihre Nackenmuskeln beim Fahren entspannt bleiben und Sie keine Rückenschmerzen bekommen. Die Breite des Lenkers sollten Ihrer Schulterbreite entsprechen, das entlastet Ihren Schulter-Nacken-Bereich.
Testen Sie, ob der Abstand zwischen Sattel und Lenker richtig ist. Legen Sie dazu einen Ellenbogen auf die Sattelnase, und strecken Sie nun die Finger aus. Jetzt sollten bis zum Lenker noch etwa vier Zentimeter Luft sein. Wenn Sie sich nämlich beim Fahren zu weit vorbeugen müssen, geht das auf Ihre Wirbelsäule. Außerdem sollte Ihr Sattel ganz gerade sein, damit Sie nicht schief draufhängen und zuviel Gewicht auf Ihren Handgelenken lastet und diese verschleißt. Der Sattel sollte zudem nicht zu schmal sein.
Männliche Vielfahrer sollten auf alle Fälle noch auf die Sattelhöhe achten. Denn ist der Sattel zu hoch angebracht, lastet zu viel Gewicht auf Ihrer Dammregion. Das kann zu Durchblutungsstörungen im Penis und zu Erektionsproblemen führen.
Und das kann mann ja nun wirklich nicht gebrauchen.
Ihr
Helmut Erb